Donnerstag, 22. November 2012

AM LIEBSTEN

Manchmal weiß ich gar nicht genau, was ich am liebsten mache. Mir ein Rezept ausdenken, es zubereiten oder es festzuhalten. Mal ist es die Denkarbeit, mal die Komposition, die mir Herzklopfen macht. Mal geht alles schief, mal ist das Licht weg oder das Ergebnis nicht so schmackhaft wie gewünscht. Und mal bin ich ganz überrascht und voller Feuereifer. Schön ist das.

Die Schwarzwurzeln, die ja schon lange auf der Liste stehen, brachten mir am vergangenen Wochenende so einen Herzblutmoment. Ich hatte sie in der Hand und machte mich ohne großen Plan ans Werk. Und genau das ist für mich manchmal genau richtig und wichtig. Einfach intuitiv zu Gewürzen, Geschmackskombinationen und Zubereitungsarten greifen ohne vorher nachzulesen, wie man das macht. Papier auf den Boden legen und dem Gefühl für das richtige Tellerchen folgen. Geschmack und Farben festhalten. Sich selbst für das köstliche Mahl danken. Es ist wie ein kleines Fest. Und ja, darum mache ich genau die drei oben genannten Dinge gleichermaßen gern, wenn ich für alles Ruhe habe. Denn es ist ein Entstehungsprozess, Gedanken, Sinne und Hände arbeiten zusammen und nach überschaubarer Zeit kann man sein Werk bewundern. Wertschätzung. Ich mag diesen Ausdruck und neuerdings auch den etwas süßlichen Geschmack der Wurzeln, die wie Stöckchen aussehen.

Viel mehr schätzen sollte man auch Beilagen. Eigentlich ist das ein undankbarer Name. Sind sie doch oft die Fundamente für eine stimmige Mahlzeit. Sie bekommen manchmal gar keine richtige Chance, weil Energie und Kreativität den Bratenfüllungen, niedriegtemperaturgegarten Pergamentpäckchen, Schmortöpfen oder Fischkrusten beigemischt werden. Daher bekommen sie bei mir nun erhöhte Aufmerksamkeit. Und ihr bekommt in nächster Zeit hoffentlich ein paar Anregungen, die eure Schüsselchen und Tellerchen auf den Herbst-, Winter- und Weihnachtstafeln füllen.

Schwarzwurzeln mit Schale
Butter mit süßem Senf und Kurkuma
Schwarzwurzeln aus dem Ofen
Schwarzwurzelschalen

Schwarzwurzeln mit Kurkuma-Butter und süßem Senf

Eine Vorspeise oder Beilage für Zwei
8 Schwarzwurzeln
50 g weiche Butter
1 gehäufter TL Kurkumapulver
1 EL süßer Senf
1/2 TL Maldon-Salzflocken

Die Erde von den Schwarzwurzeln waschen, einzeln in Alufolie einschlagen und auf einem Blech verteilen. Im Ofen bei 190°C Umluft etwa 30 Minuten garen und abkühlen lassen.

Während die Wurzeln im Ofen sind, die weiche Butter mit den Gewürzen mischen, zu einer Rolle oder Kugel formen und in Klarsichtfolie gewickelt im Kühlschrank fest werden lassen.

Die Schale der Schwarzwurzeln vorsichtig entfernen. Es kann helfen, die Außenhülle an einigen Stellen mit einem scharfen Messer einzuritzen. Man schält ziemlich schnell aus Versehen zu viel Schale weg, daher lohnt es sich beim Schälen geduldig zu sein. Die fertigen Stangen halbieren.

Eine dicke Scheibe der Butter in einer Pfanne schmilzen lassen, die Wurzelstangen kurz darin anbraten, ohne dass die Butter verbrennt. Die Schwarzwurzeln anrichten und mit der Butter aus der Pfanne übergießen. Die Butterreste passen auch gut zu Ofen-Möhren oder einem Frühstücksbrot mit Bergkäse.


Wie ich eben erst sah, blüht die Schwarzwurzelpflanze gelb. Wie passend. Was macht ihr mit den Wurzeln?

Kommentare:

  1. noch nie etwas, aber nun - ich liebe sie, bisher nur bekocht worden, mit ihnen, den schwarzgelben wurzeln. (fast vergessen!)

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  2. oh das hört sich lecker an und sieht dabei auch noch so gut aus! ich mach die wurzeln gerne mit kartoffeln und möhren (und sahne, weisswein, muskat und weissem pfeffer) im ofen. schöne grüße

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  3. liebe julie, ich teile deine dreier liebe - sehr. als wenn du meine gedanken lesen könntest.. freue mich auf julie geschmacks-kompositionen..s.

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  4. vor kurzem bei uns als dicke brühe im tiefen teller möchte ich sie euch demnächst als nachfolgerin der schlutzkrapfen kredenzen..aber deine art und weise mit ihnen umzugehen ist so viel raffinierter, dass ich mir ein tellerchen davon her wünsche..

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Ich freue mich über eure Worte!