Montag, 30. April 2012

APRIL

Dieser April war ein echter. Mit Sonnenregen, mit Abwechslung, mit Durchbrechen von Beständigem. Meist mag ich das Wechselhafte, das Unberechenbare. Es macht wach und klar. Die Vielfalt blitzt durch, der Tag hat viele Nuancen. Die Blüten hängen schwer und tanzen gleichzeitig mit größter Leichtigkeit anmutig durch die Straßen.
Regen & Sonne

Ich hab viel gesehen. Vor allem Neues. Gelernt eine Menge. Und Vieles überblickt, Fäden in die Hand genommen, Augen zu und durch. Und an einem typischen Apriltag von zwei völlig unterschiedlichen Menschen in zwei voneinander unabhängigen Situationen den weisen Satz "Klappern gehört zum Handwerk" gehört. Das stimmt.

Ich habe viele offene Worte gelesen, vom anders sein, vom bedrückt sein, von dunklen Tagen und auch von der Angst zu viel von sich Preis zu geben. Es ist menschlich. Sich selbst treu sein gewinnt am Ende doch.

Viele Aprilabende habe ich an einladenden Tischen verbracht, vertieft, lachend, schweigend, genießend, an wechselnden Orten mit wechselnder Besetzung. Und das Gefühl geschätzt, dass die eigene Wohnung ein umarmendes Willkommensgefühl schenken kann.

Es passiert was. Auch kulinarisch. Bärlauch ist im Dauereinsatz, Walnussessig eine Neuentdeckung und ein unschlagbares Paar vereint im neuen Schub- und Kochschränkchen: Olivenöl mit Zitrone. Und auf dem Brot: salzige Butter mit weißer Honigschicht. Im Glas Zitrusspritz mit Minze. Getüftelte Eissorten in Gedanken und Schokokaramellgeschmack und Kirschbonbons als Aufheller zum kurzen Abend.

Im Blogreader ist auch Bewegung, drei Neulinge brachte der April:

Der Mai bringt mir unter anderem eine neue Ackertiniensaison, eine nötige Feierabendauszeit zu einem als ziemlich tough zu erahnendem Monat. Für die Aufheller ist man selbst verantwortlich, in passender Dosierung. Dann sind sie in der Überzahl und schenken feine erste Sommermomente. Das wird gut!

Und euer April?

Sonntag, 29. April 2012

POST

Wisst ihr was toll ist? Nach einem langen Tag nach Hause kommen, ein Paket auf dem Treppenabsatz finden, die rotweiße Schleife gespannt auflösen, Schokoduft in der Nase, Knistertütchen, liebe Worte zu lesen und vier ganz himmlische Geschmacksrichtungen als Tauschbruchstückchen auszupacken und zu probieren. Die liebe Elbmadame hat mich diese Woche verzaubert.


Damit der Postbote auch ein Päckchen in den Norden tragen durfte, habe ich eifrig gerührt, geknetet, gewälzt und gegossen. Eine schokoladige Eigenkreation mit Spekulatiusknusper und Dulce de Leche Ganache und ein bereits an vielen Stellen gelobter schwarz-weißer Keks von Nicole Stich mit beabsichtigten Furchen und einer Spur Espresso mit Kardamom.


Schokolade en Masse. Dank den Damen von der Post und ihrer feinen Aktion. Inspirierend auch die Übersicht der anderen vielen Schokopäckchen, die bereits ihre Besitzer wechselten.

Habt ihr auch Schokoladentafeln in neue Form gebracht? Oder ganz anders gesüßt? Nina bündelt eure Sonntagsgenüsse, bei sich und dort.

Sonntag, 22. April 2012

PARFAIT

Halbgefrorenes. Gemustertes. Farb- und Geschmackskombiniertes. Vertreibt Regenwolken und hilft dem angestrengten Kopf mal kurz Pause zu machen und dabei den Mohnschmelz mit dem weichen Aprikosenorangengelb zu genießen. Dazu ein guter Kaffee und ein Sonntagsseufzer. Die Zeit fliegt dahin.

Mohnparfait mit Aprikosen-Orangensauce
(In Anlehnung an zwei Rezepte aus dem wundervollen Kochbuch "Die Kleinmarkthalle kocht")

Für das Parfait:
300 ml Milch
1 Vanilleschote
70 g Mohn, grob gemahlen
2 EL Honig
3 Eigelbe
100 g Rohrohrzucker
300 ml Sahne

Die Milch mit dem auskratzten Mark der Vanilleschote sowie der Schote in einen Topf geben und aufkochen. Honig und Mohn hinzugeben und alles ca. 5 Minuten köcheln. Topf zur Seite stellen und die Schote entfernen.
Eigelbe und Zucker in einer hitzebeständigen Schüssel mit dem Schneebessen cremig schlagen. Über einem siedenden Wasserbad weiterschlagen und die Milchmischung langsam hinzu gießen. Die Mischung weiterschlagen, bis sie cremig wird und einen Löffel ummantelt. Wer ein Zucker- oder Flüssigkeitsthermometer zur Hand hat nimmt den Top bei 85°C vom Herd.
Während die Mohnmasse abkühlt, die Sahne auf- aber nicht steif schlagen. Behutsam unter die Mohncreme heben und alles in eine mit Klarsichtfolie ausgelegte Kastenform füllen. Über Nacht einfrieren. Vor dem Servieren ca. 30 Minuten im Kühlschrank antauen lassen, stürzen und in Scheiben schneiden.

Für die Sauce:
Saft von 3 Orangen
1 EL Aprikosenmarmelade
1/2 Zimtstange
50 g Rohrohrzucker
10 g Speisestärke, in etwas Wasser angerührt
1 TL Orangenlikör

Die ersten 4 Zutaten zusammen aufkochen, die Speisestärke unterrühren und ein paar Minuten köcheln lassen. Die Zimtstange heraus holen, Likör hinzugeben, verrühren und abkühlen lassen.


Was lasst ihr euch zu eurem Sonntagsgefühl schmecken? Verratet es mir hier oder dort.

Freitag, 20. April 2012

MOHN

Mohn. Ich mag ihn immer mehr. Vor allem den trockenen blauen. Statt Mohnmasse lieber Körnchen und Knacken. Wunderbar mit Landgurke und hoffentlich herrlich zu Süß am Sonntag. Ein kleines Belohnungssüß für eine mächtig straffe Woche und einen produktiven Samstag steht in Aussicht.


Wie belohnt ihr euch?

Sonntag, 15. April 2012

SÜß & SALZIG

Die Mischung machts. Und das Verändern von Gewohntem. Im wahrsten Sinne. Der Küchenschrank ist komplett auf- und umgeräumt. Mit Gewinn. Mehr Platz für liebste Back- und Kochutensilien. Daher musste heute schnelle Stärkung her. Süß mit Salz. Das passt immer, sage ich als Liebhaberin von Hackbraten mit heißen Kirschen. Daher heute karamellisierte Äpfelchen zu Würstchen und Nussnougatbrot zu Bergkäsebelag.



Was hat euch über den Tag hinweg gestärkt? Verratet es uns bei Facebook unter unserem Post oder im Kommentarfeld der bewundernswerten Umzugsbewältigerin und Lieblingsorteaufspürerin Katrin.

Donnerstag, 12. April 2012

ERINNERUNGEN

Eine kurze Woche, wie schön. In Gedanken bin ich noch ein wenig bei Muschelflecken, Treibholzbruch, gerührtem Mango-Pampelmusen-Sorbet aus der alten Maschine und dickwandigen Schokoladenfiguren.


Der Abstecher auf dem Rückweg führte in das bezaubernde Städtchen Gent, welches trotz dicken Regentropfen immer wieder verlockte, in die nass beklecksten Kopfsteinpflastergässchen abzubiegen. Schön ist es dort. Zwei Kärtchen durften mit. Simon Says, ein kleines Eckcafé und gleichzeitig Bed & Breakfast mit einladender Auslage und herrlich leichtem Käsekuchen auf Spekulatiusboden sowie schmackhaftem Koffie verkeerd. Ein Stöberbesuch bei Dille & Kamille war auch noch Pflicht und es wanderten neben Karamellkugeln und Kirschbonbons noch ein kleiner Mörser und eine Minitarteletteform in das Körbchen. Beim nächsten Mal ist mehr Zeit im Gepäck!



Wart ihr schon dort?

Sonntag, 8. April 2012

OSTERN

Osterzeit. Zeit haben. Für Familie, ausgiebiges Essen, den Nordseestrand und belgische Köstlichkeiten. Entgegen aller Ankündigungen scheint die Sonne und zaubert erste Sommersprossen.



Ich hoffe, ihr genießt gerade genauso sehr!

Donnerstag, 5. April 2012

BÄRLAUCHBUTTER

Bärlauch. Immer wieder. Kombiniert mit Limette, die zu allem passt, was grün ist. Von Erbse, bis Spinat, bis grüne Chilli. In weiche Butter mit Parmesanspänen gerollt und zum Abschluss erneut ins Grün gedrückt. Die Rolle schmeckt prima auf frischem dunklen Brot, zu Fleisch, zu Ofenkartoffeln, in gegarten Fladenbrotstücken, und und und.



Bärlauch-Limetten-Parmesan-Butter
(für 125 g Butter)

30 g gehackte Bärlauchblätter
125 g weiche Butter
1 Limette (davon die geriebene Schale und 1 TL Saft)
1 EL grob geriebener Parmesan
Salz zum Abschmecken

Alle Zutaten mischen, die Butter zu einer Rolle formen und in Pergamentpapier gewickelt oder abgedeckt kühl stellen und wieder fester werden lassen. Wer nicht alles direkt verbrauchen möchte, friert einen Teil ein und freut sich auf das nächste Grillfest.

Ich wünsche euch ganz wunderbare Ostern. Habt eine feine Zeit!


P.S. Danke für eure Resonanz zum letzten Sonntag! Wer an den Ostertagen etwas Köstliches zaubert, darf sein Süß am Sonntag, Montag oder (auch für die Genießer mit viel Zeit) am Dienstag bei Nina im Blog abgeben bzw. als Kommentar mit Link unter den passenden Facebook-Post einreichen. Ihr seht, das Prozedere bleibt, nur das Pinnen entfällt.
Der reale Sonntagsmoment zählt: an der gedeckten Tafel, mit Freunden und Familie, mit guten Gedanken, Löffel, Gabel oder Klebefingern. Lasst es euch schmecken. Wenn wir einige von euch angesteckt haben, dieses süße Vergnügen wieder stärker zu zelebrieren und zu beleben, ist es genau das, was uns von Herzen freut*

Sonntag, 1. April 2012

RICHTUNGSWECHSEL

Ihr Süßen, wir drei Sonntagssüß-Initiatorinnen haben Neuigkeiten für euch:

Stopp - es geht jetzt woanders lang! Das Sonntagssüß nimmt ab nächster Woche einen kleinen Richtungswechsel vor. Manchmal ist es wichtig, eine neue Spur zu befahren. Eine neue Landschaft, neue Eindrücke, neue Impulse - und dabei: sich selber treu bleiben. Vor 57 Sonntagen haben wir eine Idee geboren, von der wir nicht wussten, wohin sie uns tragen wird. Haben wir den Gedanken gefasst, dem Sonntag ein süßes Gesicht zu schenken. Nach 57 Sonntagen können wir sagen: Wow - es hat uns mehr als überrascht. Ihr habt uns mehr als überrascht. Habt mit uns gesüßt, geteilt, Genuss zelebriert - und wir haben sonntäglich die weiße Tischdecke ausgerollt und eine Köstlichkeitentafel auf Pinterest gedeckt. Bis auf 170 Kreationen habt ihr uns hochgesüßt. Eine beeindruckende Zahl - doch bei aller Liebe futtert eine solche Tafel auch ihre Zeit. Weil wir diese nun gerne wieder dem Sonntag und der Idee zurückgeben möchten, haben wir uns dazu entschieden, die Pinterest-Tafel in die Sonntagsruhe zu schicken.

Wir werden stattdessen den süßen Gedanken zu Facebook auf unsere "Fanseite" verlagern. Dort wird es weiterhin einen "Sammelbeitrag" geben, unter dem ihr euer Süß, als Kommentar abgeben könnt. Wir werden die eingereichten Beiträge allerdings nicht mehr in der bisherigen Form moderieren. Dadurch, dass sich aber alle Süß-Beiträge gebündelt und mit kleiner Foto-Vorschau unter unserem Post befinden, habt ihr weiterhin eine schöne Übersicht der sonntagssüßen Kreationen. Wer nicht bei Facebook ist, den möchten wir nicht ausschließen: Wer Lust hat, kann dem jeweiligen Hauptakteur in Sachen Sonntagssüß nach wie vor gerne im Kommentarfeld des jeweiligen Blogs einen Link zum Süß hinterlassen. Übrigens: Die vergangenen Sonntage können natürlich unendlich rückgeblickt werden - 3733 Köstlichkeiten wollen schließlich erst einmal nachgebacken werden, oder?

Kurz erwähnt sei noch: Hinter den Kulissen stehen wir natürlich nicht still. Wir haben uns als persönliches Dreiersüß gefunden, und als dieses tragen wir viele Ideen auf dem gedanklichen Tortenheber mit uns herum. Wir krümeln und grübeln. Öffnen und schließen die Ofentür, spinnen Zuckerfäden im Kopf. Sobald sich das Süß - in welcher weiteren Form auch immer - fassen lässt, lassen wir es euch wissen. Vielleicht habt ihr Lust, uns Adresspost an sonntagssuess@googlemail.com zu schicken, damit wir euch im Fall der Fälle alle Neuigkeiten genüsslich auf dem Präsentierteller servieren können. 

Wir wünschen uns, dass die Idee so stark ist, dass sie bleibt und sich immer weiterträgt. Das Sonntagssüß ist uns eine absolute Herzensangelegenheit aus den für uns wunderbaren Bausteinen Genuss, Beisammensein und einem kleinen Alltags-Aus-Augenblick mit dem süßen Bissen im Mund.

Hoch soll er leben, der Sonntag.

Heute wird also ein letztes Mal auf Pinterest gesammelt. Wie versüßt ihr euch den Sonntag?
Ich hatte das wunderbare Vergnügen mein Süß gemeinsam mit einer uns Dreien sehr ans Herz gewachsenen Person herzustellen, die uns auch beim Sonntagssüß immer wieder mit ehrlichen und so köstlich aussehenden Beiträgen überrascht hat.


Susanne und ich haben ein Blaubeer-Minz-Sorbet getüftelt, gerührt, gekostet und geknippst. Ein Nachmittag mit ganz wunderbaren Nuancen, die mich sehr gefreut haben. Die große Sorbetportion kommt heute am Nachmittag in die Schälchen und ein Blick in den Eisschrank macht immer wieder Gänsehaut bei dieser Farbe, an der man sich nicht satt sehen mag!

NACHTRAG: Ihr Lieben, auch wenn es vermutet wird, es ist kein Aprilscherz! Und wer unseren Text genau liest, erkennt auch die Wege für Nicht-Facebooker, die wir keineswegs ausschließen möchten. Um es mit Ninas treffenden Worten zu sagen: "Unsere Fanseite dort ist eine öffentliche Seite, die auch von Nicht-Facebook Nutzern eingesehen werden kann. Allein der Tischservice auf Pinterest entfällt, ihr müsst quasi ein bisschen >mithelfen< in der Küche. Denn nach wie vor könnt ihr gerne euren Link zum >Süß< bei der jeweiligen Gastgeberin im Kommentarfeld hinterlassen und die anderen Köstlichkeiten natürlich dort auch einsehen!" Wir freuen uns über jeden, der weiter dabei ist und den sonntagssüßen Gedanken weiterträgt!