Sonntag, 23. Dezember 2012

WEIHNACHT

Die Nähmaschine rattert, die Musik wirft ein paar Synkopen in den Raum, dazu wiegen sich die Äste vor dem Fenster. In die letzten selbstgemachten Geschenke mischen sich gute Gedanken an die Personen, die die nächsten Tage auspacken dürfen. Das Einpacken ist für mich immer wieder das Schönste. Der kostbare Schleifen- und Raschelpapier-Fundus wird auf dem Boden angeordnet, Papier bedruckt und gefaltet. Das dicke Packpapier schmeichelt winkeligen Inhalten, rotweißer Zwirn hält Äste in Schach.

Geschenke einpacken mit Scherenschnitt und goldenen Schneeflocken - mat&mi
Einpackideen für Weihnachtsgeschenke von matundmi
selbstgemachter Strohstern matundmi
 

Ich wünsche euch von Herzen ein fröhliches und unbeschwertes Weihnachtsfest. Haltet sie gut fest, die wertvollen Stunden mit euren Lieben. Lasst euch die Weihnachtsköstlichkeiten schmecken, kommt zur Ruhe und lasst es angemessen ausklingen, das so schnell endende Jahr.

Danke für eure Wünsche, Worte, digital und auf Papier. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Immer wieder. Das sind Herzerwärmer, Ansporner und Glücklichmacher in einem. Das bedeutet mir viel und ich freu mich sehr auf ein neues Jahr mit euch!
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Bis bald *
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Freitag, 21. Dezember 2012

TANNEN

Die Bäume werden geschmückt, durch die Stadt kutschiert oder im Wald bewundert. Derzeit hängen die dicken Regentropfen schwer an den Zweigen. Vielleicht kommt er noch, der Schnee. Hier im Warmen bilden einzelne Äste kleine Bäumchen und ich freu mich auf den großen Lichterglanz in anderen Stuben.

Für ein paar essbare Tischbäumchen benötigt ihr schnittfestes Gemüse mit einem ansehnlichen Durchmesser. Auch einen Keksausstecher und ein Brett, um die Formen rauszudrücken. Die Gemüsebäumchen lassen sich herrlich schmücken. Mit gerösteten Brotkrümelchen, gehackten Nüssen, Schnittlauchlametta oder Rosmarinnadeln. Hier ist meine Variation für süße Kartoffeltannen.



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Süßkartoffeltannen mit Bergkäse und gehobelten Mandeln

(für 8-10 Tannen)

1 große Süßkartoffel
2 EL Rapsöl
1/4 TL gemischte Gewürze nach Wahl (z.B. eine leckere Currymischung)
2 EL geriebenen Bergkäse
2 EL gehobelte Mandeln
Etwas Meersalz zum Bestreuen

Die Süßkartoffel schälen und in dicke Scheiben schneiden. Den Plätzchenausstecher auf der Scheibe platzieren, ein kleines Brettchen darauf legen und mit beiden Händen Druck auf Brettchen ausüben, so dass sich der Ausstecher durch die Süßkartoffel schneidet.

Die ausgeschnittenen Tannen auf ein Blech mit Backpapier legen. Das Öl mit den Gewürzen verrühren und die Bäumchenoberfläche damit einpinseln. Den Käse verteilen und ein paar gehobelte Mandeln abschließend darüber streuen.

Bei 175°C Umluft etwa 10 Minuten backen, falls nötig kurz auf Küchenkrepp drücken, mit ein paar Meersalzkrümeln garnieren und sofort servieren.

Variante: Sterne, Monde, Herzen. Alles schmeckt!

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Noch dreimal schlafen!

Donnerstag, 20. Dezember 2012

VORFREUDE & BESCHÄFTIGUNG

Ich mag dieses weihnachtsvorfreudige emsig sein. Auf dem Boden zwischen Papieren, Nadel, Faden und Klebeunterlagen sitzen, dazu Musik, langsam gebrühter Kaffee und die letzten Plätzchenkrümel. Das Keksebacken war in diesem Jahr nicht so meins, das Kosten dafür umso mehr. Und wer wie ich in den besonderen Genuss einer liebevoll gebackenen Panettone aus richtigem Sauerteig kommt, der ist dankbar und verliebt. In Genuss und Freundschaft.

Ich koste es aus, die Zeit und die freien Tage mit Schönem zu füllen, abzuschalten und durch die kleinen viel ruhigeren Seitengassen mit den Fachgeschäften zu schlendern. Die frühe Dunkelheit mit Kerzenschein und Süßkartoffelduft zu versöhnen und als Stärkung halbe gefüllte Bratäpfel in die Form zu betten. Ich mag Besuch, der Frankfurter Kranz mitbringt und kleine Hackbällchen, die wie Juwelen aussehen. Und die Farbe vom angesetzten Himbeeressig. Der geht ganz einfach: guten weißen Essig im Verhältnis 5:1 mit TK-Himbeeren und Gewürzen nach Wahl in einem sauberen Glas mischen und verschlossen mehrere Tage an einem dunklen und kühlen Ort ziehen lassen. Das Glas immer mal wieder umdrehen, so dass sich alles gut mischt. Abschließend filtern und verschenken oder selbst behalten.



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Hackbällchen mit Feta, Bulgur und Granat

(für ca. 30 Stück - schmecken warm oder kalt)

60 g feiner Bulgur
300 g frisches Bio-Hack nach Wahl
1 TL Semmelbrösel
4 gehackte Blätter frische Minze
gehackte Blätter von einem kleinen Bund glatter Petersilie
Salz und Pfeffer zum Würzen
1 Prise Kreuzkümmelpulver
ausgelöste Kerne eines Granatapfels
200 g Feta
60 g Joghurt

Den Bulgur in eine Tasse geben, mit kaltem Wasser bedecken und 10 Minuten ausquellen lassen. Falls die Körner noch zu hart sind, ein wenig Wasser hinzugeben und ein weiteres Mal quellen lassen.

In einer Schüssel das Hack mit dem Bulgur, den Semmelbröseln, der zerkleinerten Minze und den gehackten Petersilienblättern mischen. Die Gewürze hinzugeben und ordentlich verkneten. Kugeln mit einem Durchmesser von 3 cm formen und je einen Granatapfelkern in die Mitte drücken. Anschließend die Hackmasse außen herum gut verschließen. Die Kugeln nebeneinander gelagert über Nacht einfrieren. Die restlichen Granatapfelkerne für die Dekoration am Folgetag gekühlt aufbewahren.

Am nächsten Tag die Kugeln mit Hilfe eines Dämpfeinsatzes oder eines Siebs in einen Topf stellen, dessen Boden nur etwas mit Wasser bedeckt ist, damit es nicht durch die Löcher des Einsatzes oder des Siebs hindurch gelangen kann. Den Topf zugedeckt erhitzen und die Kugeln bei niedriger Temperatur etwa 15 Minuten dämpfen.

In der Zwischenzeit den zerbröselten Feta mit dem Joghurt zu einer glatten Sauce mixen. Die Kugeln mit Sauce und Kernen verzieren.

Variante:  Die Hackbällchen schmecken auch lecker, wenn man sie im Ofen knusprig brät. Dazu müssen sie vorher nicht eingefroren werden. Wer mag drückt auch einen Teil des Feta als Füllung in die Kugeln.

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Wie füllt ihr eure Vorweihnachtstage?

Montag, 17. Dezember 2012

TRADITION

Vor drei Jahren begannen wir mit einer kleinen Tradition. Am dritten Adventssonntag laden wir Freunde zu einem ausgedehnten Winterspaziergang mit anschließendem Punsch und Plätzchengenuss zu uns ein. Immer wieder schön, immer wieder eine ordentliche Portion Genuss und Amüsement in wertvolle Stunden gepackt.
Genau so soll er sein, der Advent. Fröhlich und zufrieden stimmend. Abschiedstänzchen zu Mitternachtspizza, Musik zu Apfelkerzen, Wintersonne auf Tannengrün und gemütliches Bücherblättern zu Sirupkeks.



Habt ihr auch eine Tradition?

Samstag, 8. Dezember 2012

ZEIT & SOUVENIR

Jetzt fühlt es sich nach Winter an. Und ein bisschen nach Weihnachten. Es kommt mir vor, als sei es dieses Jahr in der Stadt nicht so grell beleuchtet, statt dessen viel Grün und kleine Lichter. Das mag ich. Geschenke aussuchen, herstellen, zusammenstellen. Mit ein bisschen Ruhe und Finderglück macht es großen Spaß und so wächst alles Tag für Tag bis zum Weihnachtsfest zusammen. Zeit unterwegs, draußen, am Tisch und heute ein richtiger Adventsnachmittag mit Bratapfel, Plätzchenblechen, der ersten Aschenbrödelrunde und einem Wiedersehen mit einer lieben Freundin, die Weihnachten dann im warmen Australien verbringen wird. So darf sich der Advent noch weiter dehnen, denn die Genießerzeit ist wirklich schön.

Neues entdecken. Eine für mich neue Entdeckung, das Konzept von Souvenir Frankfurt. Spannende Produkte zu und aus Frankfurt werden mit passender Geschichte verpackt und verkauft. Kein typischer Kitsch sondern wirklich schöne Ideen und somit auch eine perfekte Geschenkefundstelle für Lokalpatrioten und Hessen-Vermisser.


Ein grüne Sauce Samen-Set, ein schön gestalteter lokaler Einkaufsführer, die Bembelweihnachtskugel

Für diejenigen, die schon eifrig an der Weihnachtstafel planen, habe ich eine weitere Beilage für euch zusammengestellt, die einfach geht und richtig lecker schmeckt.



 

Rote Bete Taler mit Ziegenkäse, Apfel, Speck und Honig

(Für acht Taler)

2 frische rote Bete
1 großer Apfel
4 dicke Ziegenfrischkäsetaler oder 8 Scheiben einer Ziegenkäserolle
8 Streifen Bio-Bacon
2 TL Honig
grobes Meersalz

Die rote Bete einzeln in Alufolie wickeln, in eine feuerfeste Form setzen und bei 200°C Umluft eine Stunde im Ofen garen. Abkühlen lassen und schälen. Dann in 8 Scheiben schneiden und auf ein Blech mit Backpapier legen.

Vom ungeschälten Apfel das Kerngehäuse entfernen und ebenfalls in 8 Scheiben schneiden und auf die Bete legen.

Wenn ihr die dicken Frischkäsescheiben verwendet, diese längs durchschneiden und auf den Apfel legen, ansonsten die 8 Scheiben auf die Taler verteilen.

Speck um jeden Taler wickeln und bi 175° Umluft etwa 10 Minuten backen, bis der Speck knusprig wird. Die noch warmen Taler mit Honig beträufeln und etwas Salz mit den Fingern über die Kreise zerreiben.

Die Taler schmecken am besten warm. Sie schmecken auch ohne Speck oder mit einem Blätterteigkreis als Fundament.

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Und wer noch eine Geschenkidee sucht: wir verkaufen ein Canon Weitwinkelobjektiv mit Festbrennweite (28mm f/2.8, ohne Bildstabilisator). Bei Interesse schickt mir eine Mail.


Habt einen schönen Wintertag!


Dienstag, 4. Dezember 2012

BERBERITZE

Die Berberitze lernte ich als Kind kennen. Sie war süßsaurer rötlicher Farbtupfer in einem aromatischen Safranreis einer armenischen Freundin meiner Mutter. Bis heute ist dieser Geschmack ganz schnell gedanklich wieder hergezaubert. Auch, seit dem mir beim Gewürzhändler die getrockneten roten Beeren, die auch als Sauerdorn oder Essigbeere bekannt sind, unerwartet in die Hände fielen.

So inspirierten sie mich als Ergänzung zum Karamellgeschmack für die Bonbons in der diesjährigen artig & fein Ausgabe. Dann machte ich mich auf die Suche nach dem Reisrezept. Man findet einige, der Reis ist auch als Sereschk Polo bekannt. Am Ende wurde ich im Rezeptbuch meiner Mama fündig, denn die Freundin war so gut, ihr vor vielen Jahren das Rezept aufzuschreiben. Ich teile es gern mit euch und der buttrige Reis mit den karamellisierten Berberitzen ist eine wunderbare Beilage für eine reich gedeckte Tafel mit Hack- oder Kichererbsenbällchen, gebratenem Gemüse, Geflügel oder Fisch. Auch wenn die Beeren bei meinem Versuch die rote Farbe verloren. Gibt es einen Trick?

 

Berberitzenreis

1/2 TL Safranfäden
3 EL und 1 TL Zucker
50 g getrocknete Berberitzen  
1 EL Rapsöl
1/2 EL Butter
250 g Reis

Safran und  einen Teelöffel Zucker im Mörser zermahlen, dann in einem Glas (z.B. Marmeladenglas), welches zur Hälfte mit gekochtem Wasser gefüllt ist, auflösen und 15 Minuten ziehen lassen. 

Die Berberitzen in einem Sieb waschen und abtropfen lassen, mit dem Öl und dem Safranwasser in einem Topf köcheln lassen, bis das Wasser verdampft ist. Dabei nach und nach die 3 EL Zucker untermengen, so dass die weichen Beeren leicht karamellisieren. Währenddessen den Reis in reichlich Wasser 10 Minuten kochen und dann abgießen. 

Die Butter in einem Topf schmelzen und die Hälfte  in ein Schüsselchen mit 150 ml Wasser gießen. In der restlichen Topfbutter den halben Reis, dann die Berberitzen und dann den restlichen Reis schichten und mit einem Kochlöffelstiel mehrere Dampflöcher hineinstechen. Die Wasser-Buttermischung in die Löcher gießen und den Reis mit einem Handtuch zwischen dem Deckel 10-15 fertig garen. Leicht mischen und warm servieren. 

Wem diese Variante zu süß ist, kann mit Salz und Gemüsebrühe zum Dämpfen noch mehr herzhaften Geschmack hineinbringen. 

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Ich mag Reis mit Frucht, bis auf Rosine oder getrocknete Feige. Meine Oma machte immer in Currypulver gebratene Dosenananasstückchen zum Reis, noch eine Erinnerung, die allein beim Niederschreiben schon wieder auf der Zunge liegt. Was kommt in deinen Reis?

Sonntag, 2. Dezember 2012

GOLD.PAPER.TALK

Das erste Kerzlein brennt. Der Sonntagssüß-Adventskalender hat die ersten Türchen offen und Erste durfte ich auch bei Marleen sein, die mir kürzlich eine sympathische und schöne Mail zu ihrem neuen Blog-Projekt Gold.Paper.Talk schickte.


Marleen ist Hamburgerin und gelernte Modejournalistin - ungelernte Bäckerin, Beobachterin, Magazinliebhaberin und Lebenstraumvorantreiberin. Sie liebt das Gedruckte und schaut wehmütig auf die seltenen schönen Magazine zwischen austauschbaren, vollbepackten und die breite Masse ansprechenden Zeitschriften, die die Regale füllen. Als Blogleserin fiel ihr auf, dass gerade Blogger, die sich offensichtlich großzügig durch Bildschirmkost ernähren, einen ebenso inspirativen Bezug zu Print-Magazinen pflegen, wie zu Onlineangeboten. Dies machte sie neugierig und daher bloggt sie nun selbst über ihre Freude an der Ästhetik rund um das Thema Papier und möchte dabei auch wissen, was Menschen lesen, warum und wo sie das tun. Sie möchte Geschichten über eine Lieblingspostkarte oder einen archivierten Brief finden. Eine Handschrift sehen. Etwas sehr persönliches und gleichzeitig faszinierendes.

Ich durfte ihr passend zum Thema einige Fragen beantworten, was mir großen Spaß gemacht hat und ich bin sehr gespannt, was und wen ich in nächster Zeit bei ihr im Blog entdecken darf!