Montag, 22. August 2011

ANTWERPEN I

Eine spontane Idee + ein Tag Urlaub + eine günstige Zugfahrkarte waren die Basis für ein herrliches Wochenende in Antwerpen. Dort traf ich mich mit meiner lieben Genießer-Mama, die an vielen Ecken Erinnerungen und Anekdoten aufleben ließ. Antwerpen muss man einfach mal gesehen haben. Ich zeig euch mal im gemütlichen Schnelldurchlauf ein paar lohnende Stationen und Wege, die ich am Wochenende gegangen bin.



Wenn ihr mit dem Zug anreist, kommt ihr in dem beeindruckenden Jugendstilbahnhof an, der für mich überraschenderweise plötzlich zweistöckig war (ich war zuletzt vor sicher mehr als 5 Jahren dort). Verlässt man den Bahnhof, funkeln einem schon die ersten Schaufenster der Diamantenläden entgegen. Es gibt an die 1.500 Diamantfirmen in Antwerpen. Die Stadt hat auch eine der größten jüdischen Gemeinschaften Europas, daher sieht man immer wieder orthodoxe Juden in typischer Kleidung und Supermärkte mit koscherer Nahrung. Mich hat das als Kind immer sehr beeindruckt. 

Dann kann es mit dem Erkunden losgehen. Das geht am besten mit einem der roten Stadtfahrräder oder mit Bus oder Tram, die mit 0,90€ pro Fahrt (man darf die Karte eine Stunde lang in jede Richtung nutzen) wirklich erschwinglich sind. Ein guter Ausgangspunkt ist der "Grote Markt", wo die Statue des sagenumwobenen mutigen Brabo zu sehen ist, der einst einem bösartigen Riesen die Hand abhackte und weit weg in die Schelde schleuderte. Aus dem "Hantwerpen" wurde dann laut Erzählungen der Stadtname Antwerpen. Wir wollen uns aber gar nicht lange mit den alten Geschichten und Touristengruppen aufhalten, sondern lieber weiter schlendern.



An der Kathedrale vorbei geht es Richtung Nationalestraat. Auf dem Weg dorthin begegnet einem auf der Reyndersstraat ein entzückendes Cupcake-Café namens Momade Cupcakes an dessen Fenster man sich kurz die Nase platt drücken kann. Wenn es Freitag ist, erlebt man auf dem bald darauf kreuzenden Vrijdagsmarkt ein interessantes Spektakel. Dort werden Möbel, Kartons mit buntem Inhalt und viele anderen Dinge an die hinter einem gespannten Seil stehende Menge versteigert.


Die Nationalestraat kann man gemütlich entlang bummeln, dort gibt es viele schöne Geschäfte zu sehen. Wer klassisches belgisches Gebäck für den weiteren Weg aus der Hand verspeisen möchte, kann dies im Mimosa im Haus Nummer 105 mit gutem Gewissen kaufen. Die Verlängerung, die Volkstraat, sollte man weiter entlang laufen und dann unbedingt nach einer kurzen Weile links in die Scheldestraat abbiegen und im kleinen bezaubernden Salon de Thé Claude eine herrliche Pause mit lauter feinen kulinarischen Dingen verbringen. Zu frischem Minzthee gab es üppig belegte frische Baguettestücke mit Krabbensalat und geräuchertem Hühnchen mit Tomatenconfiture. Zum Nachtisch gab es aus dem Süßschrank die bereits gestern gezeigte absolut fantastische im Mund zergehende Schokoladentarte. Das Rezept wurde vom charmanten Claude nicht verraten, nur soviel: die Tarte hat keinen Ofen von innen gesehen und die Knusperstückchen im Boden sind Cookiestückchen. Mein Nachback-Ehrgeiz ist geweckt! Für meine Mutter war sofort klar, würde sie dauerhaft dort wohnen, wäre dieser ehemalige Metzgerladen (das verrieten die alten Kacheln) in der Nummer 79 ihr Lieblingscafé.


Der Kochbuchladen in der Volkstraat hat leider zu gemacht. Also geht es in eine andere Richtung weiter. Richtung Klosterstraat, in die mein Innenarchitekt-Onkel mich und meine Cousinen früher Samstags auch mal mitnahm, weil es dort zahlreiche Antiquitätenläden gibt. Am Ende geht es rechts in die Straße Steenhouwersvest. Dort kann man sich in der Nummer 48 im Pain Quotidien mit einer hausgemachten Himbeerlimonade stärken. Danach sollte man Richtung Schelde schlendern und entweder mit dem Bus oder sich zu Fuß Richtung neuem und imposantem MAS (Museum aan de Stroom) bewegen. Man kann kostenlos in den 10. Stock fahren und hat einen wunderbaren Blick über den großen Hafen und die Stadt. Für die Ausstellungen sollte man Zeit mitbringen, das haben wir auf den nächsten Tag gelegt.


Zum Essen ging es gegenüber in das Eetcafé Waanzee, in das meine Mama als Überraschung meine Tante Heidi, meinen Einrichteronkel Lou, meine Cousinen Kay und Sue und Kevin, den Freund von Sue eingeladen hatte. Ein tolles Wiedersehen und ein schöner Abend folgten.

Um hier nicht den Rahmen zu sprengen, gibt es vom nächsten Tag erst morgen zu lesen!

Wer nun auch Lust bekommen hat nach Antwerpen zu reisen und noch eine außergwöhnliche Übernachtungsmöglichkeit sucht, wird hier sicher fündig.

Ich bin immer wieder aufs neue verliebt in die Stadt und freue mich dort vertraute Ecken, Worte und Personen wieder zu treffen. Ein schönes Gefühl!

Kommentare:

  1. ach julie, das ist wohl wirkich die liebe, die hier aus dir spricht :) schön. ich mag es dort sehr.

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  2. Was dein Sehnsuchtstürkis ist jetzt mein Sehnsuchtsantwerpen :)
    Die heimliche Hauptstadt Belgiens, finde ich. Ich bin auch immer gerne hingefahren als mein Vater noch dort gewohnt hat.

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  3. Wie traumhaft!

    Der Topf ist übrigens nicht gemarkt - also tut sich leider dochnicht Unerahntes auf...

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  4. Oh! Die Schokoladentorte werde ich mal in Angriff nehmen! 1000 mal dran vorbei gefahren, noch nie ausprobiert...
    Für mich gehört übrigens "Steen&Been" zu dem Schönsten, was die Volkstraat zu bieten hat.

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  5. schön sieht das aus! anscheinend war es am wochenende überall sonnig. zum glück! wir waren im süden. liebe grüsse!

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  6. genießer - mama was für ein sympathisches wort :-)

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Ich freue mich über eure Worte!