Sonntag, 1. August 2010

ICH BIN NICHT SO

Hach ja, der Sonntag klingt diesmal ohne viel Regen aus. So gefällt mir das.
Ich habe heute wieder Essensbilder. Ich expermientiere aktuell mit einer digitalen Spiegelreflex und einem guten Objektiv. Das macht Spaß. Und Kochen auch. Und irgendwie denke ich manchmal, "Gott, was müssen die Leute denken... ist die Julie ein Heimchen am Herd? Die ständig irgendwas so nebenbei zaubert?" Neiiiiin.

Ich hole dazu mal kurz aus:
Ich hatte das Glück, dass ich von Klein auf gelernt habe, was gesundes, aber auch unheimlich leckeres Essen ist. Wie gut bürgerliche- aber auch gehobene Küche schmecken kann. Wie schön es ist, gemeinsam zu essen. Ich konnte auch immer alle Gemüsesorten (auch wenn ich nicht bei allen weiß, wie sie schmecken, das entdecke ich auch erst jetzt langsam) benennen und habe so auch schon mancher Kassiererin weitergeholfen, wenn Sie nicht wusste, welche Nummer sie für sagen wir mal Rosenkohl eingeben soll (wissen Sie, was das ist? ich hätte ihr auch einfach Steckrübe nennen können ;) aber dafür bin ich zusätzlich noch zur besonderen Höflichkeit erzogen worden. Aber das ist ein anderes Thema...
Dann gab es Phasen und Studentenzeiten, in denen mir das Essen weniger wichtig war und ich statt dessen lieber eine Zigarette angezündet habe. Heute auf den Tag genau vor zwei Jahren (fällt mir gerade auf), habe ich von einem Tag auf den anderen erfolgreich damit aufgehört. Und dann kam der Appetit auch wieder. Und mir nahe stehende Personen wissen nur zu gut, dass es Sinn macht auf längeren "Ausflügen" mit mir immer etwas zu Essen einstecken zu haben.
Hinzu kommt: Ich liebe Kochbücher. Nicht um daraus alles auszuprobieren, sondern mir einfach die ganzen Bilder (die sind wichtig) anzugucken und mich inspirieren zu lassen. Vor allem seit diesem Jahr stehe ich gerne in der Küche, am liebsten gemeinsam mit dem R. und probiere aus. Kombiniere Zutaten etc. Ich entwickele einen Sinn für gewisse Zutaten. Ich brauche keinen 5 Jahre abgehangenen Schinken oder irgendwelche besonderen Ölsorten, die man nur in einem Laden in ganz Deutschland finden kann. Nein nein. Ich mag gute ehrliche Zutaten. Und finde es immer großartig, wenn mit wenig davon viel möglich ist. Lieber 5 gute Zutaten als 20 zu viele. Darum liebe ich auch Ackertinien. Ich lerne, saisonaler zu kochen. Mehr darauf zu achten. Ich gucke, dass ich viele Biozutaten verwende. Das geht auch erst, nach dem die finanziell knappere Studentenzeit rum ist. Irgendwo habe ich letztens gelesen, dass Bio zwar schön und gut ist (ja und Bio ist nicht gleich Bio), aber was soll man mit einem Bio-Apfel aus Argentinien? Also kommt der regionale Aspekt dazu. Also wird auch regionaler eingekauft. Man wird mich trotzdem nicht jeden Samstag früh auf dem Wochenmarkt finden. Alles ohne Zwang. So.

Und genau das alles erklärt, warum sich hier gerade so viel um Essen dreht. Es liegt daran, weil ich mich damit befasse. Mir Gedanken darüber mache, Dinge nachlese, dazulerne, Spaß daran habe. Und darum poste ich darüber. Und teile gerne die Ergbnisse. Und das mache ich tausendmal lieber an dieser Stelle als in irgendwelchen Kochforen. Oh Gott, mir fällt dazu noch etwas ein. Als ich vor 2 Jahren oder so manchmal bei z.B. chefkoch die Kommentare durchgelesen habe dachte ich irgendwann, ah, das ist eine Frau, die kommentiert ja überall. Und schreibt immer, meinem Göga hats total gut geschmeckt und sowas. Da dachte ich noch, Göga wäre sowas wie Jogi oder eine sonstige Abkürzung eines Männervornamens. Seit mir dann irgendwann plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel, was Göga bedeutet und mich da manche Kommentare wirklich zum fremdschämen bringen, habe ich Angst. Angst vor solchen Frauen. Und ich will nur sagen: ich bin nicht so! Auch wenn ich hier Essensbilder poste ;)

So, nachdem dies geklärt ist, hier die kulinarische Zusammenfassung des Sonntags:


Strohwitwensfrühstück


Pizza mit roter Beete und lila Kartoffeln im ungebackenenen Zustand


und in gebackenem Zustand


Seitdem ich vier Weckgläser habe, gibt es phasenweise alles aus dem Glas

Und heute habe ich mir gewünscht, dass die Berge doch ein bisschen näher wären...

Ach und bevor ich es vergesse. Es gab vor längerer Zeit einen Artikel in der NEON. Dort ging es um ein Pärchen, das einen Acker (allerdings doppelt so groß wie Ackertinien) gepachtet hat. Als ich damals den Artikel las, wollte ich auch einen Acker. Jetzt wird es schon langsam zum Trend. Finde ich gut. Und toll ist, dass mir ein Ackerbuch aus dem Jahre 1947 zeigt, dass sich bezüglich des Anbaus von Gemüse seit dem quasi nichts verändert hat. Auf die Natur ist eben verlass.

Auf den Wochenanfang (leider) auch. Ich wünsche euch einen guten Start!

Kommentare:

  1. Erstmal Glückwunsch zu den zwei Jahren! Ich hatte am Freitag Einjähriges. Und was ist die Moral von Deinem Posting?? Ich will einen Acker ;-) - aber hier in Hamburg ist der Stadtrand relativ fern, ich fürchte ich muss es bei Balkonien belassen.
    Gesunde & leckere Grüße (auch an den Göga *haha*)
    claudia

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  2. Glückwunsch zum Einjähringen. Da es schon Interessenten für Hamburg gab, kann ich dir diese beiden Adressen nennen: http://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article1564353/Erntezeit-auf-dem-Schaeferhof.html oder unseren Anbieter: http://www.meine-ernte.de/jetzt-vormerken.html Vielleicht ist es ja doch nicht zu weit? Liebe Grüße und ich habe sehr gelacht wegen des Gögas :)

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  3. Julie, dass mit Deinem Acker ist großartig. Und so wie Du schreibst und photographierst, denkt mit Sicherheit keiner, dass Du eine "Göga-Frau" bist. Bloß, dass es schade ist, dass Du das nicht alles schon viel früher getan hast...

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  4. Ist Göga = Göttergatte!?!?! °_° Neeeee das kannte ich bis jetzt nicht!!

    Ich bin auch immer für einfache ehrliche Zutaten - grad hier in der Schweiz finde ich es enorm auffällig, wie in den Supermärkten versucht wird, das Sortiment so exotisch wie möglich zu halten...nur damit am Ende etas Exquisites auf dem Teller landet... Dabei kann man allein aus Mehl, Eiern, Zwiebeln und Kartoffeln schon soviel machen..... so viel leckeres..:) however

    Dein Freund hats aber trotzdem gut..;)
    & die Pizza back ich Dir mal nach :)

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  5. Göga ist wirklich forschtbar und sehr verbreitet in Koch-Communities :-)
    Sehr schön ist es hier, ich komm' jetzt öfter!
    Liebe Grüße,
    Juli

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  6. nein, julie: du bist nicht so :) und ich lache über jogi und den göga.

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Ich freue mich über eure Worte!