Donnerstag, 14. Juli 2016

LACHS-BURGER

Ich esse gerne Burger. Also selbstgemachte. Aromen- und einfallsreiche. Solche, die man zum Essen nicht wieder dekonstruieren muss, weil sie viel zu voll gestapelt sind. Kürzlich war mir nach Fischburger. Ein paar Tage zuvor muss sich wohl beim Blättern in Donna Hays "Keine Zeit zum Kochen" eine asiatisch gewürzte Lachfrikadelle in mein kulinarisches Unterbewusstsein geschlichen haben. Und dass Lachs gut zu Mohngebäck passt, hat das Fräulein bereits anschaulich beschrieben. Ein wenig Marktrauke und genaurichtiggereifte Avocado als Garnitur und obendrauf ein guter Klecks Mayonnaise (auch eine gute!), mit ein wenig Zitronensaft abgeschmeckt - Donna Hay rührt noch Wasabipaste hinein.


LACHSFRIKADELLEN - ZWEI BIS DREI STÜCK
300 g Lachsfilet, in 1 cm große Würfel geschnitten
1-2 EL Reismehl
Etwas Zitronensaft
1 Stängel Zitronengras, sehr fein gehackt
5-10 Basilikumblättchen, gehackt (Koriander ist auch gut!)
Etwas Ingwer, gerieben, gehackt oder als Saft
1/2-1 TL Sojasauce
Pfeffer zum Abschmecken

Die Zutaten für die Frikadellen gut mischen und etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Aus der Masse, die auf den ersten Blick nicht sonderlich fest erscheint, zwei Häufchen in die Pfanne setzen und mit Hilfe eines Pfannenwenders in Frikadellenform zurechtdrücken. Die Frikadellen etwa vier Minuten pro Seite anbraten. Und dann pur oder im Brötchen, mit Garnitur oder ohne, lauwarm genießen!

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Welche Burgerkreation magst du gerade besonders gern?

Samstag, 2. Juli 2016

TROMBETTA-UPDATE #01

Die Trombetta-Pflänzchen wachsen weiter und nun gibt es auch aus Frankreich Gutes zu vermelden: ebenfalls ein grünes Trio bei Micha!


Langfristig sollen sie ja ranken, ich werde wohl noch mal umtopfen müssen. Was meinen die grünen - gerne auch balkonerfahrenenen - Däumlinge unter euch: größerer Topf? Oder eher Pflanzschale oder gar Pflanzsack?

Freitag, 24. Juni 2016

HALLO SOMMER!

"Na geht doch" rutscht mir beim Anblick des nun endlich blauen Sommerhimmels heraus. Zu viel Nass in letzter Zeit, zu viel Gerumpel. Jetzt kann es losgehen. Die Schwalben stürzen sich wagemutig in ihre Loopings, in den Linden summt es als müsse nun doppelt so viel gesammelt werden und die Erdbeeren erröten ab sofort hoffentlich deutlich weniger zurückhaltend.


Sommerstart bedeutet bei mir auch stets Jahresanfangsabgleich. Die Bilanz ehrlicherweise eher mau, die Spinnereien ganz schön zurückhaltend. Die Gründe dafür vielfältig. Ich könnte nun klagen und mich selbst bemitleiden. Aber auch das bringt nichts, hab ich schon versucht. Also lasse ich mich anstecken von diesem Sommergefühl, schnappe mir ein wenig Leichtigkeit und Zuversicht, laufe los und vielleicht auch ein wenig davon und schaue wo ich landen werde. Immer gut, sich unterwegs mit ein paar schönen Dingen zu stärken, denn ich freue mich auf:
  • den Juli, den ich teilweise am Meer und teilweise in den Bergen verbringen kann.
  • Die allererste Kirsche. 
  • Und allererste Schritte. Er lässt sich Zeit.
  • Flatterstoff und ein Zöpfchen im Haar, schaut wie gut das Anna steht!
  • Abendspaziergänge. Ich bin kein guter Telefonierer. Also geht es, wenn Ruhe eingekehrt ist, auf Streifzug. Nicht allein. Mit Limonade oder Regenschirm im Rucksack, einem offenen Ohr und Ehrlichkeit. Je nach Distanz nicht immer möglich, aber planbar.
  • Ein in Ruhe gelesenes Buch. Das sollte ich schaffen. Stepanini machte mir Lust auf dieses
  • Abendsalat. In allen Varianten, die mir einfallen. Manchmal muss man sich einem Thema widmen, um die ablenkenden verwirrenden Optionen einzugrenzen. Ein Versuch ist es wert. 
  • Flohmarktstände. Auch seit langem mal wieder dahinter. 
  • Unser kühles Treppenhaus. Jedes Mal, wenn ich an einem warmen Tag nach Hause komme. 
  • Schattensiesta und zum wach werden eiskalten Mangolassi.
  • Kitzelnden Fahrtwind auf dem Unterarm, gerade noch angenehm brennende Sonne auf den Füßen, waldundwiesenromantischen Lagerfeuergeruch in der Nase und die Gelassenheit, nicht alles in einen einzigen Sommertag packen zu müssen, im Bauch.

Und trotz aller Sommerleichtigkeit wurde es mir erneut sehr berührend auf dem diesjährigen Lumix-Festival vor Augen geführt: “Life is a gift, and no one promised me longevity.” Also worauf warten wir eigentlich (immer) noch?

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Auf den Balkonabendfotos seht ihr Ottolenghis Orangen-Safran-Hähnchen und die Fladenbrotfrikadellen, die ich vor langer Zeit bei Steph entdeckt habe. Wie ich gerade bemerke, sind auch diese Herrn Ottolenghi zu verdanken - so schließt sich der Kreis!

Sonntag, 19. Juni 2016

TROMBETTA DI ALBENGA UND EIN GOLDENER SACK ERDE

Als wir vor zwei Jahren in Ligurien weilten, entdeckten wir dort auf dem Markt und im Supermarkt sehr lange schlanke gebogene hellgrüne Zucchini. Sie lachten uns an, wir nahmen sie mit, schnitten sie in Scheiben, brieten sie in gutem Olivenöl an und probierten sie. Das Fleisch war fest und kernlos, der Geschmack aromatisch und an Artischocke erinnernd. Köstlich!
Einige Abende später saßen wir im schönen Örtchen Dolcedo, welches auch insgeheim Deutschedo genannt wird, weil sich viele Deutsche in der Gegend in den 80er und 90er Jahren ein spottbilliges ansehnliches Ferienhäuschen kauften und man an vielen Ecken Deutsch hört. So hörten wir unweigerlich wie am Nebentisch ein Herr, der bereits das Kaninchen auf seinem Teller in den höchsten Tönen lobte, zu seiner Frau sagte: "Du musst diese Beilage probieren, das schmeckt so gut!" Er winkte den Kellner heran und wollte erfahren, was er da Gutes esse. Trombetta meinte der Kellner. Und als die Fragezeichen größer wurden eilte dieser in die Küche und kam mit der langen gebogenen Zucchini zurück.

Spannend an der Keulenzucchini Trombetta di Albenga ist, dass die rankenden Früchte jung und grün als Zucchini geerntet und verarbeitet werden können, die ausgewachsenen Früchte dann nachdunkeln, als Kürbis gelten und geschält verarbeitet werden müssen. Zwei in eins also. Und da sie ganz herrvorragend in die Höhe wachsen und ich oft wehmütig an Ackertinien denke, für das mir auch diese Saison noch die Zeit fehlt, machte ich mich auf die Suche nach Biosaatgut der Trombetta und wurde schnell fündig. Da alleine Anbauen aber weniger Spaß macht und mir eh schon eine perfekte gemüseverrückte Kombination einfiel, schrieb ich einige Zeilen zu Micha nach Frankreich und fragte nach, ob sie mit ihrem Habib auch welche anbauen möchte. Gartenparadies versus Stadtbalkon. Der Plan war schnell besiegelt, ich teilte die Samen auf und als wir beide die Samen zur Hand hatten legten wir los.

 

Ich wollte den Anbau in einem Sack Erde ausprobieren. Da lag nun dieser große unschöne Erdsack auf dem Balkon und erinnerte mich eher an eine Werbefläche. Äh und dann geschehen manchmal in Sekunden Dinge, die man vielleicht etwas länger hätte durchdenken sollen. Der Sack wurde innerhalb von Minuten golden. Extravagant golden. Da meine weiße Sprühfarbe eingetrocknet war, griff ich also zu einer anderen Dose, die seit Jahren auf irgendeinen Einsatz wartet und sprühte drauf los. Ja, auch ein wenig daneben. Und die Fingerkuppen wurden immer glänzender. Und auch diese Farbe reichte nicht ganz. Egal. Vorsichtshalber kam noch eine Schicht Klarlack drauf (noch eine Dose die endlich mal Verwendung fand). Der Sack wurde am Boden für den Wasserablauf noch ein wenig eingeschlitzt, die Oberfläche dann an zwei Stellen etwas größer, damit ich zwei Samen einpflanzen konnte. Eine anfängliche Weckglashaube hielt ich auch für schlau und wärmend. Dann hieß es immer mal wieder gießen und warten. Nach einer Woche regte sich immer noch nichts. Auch in Frankreich nicht.

 

Sicherheitshalber pflanzte ich zwei andere Samen in kleine Töpfchen und siehe da, nach einer Weile schaute aus dem einen ein grünes Blatt heraus. Und im goldenen Erdsack fand ich dann zufällig doch noch ein Ergebnis, der Zögling war in die falsche Richtung gewachsen - ich hatte ehrlich gesagt beim Stecken des Samens nicht darüber nachgedacht ob es da ein Oben und Unten gibt. Es scheinen sich zu dem Thema auch die forentreuen Hobbygärtner uneins zu sein. 

Die Pflänzchen sind mittlerweile in größere Töpfe gewandert und dabei tauchte in dem zweiten kleinen Töpfchen noch ein weiteres Pflänzchen auf, welches sich ebenfalls in der Richtung geirrt hatte.


Nun dürfen die drei wachsen, ich halte sie noch etwas von den Regenmassen fern und gieße sie lieber schonend und stelle sie in die Sonne, sobald sich diese auch mal wieder zeigt.

In Frankreich wurde mit neuem Saatgut noch mal von vorn begonnen. Ich hoffe, es gibt auch bald von dort Erfolgsmeldungen zu lesen :)

Fortsetzung folgt!

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Kennst du Trombetta? Und was pflanzt du in deine Töpfe?

Sonntag, 12. Juni 2016

EINE GANZE ZITRONE

Geht es um Süßes, zieht es mich zu den schokoladigen und karamelligen Tönen. Aber ich entdecke mehr und mehr die Geschmacksvorteile der Zitrusfrüchte. Süßsaures ohne unangenehmes Mundkräuseln. Sonnengelb und frühsommerfroh.
Die schönen Anlässe häufen sich und Kuchentafelstückchen oder Picknickdeckenhäppchen sind sehr gefragt. Da fielen sie mir wieder ein, die Lemon Bars von smitten kitchen. Deb Perelman hat sie in ihrem ersten Buch verewigt. Ihren Rezepten und fast wissenschaftlichen Versuchsreihen traue ich. Vor drei Jahren machte ich sie zum ersten Mal. Nun zum zweiten und dritten. Und als ich anfing und meine große Auflaufform sah, kamen mir kurz die Zweifel. Oh je, reicht die Teigmenge? Soll ich verdoppeln oder improvisieren? Nahm ich damals doch die quadratische kleinere Form? Der Bauch entschied weiterzumachen und es drauf ankommen zu lassen. Es passte dann doch alles gerade so, die Teigschichten daher nicht zu dick und die finalen Schnitte direkt mundgerecht. Oh ja, sehr gut!


ZITRONENSCHNITTEN - LEMON BARS
(frei nach smitten kitchen)

Für den mürben Boden
150 g Mehl
60 g Zucker
1/4 TL Salz
125 g kalte Buttter

Für den süßsauren Belag
1 unbehandelte Zitrone
250 g Zucker
125 g weiche Butter
4 Eier (L)
2 EL Speisestärke
1/4 TL Salz
Puderzucker zum Bestreuen

Vorabinformation
Es wird eine flache Auflauform benötigt (für dicke Schnitten eher eine quadratische mit ca. 20 cm Seitenlänge oder für eine dünnere Variante eine größere rechteckige mit längster Kante von ca. 30 cm).
Der Backpapiertrick zum Auskleiden: Man nimmt einen Bogen Backpapier, knüllt ihn beherzt zusammen, breitet ihn dann wieder aus, buttert die Oberfläche ein wenig, legt ihn mit der Butterseite nach oben in die Form und und dreht die Enden ein, so dass das Papier besser in der Form hält.

Die gewählte Auflaufform mit Backpapier auskleiden.

Für den mürben Boden Mehl, Salz und Zucker in einer Schüssel mischen, die Butter hineinwürfeln und mit kalten Händen rasch zu einem Mürbeteig verkrümeln. In die Form drücken und dort gegebenenfalls mit Hilfe einer kleinen Teigrolle dünn bis in die Ecken rollen. Die Teigfläche mehrfach mit Gabelzinken einpieksen und bei 175 °C Umluft ca. 20 Minuten backen, bis der Teig leicht bräunt. Die Form aus dem Ofen nehmen und den Ofen weiter laufen lassen.

In der Zwischenzeit die Zitrone zur Hälfte schälen damit die Füllung nicht zu bitter wird, dann die Frucht mit der restlichen Schale in Ringe schneiden und störende Kerne entfernen. Mit dem Zucker in einem Pürierbecher mischen und mit dem Pürierstab zu einer glatten Masse mischen. Die Butter hinzu geben und wieder kurz pürieren. Eier, Salz und Stärke ebenfalls kurz unterpürieren, so dass eine homogene Zitronenmasse entsteht.

Die Masse auf dem Teigboden verteilen und die Form wieder in den Ofen stellen. Etwa 30-40 Minuten, damit sich eine leicht gebräunte Kruste bilden kann (die Zitronenmasse soll dann noch etwas puddingartig wackeln). Nun gilt es aufmerksam zu sein und einen großen Bogen Alufolie bereit zu halten. Bei mir bräunte die Masse bereits nach 10 Minuten und ich habe sie dann entsprechend abgedeckt und weiter gebacken.

Wenn alles fertig ist, in der Form abkühlen lassen, dann mit Hilfe des Backpapiers aus der Form heben, mit Puderzucker bestäuben und in Stücke schneiden.

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Ich winke ein wenig sonntagssüßnostalgisch in die Runde und besonders zitronig die Mundwinkel nach oben ziehend zu Ulma, die gerade doppelt gelüstet und sich hoffentlich über das Rezept freut. Und zur treuen mitlesenden Hanna!


Donnerstag, 19. Mai 2016

VON BAD GASTEIN NACH NORDITALIEN

Es ist schon fast zwei Sommer her. Wir hatten drei freie Wochen und wollten diese in Italien verbringen. Eher im Norden. Wir ließen uns ein wenig von schönen Reisefotos leiten, die wir immer mal wieder zufällig fanden.
Auf dem Hinweg besuchten wir noch das einer verlassenen Filmkulisse gleichende Bad Gastein (herrlich!) und verbrachten die restliche erste Woche in Friaul-Julisch Venetien. Dann eine Woche Toskana und eine Woche Ligurien. Ein etwas entspannteres Reisetempo, schließlich reiste da bereits im Bauch der kleine Junge mit. Ein Abstecher nach Rimini war auch noch drin, dort wollte ich schon immer mal hin. Einfach weil mir der Name gefällt. Und weil dort die Sonnenschirme so schön bunt sind.

Ansonsten mieden wir die großen bekannten Städte und überließen die Ausflüge einfach dem Zufall. Wir fanden beeindruckende Schluchten, farbenfrohe kleine Törtchen, versteckte dick belegte Seitengassensalamisandwiches, Hinterhofromantik mit der immergleichen Schlager-Kassette, die die alte Nachbarin nachmittags zur immergleichen Uhrzeit aufdrehte und freudig mitschmetterte, hauchdünn geschnittene Mohnnudeln, köstliches stundenlang gekochtes Brassato und mit der Hand zu essende frittierte Zucchiniblüten als Primi, alte Strandbäder, Weichspülerduft in kleinen Dörfchen, Safraneis mit Stückchen, Unwetterspektakel und immer wieder kleine Details, die das (auffällig kulinarische) Erinnern bis heute verschönern.


Ligurien mochte ich am liebsten. Während mir die Toskana irgendwie zu gestutzt erschien, war es dort rauher, echter. Man konnte vergangene mondäne Seebadzeiten erahnen, wirklich gut essen, in die Höhe oder zum Wasser fahren - meist auf engen kurvigen Straßen. Es gab filmkulissentaugliche Dörfchen, viele Oliven und ein sehr angenehmes Klima.
In Ligurien aß ich auch ein Gemüse, von dem ich euch bald noch mehr erzählen werde.

Diese Reise wollten wir nicht unterschlagen und sie ist nun zweigeteilt und chronologisch eingeordnet auf unserer Gute-Reise-Seite zu finden.

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Ein ans Herz gelegtes Muss fürs Handschuhfach: Slow Food Osterie d'Italia!

Samstag, 30. April 2016

ZU GAST BEI CHESTNUT & SAGE

Heute darf ich Gast sein. Bei Julia von chestnut & sage. Wenn ihr sie noch nicht kennt, dann ist dies eine Herzensempfehlung. Ihr Blog ist hell, strukturiert, immer wieder schön anzuschauen, die Rezepte farben- und aromenfröhlich und die Texte geist- und lehrreich. Ich nehme mir immer etwas mit. Und da sie gerne reist, verrät sie auch immer wieder besondere Reisetipps. Und hoffentlich kann ich eines Tages Teil ihrer Gastfreude sein.

Julia hat mir fünf gute Fragen gestellt, die Antworten findet ihr hier.