Dienstag, 24. Februar 2015

BEREICHERNDES

Ich finde es immer wieder bereichernd mit anderen Menschen in der Küche zu stehen. Gemeinsam kochen und backen oder einfach nur zusehen. Schön, wenn man sich dann - neben den bereits angeeigneten Küchengewohnheiten aus dem Elternhaus - das ein oder andere abschauen kann und Kombinationen oder Kniffe kennenlernt, die man gerne ins eigene Repertoire aufnimmt. Auch wenn teilweise der Kontakt nicht mehr vorhanden ist, schicke ich so der ein oder anderen Person beim Ausüben des von ihr Erlernten einen guten Gedanken.


Folgende erlernten Dinge kann ich passend dazu aufzählen:
  • In den noch warmen Schokoladenpudding 2-3 Esslöffel Quark rühren
  • Gebratenes Rinderhackfleisch mit gutem Balsamico ablöschen
  • Vor dem Anbraten von Steinpilzen die Pfanne mit einer angeschnittenen Knoblauchzehe ausreiben
  • Eine dünne Akazienhonigspirale auf Milchschaum ziehen
  • Dunkle Brotwürfel ins Raclettepfännchen legen und nur Käse drüber
  • Im Sommer einen Beutel Schwarztee gemeinsam mit einem Beutel Pfefferminztee in die Kanne hängen, geht natürlich auch mit losem Tee
  • Lauch in Ringe schneiden, gar kochen, abgießen, wieder in den Topf und ein paar Käsescheiben hinzulegen, Deckel drauf, kurz warten und herrlichen Käselauch servieren
  • Der einfachste und beste Dip zu Artischocken: Schmand mit Zitronensaft und etwas Salz 
  • Warmen Speck mit Ahornsirup übergießen
  • Hellen cremigen Honig auf Salzbutterbrot essen
  • Tomatensalat mit Sumachpulver würzen und an besonderen Tagen mit Granatapfelkernen anreichern

Und was habt ihr wertvolles von Küchenfreunden lernen dürfen?

Donnerstag, 19. Februar 2015

PEPERKOEK

Mitte Februar. Nahezu alle sehnen sich nach Frühling, kaufen Tulpen und Ranunkeln und polieren schon mal sicherheitshalber die Sonnenbrillen. Das verbreitete Phänomen, dass man lieber das hat, was gerade nicht ist. Warum immer alles überspringen und beschleunigen?
An meinen Fenstern dürfen noch die ausgeschnittenen Schneeflocken kleben und in der Vase stehen Äste, die zwar blühen könnten, aber irgendwie noch nicht wollen. Ist ja Draußen auch noch nicht so. Also kein Grund zur Sorge.
Es ist doch herrlich, dass die Küche nach Selleriewurzel duftet, dunkles Brot in Suppenschalen getunkt wird und die Orangen gerade am besten schmecken. Die Fingerspitzen sind gelb vom frischen Kurkuma, die Musik etwas melancholischer, die Bewegungen etwas langsamer.

Kürzlich war doch gerade erst Weihnachten, die passenden Erinnerungsaromen werden zum Beispiel in Belgien ganzjährig serviert. In Form von Peperkoek, dabei wird das "oe" wie ein weiches "u" ausgesprochen. Als Frühstücksscheibe oder Nachmittagsstärkung, für mich immer mit salziger Butter. An der belgischen Küste darf es der gekaufte sein, aber nur der in der gelben Packung mit der Honigbiene, der einst mal ein ganzer Freizeitpark gewidmet war. Sofort sehe ich mein geschminktes Sommerferiengesicht und die aufregende Wildwasserbahn vor mir. Und eine dunkelrote schäumende Limonade, die ich seitdem nie wieder fand.
Ich versuche seit einigen Jahren, den Koek selbst zu backen, immer wieder etwas abgewandelt und noch immer nach dem ausgewogensten Gewürzverhältnis suchend, ist er schon sehr nah dran. Mit der knatschig-weichen Konsistenz bin ich schon sehr glücklich und mit aufgefrischtem Perlzuckervorrat, wird bald weiter probiert.



BELGISCHER PEPERKOEK
(für eine normale Kastenform oder zwei kleine)

260 ml dunkler Honig
100 ml Melasse
250 ml lauwarmes Wasser
100 g brauner Zucker
320 g Roggenmehl
10 g Natron
Abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange
Piment / Kardamom / Zimt / Ingwer / Koriander nach Belieben zum Würzen, meine letzte Mischung hatte folgendes Verhältnis: 1 TL / 1/2 TL / 2 TL / 1/4 TL / 1/2 TL
Perl- oder Hagelzucker zum Bestreuen

Die flüssigen Zutaten mischen. Wer mag, kann sie optional aufkochen und etwas ziehen lassen. Die Gewürze unterrühren und dann Mehl und Natron unterheben.
Den Teig in die gefettete Form gießen und bei 160 °C Umluft 15 Minuten backen. Dann die Oberfläche mit dem Zucker bestreuen und weiter backen, etwa 50 Minuten. Es kann helfen, die Form nach einer Weile mit Alufolie abzudecken, damit der Koek nicht zu sehr bräunt. In der großen Form sinkt bei mir die Mitte immer etwas ein, also nicht wundern!

Der Peperkoek hält sich eine ganze Weile, am besten in einer Blechdose verpackt. Wer ihn mag, wird ihn aber nicht lange stehen lassen können. 


Montag, 16. Februar 2015

ÜBERLEGUNGEN

Vor fünf Jahren fragte ich mich, wie das eigentlich funktioniert mit dem bloggen. Ich wollte es verstehen und ausprobieren, technisch und inhaltlich. Ich fing mit einem tumblr an und wechselte einige Monate später die Plattform. Auch diese ist nicht für immer gesetzt, aber das ist ja das Spannende daran.
Das Kulinarische wurde nach und nach mein roter Faden. Essen und Trinken muss man schließlich jeden Tag, man kann so einige Gedanken in Gerichte und Küchenexperimente packen, sich dem Thema aus vielen spannenden Perspektiven nähern und wenn man selbst nicht gerne im Vordergrund steht, doch eine ganze Menge sagen. Mir hat das bisher immer viel Spaß gemacht. Schreiben, Fotografieren, Ausprobieren, Verkosten und Austauschen. Viele geteilte Gedanken und Worte mit so unheimlich bereichernden und verstreuten Personen, so wertvoll!


Ich mag den Begriff Foodblogger nicht besonders und auch mit so mancher Entwicklung in diesem Bereich kann ich mich schwer identifizieren, möchte auch gar nicht in diese Kategorie fallen und vermehrt über gesponserte Küchenhelfer schreiben. Ich möchte mir das persönlichere Publizieren aus dem Bauch heraus bewahren, ohne starre Rubriken, Zeiten und Themenblöcke.
Ich denke in letzter Zeit viel darüber nach, wie ich diesen Ort fülle, ohne mich zu verbiegen und wie ich das kulinarische Experimentierfeld erweitern und ergänzen kann. Ich suche noch nach dem richtigen Weg. Für so Manches auch noch nach den richtigen Worten.

Als kleinen Anfang habe ich das Lachsrosa gegen ein Blaugrau getauscht, das passt eh viel besser. Ich werde einfach ein wenig Ausprobieren in nächster Zeit, manchmal sagt eine kurze Notiz viel mehr. Und so kann dieser Ort auch langsam aus dem Winterschlaf erwachen finde ich.

Sonntag, 18. Januar 2015

EIN ZETTEL ZUM NEUEN JAHR

Das neue Jahr startet hier noch ein wenig leise, jedoch mit der vollen Absicht auch an diesem Ort wieder lauter zu werden. Die Liste der Vorsätze ist gar nicht lang. Ich habe lange über das Wort "Vorsatz" nachgedacht, wenn Personen Vorsätze zum neuen Jahr haben, wird das oft belächelt. Allerdings ist ein Vorsatz doch eigentlich erst mal ein guter Anfang, die Dinge selbstbestimmt in die Hand zu nehmen, Pläne anzugehen oder Verhaltensmuster zu ändern. Entschlossen loslegen, statt nur in die Ferne zu wünschen und darauf zu warten, dass dann alles von alleine passiert. Das Schwierigste ist wohl für Viele das Dranbleiben. Und das Ausbrechen aus dem Bekannten und Gewohnten, um wirklich langfristig etwas zu ändern oder aber auch beizubehalten. Denn so Manches ist ja bereits schon gut - das wird leider auch gern vergessen. Wir haben es oft zu gut, um das anzuerkennen.

Ich möchte:

Dienstag, 23. Dezember 2014

FROHES FEST

Ich mag die Stimmung kurz vor dem Fest. Freunde kehren über die Weihnachtstage heim, die Ferien fangen an, Präsente werden ausgesucht und verpackt. Genau dann würde ich so gerne die Zeit anhalten und noch mehr auskosten. Die Kunst noch besser beherrschen, rechtzeitig inne zu halten und mit der nötigen Ruhe im weihnachtlichen Gedankenerinnerungsalbum zu blättern. Weniger ist mehr, auch zum Fest. Und die guten Wünsche und Kuverts kommen trotzdem an, sei es auch erst in der Nachweihnachtszeit, die genau so kostbar ist.


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Habt es schön und friedlich!


Mittwoch, 26. November 2014

VORBEREITUNGEN

Auch wenn gerade alles so schnell zu gehen scheint, habe ich große Lust mich in den Advent zu stürzen. Ich freue mich auf die Lichter, die Gerüche und Leckereien, das Überraschen und Beschenken, die stillen Gedanken und das zur Ruhe kommen. Denn hektisch soll es gar nicht erst werden in den nächsten Wochen, sondern gemütlich und dafür habe ich mich schon ein wenig vorbereitet.


Ich war im Gewürzladen und habe die Vorräte aufgestockt, weißen und braunen Vanillezucker angesetzt, Zitrusfrüchte zum Kandieren bereitgestellt, Quitten für Geleefüllungen und Plätzchenglasuren poliert, den Kerzenbestand geprüft, Gewürze gemörsert, in alten Backbüchern geblättert, den Bleistift gespitzt, Geschenktütchen und Weihnachtspapiere bereit gelegt und Ingwertee gekocht. Die Vorfreude tut gut!

In den nächsten Tagen folgen die nach Winterluft duftenden Zweige und das Stöbern in den Weihnachtskisten. Die Backbleche werden herausgeputzt und die Keksdosen zusammengesucht. Vielleicht gesellen sich ja sogar die ersten Schneeflocken dazu!

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Euch ein schönes Vorfreuen!

Dienstag, 4. November 2014

HERBSTZETTEL

Während am Wochenende fast ganz Deutschland ein Novembersonnenbad nahm, deckte uns in der Mitte eine tiefgraue Nebeldecke zu. Zwei ganze Tage lang. Hallo Herbst!



Mein Herbstzettel steckt tief in der Seitentasche, neben der ersten Glückskastanie des Jahres. Folgendes ist notiert:

  • Für den Bauch: Kürbis in großen Mengen und Varianten. Und gute rotschalige Kartoffeln. Ach und Quitten und beste Birnen und Äpfel. Ich möchte strudeln und noch mehr konfitüren. Dazu kommt jeden Tag eine Orange.
  • Für die Ohren: Balthazar. Rauf und runter. Und die Geräusche der nächtlich vorbeiziehenden Zugvögel.
  • Für die Nase: Safran, Bienenwachs und Regenlaub.
  • Für die Hände: Stricknadeln, einen schönen Stift mit dem Vorsatz wieder mehr zu notieren und ein Bibliotheksausweis.
  • Für die Gedanken: Freunde und die Idee für ein machbares Adventsprojekt.
  • Für die Melancholie: Noch etwas Essbares. Maronen. Eingeritzt, ofengeröstet, geschält. Dann zuerst in weiche Butter getunkt und anschließend in knirschenden braunen Zucker. Ein dekadentes Genussfest.
  • Für den gemütlichen Sonntag: Zwei große Teller mit belegten Broten, zwei Tassen Kaffee, zwei Joghurtschalen mit Obst und Müsli und zwei Folgen the wire.

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Was könnt ihr ergänzen?