Samstag, 31. März 2012

MÄRZ

Der April steht bereits in den Startlöchern, Zeit für einen kurzen Ein- und Ausatmer. Dazwischen ein rückblickendes Gedankenband gespannt, es ist unwichtig, was den Anfang macht und was das Ende kennzeichnet. Es fügt sich, schließt sich, ordnet sich. Hilfreich die klugen Worte von Menschen, die im gleichen Takt atmen, wünschen, genießen, fürchten. Gemeinsam ist das Zauberwort. Einzelkämpfer gibt es viel zu viele. Gemeinsam auch mal umdrehen und abbiegen. Im Holstee Manifesto steht es ganz richtig: „Getting lost will help you find yourself“.


Ins Gespräch kommen, Muster erkennen, spazieren fahren, wenn der Schuh drückt. Sich gleichzeitig von einem Menschen so missverstanden und verstanden fühlen, Hand drauf geben, stolz sein, Köpfchen recken, große oder kleine Option. Mal versuchen, nicht sofort zu urteilen oder zu hinterfragen. Die vielen Sonnenstrahlen leuchten auch die staubigsten Ecken aus. Nicht immer einfach, aber wichtig.

Eindrücke sammeln, an bekannten und an neuen Orten. Mitten in der Stadt oder im lichten Wald. Den Marktbesuch so früh legen, dass die Köstlichkeiten viel besser überblickt werden können. Saucenmonat. Tahina-Joghurtsauce, Harissasauce, süßsaure Chilli-Ingwer-Sauce, scharfe Pflaumensauce, Tahina-Zitronen-Knoblauchsauce. Alles selbst gerührt und sämtlichen käuflichen Saucen abgeschworen. Bärlauchkäse extra groß und neuer Sesam, damit es doch noch einen geglückten Falafelversuch geben kann. Die letzten Orangen, der frische Schnittlauch auf dem Balkon und die Ackervorfreude.

Für euch noch die drei kulinarischen Lieblingsklicker:

Zusammengefasst: Der März war spektakulärer als der Februar und legt dem April ein Fundament, das hier und da verstärkt werden darf. So mag ich das. Ich bin gespannt!

Gespannt bin ich auch auf euer Süß, am Sonntag sammel ich euch ein.

Dienstag, 27. März 2012

GEMÜSEACKER

Im Mai starte ich ins dritte Ackerjahr und freue mich jetzt schon sehr, die zum größten Teil mit Biogemüse vorgepflanzte 45 qm Fläche zu bearbeiten, ergänzen und abzuernten. Während das zweite Ackertinien-Jahr von Experimenten und vielen vorgezogenen Pflänzchen geprägt war, schleicht sich für dieses Jahr der Wunsch nach möglichst wenig Firlefanz ein. Lieber weniger Sorten und geplantes versetztes Nachsäen. Nach zwei Jahren Braunfäule gibt es diesmal keine Tomatenexperimente mehr und die Liebe zu Fenchel und Zuckermais ist auch im dritten Jahr nicht entflammt. Lieber eine Reihe Kartoffeln hinzu und ordentlich Zwiebeln und Knoblauch stecken. Und die Ringelblumensamen, die mich seit dem ersten Ackerjahr begleiten, dürfen auch wieder für Farbkleckse sorgen. Vielleicht doch noch ein kleines Artischocken-Teststück und eine Süßkartoffelpremiere. Ich freu mich drauf.
Es gibt nichts Schöneres als nach einem anstrengenden Tag auf dem Feld zu stehen, die Hände in die Erde zu graben, durchzuatmen und ein wenig stolz zu sein. Sich lebendig fühlen zwischen all dem Wachstum und mit guten Gedanken die Ernte nach Hause tragen und etwas Herrliches daraus zubereiten. Nichts schmeckt ehrlicher und besser! Mag kitschig-, aber für viele sicher auch nachvollziehbar klingen :)


Im vergangenem Jahr habe ich eine Übersicht begonnen, wo man in Deutschland überall einen Acker pachten kann. Gerne ergänze ich die Liste mit euren Hinweisen.

Die FAZ berichtete am 18.04.2012 auch über das selbstgepachtete Ackerglück. 

Was sagt ihr? Gemüse anpflanzen oder lieber anpflanzen lassen? In der Erde buddeln oder lieber über den Wochenmarkt schlendern? Und welches Gemüse würde bei euch nicht in die Erde kommen?

Sonntag, 25. März 2012

PASTIERA

Passend zu den selbst kandierten Zitrusschalen weckte mein Küchenkalender mit einem Pastiera-Rezept, in das viele kandierte Orangen- und Zitrusschalen gehören, meine Neugier. Pastiera ist ein typischer Neapolitanischer Osterkuchen, in manche Rezepte kommt gekochter Weizen, bei mir war es ein wenig Vollkorngrieß verrührt mit viel Ricotta und frischer Zitrone.


Pastiera
Für den Teig:
230 g Mehl
90 g Rohrohrzucker
50 g gewürfelte kalte Butter
2 kleine Eier
1 EL Orangenblütenwasser
Für die Füllung:
500 g Ricotta
110 g Rohrohrzucker
1 EL feiner Vollkorngrieß
1 Prise Zimt
7 EL Orangeat & Zitronat
1 Zitrone (es werden die gerieben Schale sowie der Saft benötigt)
4 Eier (getrennt)

Die Zutaten für den Teig verkneten und mindestens 30 Minuten kalt stellen.
Eine große flache Tarteform buttern und mit Semmelbröseln ausstreuen. Den Teig ausrollen und die Form damit auskleiden und noch mal kalt stellen. Falls der Teig zu klebrig zum rollen ist, den Teig stückchenweise in die Form drücken. Die Zutaten für die Füllung bis auf das Eiweiß miteinander verrühren. Das Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter die Ricotta-Masse heben. In die Teigform gießen und glatt streichen. Im vorgeheizten Backofen bei 170°C bei Ober- und Unterhitze 50 Minuten backen. Den Ofen ausschalten und den Kuchen im Ofen bei geschlossener Tür abkühlen lassen.

Genossen wurde ein großes Stück auf dem Balkon. Dort ist es schon so warm, dass man immer wieder zum Abkühlen rein gehen muss. So kannst du bleiben, Wetter!

Und wie genießt ihr diesen sonnigen Tag? Katrin sammelt eure Werke.

Mittwoch, 21. März 2012

KANDIERT & ANDERSWO

Der Frühling ist da. Und das Feierabendlicht. Der Kameraauslöser freut sich, der Fototisch auf dem Balkon auch. Die balkonische Fotosaison wird feierlich eröffnet und dokumentiert einen Erstlingsversuch: kandierte Zitronen- und Grapefruitschale. Gar nicht so schwer, wenn man ein wenig Geduld hat und nicht zu viel vom würzigen Sirup nascht, der die zähen Schalen in butterweiche Köstlichkeiten wandelt und mich nie wieder Orangeat oder Zitronat kaufen lässt. Wollt ihr auch? Ich hab mich an einem Rezept aus dem feinen Buch Geschenke zum Reinbeißen orientiert und die Ingwerschärfe addiert.


Kandierte Zitrusschale
1 Bio-Zitrone
1 Bio-Grapefruit
250 g Zucker
250 ml Wasser
Mark 1/2 Vanilleschote
1 Prise weißer Pfeffer
1 Prise Kardamompulver
1 TL Ingwerpulver oder geriebener frischer Ingwer
Feiner Zucker

Die Früchte heiß waschen und die Schale bis zum Fruchtfleisch einritzen, so dass sich die Schale in Vierteln abziehen lässt. Je mehr Weiß an der Schale haften bleibt, desto besser. Die Schalen in dünne Streifen schneiden. In einen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken, aufkochen lassen und nach 2 Minuten in ein Sieb abgießen. Den Vorgang zwei weitere Male wiederholen. Das entzieht den Schalen die Bitterstoffe.
Anschließend 250 ml Wasser mit dem Zucker und den Gewürzen langsam aufkochen. Rührend den Zucker auflösen und die Schale hinzugeben. Bei niedriger Hitze ca. 2 Stunden köcheln lassen, bis die Schalen sehr weich sind. Die Schale mit einer Schaumkelle aus dem Sirup nehmen und auf ein Blech mit Backpapier möglichst nebeneinander ausbreiten. Über Nacht stehen und trocknen lassen. Am Folgetag in feinem Zucker wälzen und luftdicht verschließen. So sind sie etwa einen Monat haltbar.

Während an anderen Stellen Stöckchen durch die Lüfte fliegen, verrate ich heute der entzückenden Gute-Laune Meliha, die auch eine treue und bereichernde Sonntagssüßlerin ist, ein paar kleine Küchengeheimnisse.

Ihr seht, Orangegelb bleibt hoch im Kurs. Ich wünsch euch eine ebenso leuchtende restliche Woche!

Sonntag, 18. März 2012

GESCHICHTET

Sonntag. Zeit für Schönes. Mit Prasselregen, Sonntagsmusik, ausgiebig kochen, tagträumen und Kuchengabeln bereit stellen für den neuen Liebling im Hause mat & mi: eine in zwei Schichten gebackene Schokotarte ohne Mehl aus dem Ottolenghi Kochbuch. Sie ist perfekt und landet prompt auf Platz 1 der Lieblingsschokoladenkuchen.


Gestern wurde noch mehr Kuchen gepickt. Wir drei Sonntagssüßen trafen uns zum gemeinsamen Genuss, Plausch und Stempel schnitzen. Es war ein Fest und ich durfte endlich den bezaubernden Kullerkes-Laden besuchen, ein absoluter Wohlfühlort, an dem die Augen stets Neues entdecken und das Herz zu neuen Ideen angestiftet wird.


Ein passender kulinarischer Abschluss für die gelborangene Woche stand auch auf Katrins Tisch und mundete hervorragend. Des Fräuleins Lameng-Pesto krönte die Abschiedspasta und zeigte wieder einmal, Essen ist unser Thema und verbindet. So sehr :)

Donnerstag, 15. März 2012

GELBORANGE

Der Faden durch die Woche ist gelborange. Schmackhaft und hübsch anzusehen. Ein guter Aufheller. Mein Konzert-Lichtblick am Abend: Feist.



Außerhalb des Farbschemas befindet sich auch noch leuchtendes sattes Bärlauchgrün. Das erste Sträußchen hab ich in der Hand, wie esst ihr ihn am liebsten?

Sonntag, 11. März 2012

WEISSE SCHOKOLADE

Hallo Sonntag. Heute darfst du dir den Magen mit Schokolade vollschlagen. Unter der Woche wird darauf verzichtet, heute zur Krönung und für den Fruchtgehalt ein paar Kleckse schwarze Johannisbeere. Auch im Schorleglas.


Wollt ihr auch?

Weiße Schokoladentarte mit schwarzer Johannisbeere
(für eine kleine Tarteform)

Eine Portion selbstgemachter oder gekaufter süßer Mürbe- oder Sandteig
Marmelade von schwarzer Johannisbeere
200 g weiße Schokolade
120 ml Sahne
2 EL Butter

Die Tarteform einfetten, den vorbereiteten und dünn ausgerollten Teig auf die Tarteform legen und diese auskleiden. Überstehende Teigränder mit der Teigrolle abrollen. Form für ca. 15 Minuten in das Tiefkühlfach stellen. Anschließend den Teigboden mit Alufolie bedecken und Reiskörner oder trockene Hülsenfrüchte als Gewicht einfüllen. Bei 150° ca. 25 Minuten vorbacken, Folie entfernen und nochmals 5-10 Minuten backen, bis der Teig leicht gebräunt ist. Abkühlen lassen.

Anschließend den Boden und den Rand mit der Marmelade bestreichen. Die Schokolade in Stücke brechen und mit der kleingewürfelten Butter in eine hitzebeständige Schüssel geben. Sahne aufkochen und über die Schokolade gießen. Alles gut mischen, bis eine glatte Schokomasse entsteht. In die Teigform gießen, mit Marmeladenklecksen und Zahnstochern nach Belieben Muster malen. Mindestens 4 Stunden kühlen.


Und was tischt ihr dem Sonntag auf? Die Übersicht entsteht im Laufe des Sonn- und Montags.
Macht es euch schön, geht raus, habt gute Gespräche mit euren Lieben, atmet mal durch.

Freitag, 9. März 2012

RIECHER

Es duftet ganz leise nach Frühling. Und dank des eben gekauften Kräutertopfes intensiv nach Basilikum. Ich ertappe mich dabei, wie ich täglich an dem Teebeutel für den Vormittagstee schnuppere und sich die Mundwinkel nach oben richten, wenn ich Limettenschale frisch abreibe. Ich mag den Knoblauchgeruch an den Fingern, wenn ich ihn kurz zuvor gehackt habe und erkenne am Geruch, ob der fremdgebrühte Kaffee lecker oder bitter schmeckt. Düfte und Erinnerungen, ein Herz und eine Seele.

Ein ganz neuer eigener Geruch ist in das Kräuterfach gewandert: mild geräucherte Paprika. Knallfarbe. Daran konnte ich nicht vorbeigehen. Lagerfeuerassoziation. Und nur beim Gedanken an das Pulver ist er da, der intensive Geschmack auf der Zunge, der auch das liebgewonnene Buttermilchhähnchen vollkommen macht.


Welcher feine Duft kitzelt euch neu in der Nase? Kuchenduft wird auch gesammelt, am Sonntag hier bei mir!

Montag, 5. März 2012

GENUSS

Ich folge dem sonntagssüßen Gedanken: am Sonntag genießen und die schönsten Krümel über die neue Woche verteilen. Ein Wochenende in der Grachtenstadt. Zum ersten Mal und keineswegs zum letzten Mal.


Ja, man verliebt sich ein bisschen in Amsterdam. In Gassengeräusche, in Käse auf Walnussfeigenbrot und Schokoladenteller für Zwei, in das Knacken des geteilten Hopjeswafel, in Kochbücherregale, die von Kopf bis Fuß zum Stöbern einladen und in den Architektur- und Naturbuchladen, in dem je ein kauziger Experte an seinem eigenen Tisch sein Fachgebiet vertritt. In die steilen Treppen, das Frühstück im Zimmer und das gemütliche Bett mit Rundumfenster. In Fotostrecken, in Kaffeegeruch, in warm gemachte Pinienkernfladen auf typischen Märkten.

Man genießt es, dass ein verreistes Wochenende dreimal so lang erscheint. Man mag plötzlich das Schlendern. Das Wissen, dass der Andere genau das versteht und gedanklich aufsammelt, was man selbst kaum beschreiben kann. Und man freut sich über jedes Klickklack der Einwegkamera.

Katrin hat nicht nur die mir liebsten Amsterdamtippsgeberinnen zusammengefasst, sie hat auch euer Süß gesammelt. Ich nehm es mit in die Woche und freue mich, gedanklich Eselsohren in eure Fotos zu knicken.

Donnerstag, 1. März 2012

FEBRUAR

Schwupps, wieder ein Monat um. Ich wage einen Blick zurück. Ruhig war er irgendwie, der Februar. Angenehm unspektakulär. Viele gute Gespräche sind mir aus dem Monat im Ohr. Viele geschriebene Zeilen im Herzen. Fragen wurden auch gestellt. Laut und leise. Abschließende "so machen wir's".
Ich habe dazugelernt, über Patisserie, Pinterest, Lamas, Fotografieren, Biskuitrollen, die Maße eines Fußballtores, das Entkernen eines Granatapfels (mein neuer Frühstücksmüslisprenkler) und das Anbringen von einer großen wunderbaren 2,80 m breiten Wandtafel und feinen bildschirm- und fotofreundlichen Rollos. Bei letzteren Beiden eher durch Zuschauen und Werkzeug anreichen gelernt, aber das zählt auch ;).


Ich wurde bekocht, mehrfach köstlich aus dem Wagamama-Kochbuch. Wir haben uns in Süßkartoffeln verliebt. Und in selbstgerührte Knoblauchmayonnaise.

Marktluft wurde geschnuppert, früh morgens. Viel Schnittlauch gekauft und Blutorangen. Ausgegangen mit Goldmedaillen und fasziniert fremdgeschämt bei The Office. Diese Eckzähne!

Nervige Sachen hab ich auch erledigt: Kisten sortiert und immer wieder ungelesene Newsletter abbestellt. Der Stapel mit den Kleidungsstücken ohne Knopf und mit Loch liegt immer noch an seinem Platz, ein Märzprojekt.

Gelesen habe ich viel weniger als im Januar. Eher Bild und Text genossen und in schönen Büchern geblättert, so wie diesen hier:

Zwei feine Blogs kamen neu in den Blogreader:

Ein neues emag wurde bestaunt:

Das Sonntagssüß wurde eins und neben diesem Festtermin kamen viele neue Termine in den Kalender und ich freue mich sehr auf all die feinen Treffen und kleinen Reisen, die die nächsten Wochen spicken werden.

Und der Frühling ist zum Greifen nah, was bringst du mir im März?