Montag, 30. Dezember 2013

ZWISCHEN DEN JAHREN

Ich mag die Zeit zwischen den Jahren. Sie ist ruhig und gelassen, alles wird ein wenig gedehnt. Lange an der Kaffeetafel sitzen, sich mit alten Freunden treffen, ausschlafen, spazieren und kochen.

Zwischen den Jahren blicke ich still zurück und neugierig nach vorne. Für mich persönlich war 2013 ein wirklich schönes und lebendiges Jahr. Umso gespannter bin ich, wie es wohl weiter gehen mag. Neues und Bewährtes in Gedanken und im Herzen nehme ich mit.

Dienstag, 24. Dezember 2013

FROHES FEST

Habt es schön, habt es gemütlich, habt es gut! Habt Zeit für einander, genießt fröhliche Tafelrunden, beobachtet die Freude der Beschenkten, macht einen Schlafanzugtag, fühlt euch festlich, seid laut und leise und plündert die Weihnachtsteller.


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Danke für die vielen besonderen Wünsche, mich auf verschiedenen Wegen erreicht haben!


Samstag, 21. Dezember 2013

DREIFACH

Zwei tolle Damen haben mir zum Jahresende jeweils ein Thema an die Hand gegeben. Fee stellte mich für ihre immer wieder toll zu lesende Glücksreihe vor die herausfordernde Frage, was mich glücklich macht.



Marleen schickte mir mit Hilfe von Frederick die Wortkombination für ihre kleine bezaubernde 20||13-Ausstellung: "Cinnamon Nature".



Es hat mir viel Freude gemacht, die Beiträge zu erstellen. Auf der Suche nach ein paar passenden Schälchen für meinen Glücksbeitrag stieß ich auf den feinen Webshop von Studio Oink und stellte fest, dass die Macher in der gleichen Stadt wohnen wie ich. Beim Päckchenabholen lernte ich Lea und Matthias kennen und das war wieder so ein kleiner Glücksmoment für mich!

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Heute also dreifach froh! Und immer wieder über die überraschenden und spannenden Begegnunen, Kommentare und geteilten Momente. Dafür bin ich sehr sehr dankbar!

Donnerstag, 19. Dezember 2013

SAURE BROMBEEREN

Weihnachtsferien. Den Tag mit schönen Dingen füllen. Die Hälfte wieder von der Liste streichen, damit es auch schön bleibt. Weniger ist mehr. Stollenerstlingsversuche oder andere wagemutige Küchenexperimente sind auch noch in anderen Jahren spannend. Ich mache es mir dieses Jahr einfach und genieße doppelt.

Weil er im letzten Jahr bereits so gut gelang und wirklich schnell und unkompliziert herzustellen ist, bleibt ein selbstgemachter Fruchtessig auf der Liste stehen, denn Weihnachtsmitbringsel aus der Küche sind was feines. Und Essig braucht jeder. Ein Alltagshelfer, der nicht wie andere exotische Gläschen oder bräunliche Chutneymischungen im hinteren Teil des Küchenschrankes aus den Augen verloren wird.



Donnerstag, 12. Dezember 2013

WEIHNACHTSZETTEL

Emsig schwirren die Wintermäntel durch die Gassen. Vollbepackt. Gehetzten oder auch beschwingt bepunschten Schrittes. Wahlloses Zugreifen wird genau so beobachtet wie liebevolles Auswählen und Vergleichen. Verkäuferinnen lächeln und verzweifeln. Große und kleine Taten. Ich bleibe stehen und beobachte. Manchmal erstaunt, wie schnell mich eine Situation rühren kann. Weihnachtsgefühl sammele ich diesen Advent vor allem draußen und unterwegs. Im Warmen machen mich die Kerzlein glücklich. Und die guten Momente, ganz in Ruhe.


Freitag, 29. November 2013

EINE NEUE HILDA

Der November hat es vorgezogen, an mir vorbeizuhasten. Und mich mit dem undankbaren Gefühl zurückzulassen, nicht Schritt halten zu können. Vetrösten und verschieben. Ich wäre ein guter Winterschläfer. So hilft es mir am Ende mal kurz anzuhalten. Zu schauen, was zählt. Überblicken und Raum schaffen. Den Schreibtisch komplett leer räumen. Das Küchenregal neu sortieren. Atmen können. Freie Fläche schaffen, damit sich der Blick ausruhen darf und sich Ideen formen können. Verkaufen und verschenken. Lösungen finden für die Dinge, die man gerne hat, die einen aber zu lange vorwurfsvoll anschauen. Puh, fast geschafft. Aufgeräumt sein im wahrsten Sinn.

Nach der ganzen Wegpackerei nehme mir nun erst recht eine gemütliche, vorfeudige und fröhliche Adventszeit vor. Mit Bratapfeltextur und Plätzchenglanz. Adventskalender, Kranz, Zweige und geschnittene Flocken gibt es noch nicht. Einfach nach und nach.

Heute lohnt es sich aber erst mal eine große Kanne Tee aufzusetzen, sich gemütlich hinzusetzen und das erste zarte Weihnachtskribbeln im Bauch zu begrüßen und genießen. Denn Isa hat die kleine Hilda-Runde aus dem letzten Jahr zusammengerufen und vergrößert, damit wieder so ein schöner Plätzchenschatz entsteht.

Ich freue mich sehr neben Katharina von Katharina kocht, Juliane von Schöner Tag noch, Christina von Feines Gemüse, Kathi von deck doch schon mal den tisch, Julia von chestnut & sage, Micha von Salzkorn (grain de sel) und Daniela von flowers on my plate Teil der zweiten Hilda-Ausgabe zu sein. Danke Isas Briefingtalent und ihrer gestalterischen Liebe zum Detail steht dem Zutatenlistenschreiben und Backfreundezusammentrommeln nichts mehr im Weg.



Mittwoch, 20. November 2013

STREICHEN

Das Novembergrau streicht durch die Gegend und Gemüter. Ich streiche mit. Seit einigen Wochen die melancholischen Cellosaiten, nach zehn Jahren Geigenpause. Neues lernen, Neues machen. So auch das erste Quittengelee. Genau richtig für die dunklen Butterbrote. Schmackhaftes Streichen. Dabei streiche ich langsam zu lange Listen durch und bald kürzere Haarsträhnen hinters Ohr. Die Weihnachtslichter kommen näher. Der arme Herbst darf kaum verweilen. Geschenke werden auch gestrichen, zum größten Teil. Hasten und Eilen gegen gemeinsames Verweilen eingetauscht. Dazu Dosen und Gläser mit Küchenschätzen. Morgen wird als erste Tat grüne, gelbe, rosarote und orangene Zitrusschale selbst kandiert. Gebäckzutaten. Gar nicht leckeres Kästchenzitronat könnt ihr also getrost von der Einkaufsliste streichen! Bei künstlichkirschrotzuckrigklebend drücke ich aus geschmacksverbündetem Verständnis gern ein Auge zu ;)

Und schrubbt schon mal die Backbleche, eine neue Hilda-Ausgabe macht sich derzeit für den Novemberausklang blätterfein!


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Streichen wir gemeinsam?

Mittwoch, 13. November 2013

ZUCKER ZIEHEN

Nach ihrem Schwedenurlaub im Sommer überreichte mir meine Freundin Vroni ein Knistertütchen mit gestreiften Pfefferminzbonbons. Sie erzählte begeistert von ihrem Besuch im Zuckerstangen-Ort Gränna und wie sie dort eifrigen Kindern beim Stangen fabrizieren zusah. Am liebsten hätte sie gleich mitgeholfen. Ob man Zuckerstangen auch zu Hause machen kann? Gute Frage. Wir haben es letztes Wochenende einfach ausprobiert.
Das Resultat: eine kleine Brandblase bei mir, identische Druckblasen an unseren vier Daumen, Muskelkater, mehr als drei Bleche voll mit Bonbons und Stangen, Pfefferminzluft, ein paar gemerkte Kniffe für das nächste Mal und eine Portion kribbelige Freude darüber, dass aus dieser heiß gekochten Zuckermasse tatsächlich festklebrige Süßigkeiten geworden sind, auch wenn die erste Fuhre doch ein wenig an Barbie-Gliedmaße erinnerte.

Samstag, 9. November 2013

ES DUFTET UND SCHMECKT IN MÜNCHEN: TISCH & THYMIAN

Stell dir vor, du entdeckst einen alten Garten, einen charmanten Hinterhof oder ein altes Industriegebäude, in der Mitte dieser schönen Orte steht ein langer Tisch, der zum Essen einlädt. Nach einem kurzen Moment realisierst du, dass dort viele interessante Menschen sitzen - sich unterhalten, lachen und gemeinsam essen - einfach eine gute Zeit zusammen verbringen. Du näherst dich. Die Luft ist erfüllt mit dem Geruch von Thymian und frisch gekochtem Essen.


Was ist das – fragst du dich?

All das ist Tisch & Thymian, ins Leben gerufen von fünf kreativen Menschen, die eine Leidenschaft für gutes Essen teilen, die es lieben neue Menschen kennenzulernen und es genießen für dich in München ein wundervolles Vier-Gänge-Dinner mit saisonalem Geschmack und tollem Wein zu kreieren.

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Unheimlich neugierig und mich nach München sehnend, wollte ich noch viel mehr über dieses schöne Konzept erfahren. Auch, weil die von mir sehr geschätzte Stepanini dort mit an Bord ist, die immer wieder schöne textliche und fotografische Andeutungen zu Tisch & Thymian in ihrem Blog streute.

Mittwoch, 6. November 2013

GEDECK

Ich mag es, wenn Menschen loslegen. Und weiter machen. Eine zweite Ausgabe zum Beispiel. Mit kulinarischem Schwerpunkt. Mit Sätzen, die man sich am liebsten an die Küchenwand hängen würde. Sätze, die man Fremden in der Bahn vorlesen und zeigen möchte, um ihnen das erste Lächeln des Tages zu entlocken. Sätze, die wie Schokoladenpudding schmecken, den man frischgekocht direkt aus dem Topf probieren darf. Wort und Bild zusammengetragen von verschiedenen Bekannten und Unbekannten. Gesammelt und aufbereitet von drei entzückenden Machern. Linas Lockenkopf war mir bereits zuvor einmal begegnet und sehr sympathisch in Erinnerung geblieben. Anselm und Sophie standen kürzlich gemeinsam mit ihr strahlend hinter einem kleinen Tisch auf dem Zinefest in Berlin. Sie stachen dort heraus. Nicht nur mit dem so liebevoll zusammengestellten und produzierten Heimat Zine. Eine schöne Begegnung. Echt!


Samstag, 2. November 2013

LEER GEFEGT

Gut Ding will Weile haben. Zum Einzug vor fünf Jahren wurde uns versprochen, dass der Balkon "bald gemacht wird". Der Abfluss sitzt leider nicht an der tiefsten Stelle und somit besteht ein Drittel der Fläche aus einer Pfütze. Über die Fliesenfarbe tröstete mich irgendwann der grün angelaufene aber auch leider ungesunde Wandbelag hinweg, der oft dankbarer Fotohintergrund war. Jetzt ist der Balkon leer geräumt und sieht ohne Kästen und Kübel gleich viel größer aus. Wie oft haben wir hier gesessen, gelesen, Backgammon gespielt. Wie oft mussten wir unser Frühstück vor den Wespen retten, wie oft hab ich vergessen, die Kästen zu gießen. Ich sage Adieu zu alledem, denn das Gerüst steht schon bereit und ab Montag wird er neu gemacht. Ganz neu. Mal sehen, wie mir das gefällt. Und mal sehen, wie oft ich mich erschrecke, wenn da plötzlich Menschen vor dem Fenster hantieren.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

HERBSTGESAMMELTES

An dieser Stelle ist es leiser geworden. Im Tagtäglichen dagegen eher schallend und überdurchschnittlich entscheidungsfreudig. Die Sommererholung wurde flugs von herbstlichen Neuanfängen durcheinandergewirbelt. Turbulent und berührend. Der Herbstzettel dabei immer wieder in Bearbeitung. Und eine Kastanie hab ich jetzt auch.

Nach der Nordspanienreise und dem vielen Auswärtsspeisen, wird die Küchenzeit nun doppelt und dreifach genossen. Im frühen Dunkel bei vom Wasserdampf beschlagenen Küchenfenstern, dazu die kleine Lampe mit dem Drehschirm angeknippst. Zubereitung von Zwetschgen im Speck oder Ragout, Salbeibutter, Polenta mit Steinpilzen und extra viel Petersilie, Quittentarte, ofengetrockneten Tomaten mit Pinienkernen, Bergkäse und Nudeln, Ziegenbutterkaramell oder herzhafter Tarte Tatin. Wenn sich die Aromen köstlich mit den vom Tag erzählenden Worten mischen und die Teller nach einem kurzen zufriedenen Innehalten eine letzte bedachte Umdrehung aus der Salzmühle abbekommen, danach - Achtung heiß! - an die liebgewonnenen Positionen auf dem Tisch balanciert und zurechtgerückt werden, dazu ein Prost und ein ehrliches Lächeln, dann ist es gerade genau das, was ganz schön dankbar und lebensfroh macht.



Der Mann hat sein Fotografiestudium begonnen. Nach einer Dekade auf Bürostuhlrollen.

Dienstag, 8. Oktober 2013

HERBSTZETTEL

Ich hoffe auf einen goldenen, nicht zu verregneten. Auf einen gemütlichen und herzlichen, einen erlebnisreichen und suppenwarmen. Einen nicht zu schnell von der Weihnacht vertriebenen und nicht zu schniefnasigen, einen nach Muskat, Vanille und Zimt schmeckenden Herbst.

Fast jedes Wochenende öffnen wir seit Wochen ein oder zwei Gläser der Sommermarmeladen. Die Aromenfarben reichen von Kirsch-Holunder, Aprikosen-Lavendel, Erdbeer mit und ohne Cassis, Himbeer-Kirsch über Sauerkirsch-Heidelbeer, Brombeer mit und ohne weißen Pfirsich bis zur Mirabelle. Das Marmeladekochen in Dreigläserportionen, eine nicht geplante neue Sommerliebe. Bis auf den selbsgestreuselten Kuchen, kann der Sommerzettel zufrieden abgehakt werden. Ich knickse besonders tief zum Abschied, denn die warmen Monate waren wirklich wirklich gut!

Samstag, 5. Oktober 2013

GEFUNDEN!

Am 19. September fanden wir den Sommer. In Nordspanien. Genauer gesagt im Örtchen El Pito. Die ungeplante Reise, auf der wir nur mit faltbaren alten Straßenkarten, Wegbeschilderungen, Wetterprognosen und Empfehlungen navigierten, führte uns durch die Schweiz nach Frankreich und dann nach Kantabrien, Asturien und Galizien und wieder zurück mit Schlenkern durch das Baskenland und Aragonien. Das endgültige Sommeradieu in den spanischen Pyrenäen. Im Rücksack Sommerkleid, Wanderschuh, Strohhut, Wollpullover, Badesachen, Schal. Alles durfte mal zum Einsatz kommen.

Ich schätze diese Art des Reisens. Sehr! Sich überraschen lassen, bleiben oder weiterziehen. Sich zurecht finden, Unterkünfte suchen, immer wieder. Um die Ecken schauen und Entscheidungen treffen dürfen und müssen. Manchmal ganz schön flott, bevor die Ausfahrt nur noch im Rückspiegel zu sehen ist. Neue Gerichte kennenlernen, an vielen Tischen sitzen. Picknick an den wilden nahezu menschenleeren Stränden und Streifzüge in kleinen nebensaisonverschlafenenen Dörfchen. Süßes Frühstück, die Pfirsichmarmelade als Erkennungsmerkmal. Draußen essen, spät am Abend. Bäckereiauslagen bestaunen. Der Kaffee überall schmackhaft und stark. Merken, wie gut man es eigentlich hat. Beobachten, wie Menschen leben und arbeiten. Feststellen, dass man manche Orte sofort lieb gewinnt und sich andere nicht ganz erschließen lassen. Sich manchmal fremd aber viel öfter willkommen fühlen. Ein Lächeln wird überall verstanden.

Sonntag, 15. September 2013

REISEGEDANKEN

Jeder Reise ist anders besonders, je nach Route, Begleitung, Gedankengepäck und Wetterspiel. Immer gleich geht es mir jedoch, wenn ich auf diesen Streifzügen in einem besonderen Café einkehre, einen schönen Stöberladen entdecke oder etwas Köstliches auf dem Teller habe. Ich greife nicht zur Kamera. Auch nicht an den schönsten Orten. Ich bin zu höflich, zu zurückhaltend und ehrfürchtig und zu sehr beschäftigt, alle Sinne auf dieses Erlebnis auszurichten. Genuss. Ohne schnelles wackeliges Kameraklickklack und Fotos, die diesem persönlichen Erlebnis nie nahe genug kommen würden. Die den Personen, die alles so liebevoll aufgebaut und zusammengestellt haben, nicht gerecht werden. Etwas anderes ist ein gemeinsam geplantes Festhalten, dann haben beide Seiten etwas davon. Dann geht es aber nicht mehr um einmaliges ein persönliches Momentgefühl. Genauso ist es mit Konzerten. Momente ohne unnötige Ablenkung selbst erleben, denn jeder wird sie anders beschreiben und ein bestimmtes Gefühl und Erlebnis daran knüpfen. Irgendwie beruhigend.


Donnerstag, 12. September 2013

FEIN GESCHNITTEN - ORDENTLICH GEKNÜLLT

Nach einer längeren Backpause, weil die Früchte lieber in den Marmeladentopf plumsten, wurde aus einem grundlegenden Strudelgedankengang ein plötzliches Backmuldenexperiment. Knusperteig, Aprikosenpfirsiche und ein großer Klecks aus gequollem Gries mit Zucker, Butter und aufgeschlagenem Ei, ergänzen sich ganz prächtig. Der Zwetschge könnte das auch gefallen. Ein ganz schönes Lameng-Rezept, beim nächsten Mal notier ich für euch mit!




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Meine Marmeladenkochfreundin Etta James wurde währenddessen im Küchenradio von einem melancholischen schönstimmigen Immerwiederliebling abgelöst.

Zu den letzten Krümeln bestätigendes Nicken, denn so ist es mit der Küchentherapie.

Dienstag, 10. September 2013

UNTERWEGS IN ROTTERDAM

Von unserem Wasserturmquartier aus erkundeten wir die Gegend. Gar nicht weit: Rotterdam. Nicht unbedingt eine oberflächliche Schönheit, aber irgendwie sympathisch und echt. Ein abwechslungsreiches Straßenbild mit Platz für viele Beobachtungen und interessante Charaktere. In der Kamera eine Rolle Film und das begleitende Sichselbstertappen, wenn man anfangs nach dem Auslösen konditioniert  und erwartungsvoll auf die Kamerarückseite blickt.



Hier ist es besonders schön:

Freitag, 6. September 2013

VILLA AUGUSTUS

Ein großes Danke für die schönen Worte und Glückwünsche. Herzklopfen!
Mit guten Gedanken denke ich auch an unsere kleine Reise nach Holland zurück. Nina kramte für mich in ihrer Schatzsammlung der besonderen Orte und Susanne bestätigte mir die Wahl mit einem: unbedingt! Also wurde es ein Zimmer im einmaligen ehemaligen Wasserturm mit seinen blühenden und großzügig angelegten Themengärten, der Sonnenterrasse mit den Zitrusbäumchen, dem ausladenden Restaurant mit großen und kleinen Tischen und Leseecke.

In der Villa Augustus wird saisonal gekocht und die Speisekarte vor allem von der reichen Ernte der Gartenbeete, der Beerensträucher und der Obstbäume diktiert. Große und kleine Teller. Gerichte aus dem Holzofen oder der offenen Küche. Viele Aromenerinnerungen habe ich mit nach Hause genommen und den Geschmack der köstlichsten frischen Kartoffelfritten mit Rosmarin und Knoblauch, die ich bisher essen durfte. Unvergessen auch die Auberginenpizza, meine geliebten Krabbenkroketten und das Sandwich mit dem kurz gebratenen Thunfisch und den scharfen Gurken. Die Textur vom köstlich frischen hellen Sauerteigbrot und Nachspeisen wie Brombeercrumble und Sorbet von roten Johannisbeeren. Das Frühstückbüffet tauschten wir schnell gegen das kleine Marktfrühstück an der zentralen Tafel mitten im angrenzenden Café. Dort hat man sowohl die Backstube als auch den kleinen Gemüseladen und die bunten Stöberregale im Blick. Ein guter Platz, ein guter Ort!



Samstag, 31. August 2013

ETAPPENWEISE I

Den Anfang finden. Wenn das Mittendrin schon längst passiert ist. Zusammen wachsen. Der Blick nach vorne verrät, dass so manches ungewiss, aber eine Sache außer Frage steht. Für jeden Einzelnen plötzlich die innerlich nickende Bestätigung und damit Halt für Gedanken und Herz. Gerade dann, wenn vieles im Umbruch scheint. Miteinander. Die einmalige Frage in den Bergen. Nach einer dicken Scheibe gebratener Polenta. Doch unerwartet und so treffend. Gemeinsam sein wollen. Bis man runzelig ist und einen Apfelbaum hat. Herzklopfen. Ein neues Gefühl am Finger.

Die Etappen ziehen sich durch unsere persönliche Zeit. Nicht alles sofort. Stück für Stück. Entdecken, genießen und halten. Bedacht, aber dann konsequent. Wachsen und achten. Perspektiven ändern, unterstützen, beschützen, gönnen und zelebrieren. Auf die eigene Art, die sich über die Zeit gefestigt hat. Auf die man sich besinnt, egal, wie es manch Anderer anders macht. Im eigenen Tritt und Tempo.

Sonntag, 18. August 2013

SOMMERSCHEMA

Das Farbschema des Sommers ändert sich zusehends. Die Töne der Beeren und Blumen werden dunkler, das Wetterspiel vielfältiger, die Ernte noch reicher. Das Brombeersammeln lässt mich an meine Oma denken und an ihre karierten Marmeladendeckel. Mit Kratzer auf den Armen rühre ich als Andenken ihre und meine liebste Marmeladenfarbe. Allerdings mit Kern.

Ich dachte vorher, dass die Sommerküche vor allem zahlreiche Eiskreationen und üppig belegte Obsttartelettes hervorbringen wird, stattdessen kullern die frischen Beeren direkt über Joghurt, Eierkuchenteig und Salat, die eingekochten Früchte bestreichen dunkles saftiges Brot und der Zwetschgenstreusel kommt vom kleinen Stadtbäcker. Alles ein wenig anders als gedacht aber genau so ganz wunderbar! Dazu Bohnengemüse und geschwenkte Kartoffeln, Handkäse in Apfelessig mit Musik, Zucchini in allen Formen und Farben, Biergartenkrautsalat, Jostabeeren, Girlandenbastelei, Bergpäckchen, stundenlange nichtendensollende Tischgespräche und ein neu sortiertes Bücherregal für Herbstabende. Aber noch ist es nicht soweit, also wird weiter genossen, Sonne gesammelt und ausgeflügelt. Als Stärkung murmelgroße Mirabellen, köstlich! Sie wären sicher auch ein feiner Kern für Ninas Marillenknödel, in deren Teig sich wunderbarerweise Polenta eingerieselt hat. Danach habe ich gesucht!

Sonntag, 11. August 2013

AUBERGINENSCHMAUS

Ein kleines Tischmahl mit spätsommerlichen Zutaten habe ich für euch zusammengestellt.


Allerdings nicht hier, sondern im Rahmen der Augenschmaus-Reihe bei kwerfeldein. Viel Vergnügen und einen herrlichen Sonntag!

Mittwoch, 7. August 2013

GRÜNE KNÖPFCHEN

Noch bevor ich sie richtig ins Erntekörbchen legen konnte, wusste ich bereits, dass sie etwas einwickeln sollen. Spinatblätter halb so groß wie eine Hand. Saftig grün. In heißes Wasser getunkt nicht mehr störrisch. So ummanteln sie Aromenschätze. Die Regenpfützen machen Hunger nach einer ordentlich dampfenden Schüssel Ramen. Getupft mit kleinen grünen Knöpfchen.

Samstag, 3. August 2013

AUSKOSTEN

Das Sommeralbum ist um weitere Erlebnisse und Eindrücke reicher. Farbenfrohes Schüsselessen, Rasten und Reisen. Zeit anhalten bei drei Sommerfestschwestern, berührender Gastfreundschaft und einem nachklingenden Werkstattbesuch, bei dem ich aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Das Klicken der analogen Kamera, Flohmarkt bis in die Dunkelheit hinein, ein Park voller Kerzen, das Hitzetempo finden und Kannen mit lauwarmem Minztee.

Die Saison wird ausgekostet wie noch nie. Im wahrsten Sinne. Marillenknödel, gelbe Zucchinisuppe, Beeren in allen Farben, Kirschen in allen Aromen, Hörnchen mit frischer Marmelade, Salate aus rohen Raspeln, Schokoladenriegeltankstelleneis, Kullerpfirsiche, Brokkolipizza, Polentaknöderl mit Ziegenrahm und Tomatensalat mit Koriandergrün. Bald gibt es Gartenbohnen und noch mehr Mangold. Im Kühlen erholsames und inspirierendes Kochbuchblättern, dabei das Rezept für schwarze Walnüsse wiederentdeckt. Katja sendete mir famoserweise eine große Portion der benötigten grünen Kugeln, ich hätte früher dran denken müssen. Im Inneren bildete sich bereits die harte Schale. Also wird es ein Projekt fürs nächste Jahr.


Die Fudgedreiecke entdeckte ich als Olivenöl-Brownie-Stückchen im Eis bei Izy. Ich sah sie und ging auf direktem Weg in die Küche, es ging gar nicht anders. Portionsangaben und Verhältnisse schraubte ich in die passende Richtung für eine 18 cm Springform oder eine kleine Auflaufform. Sie sind wirklich schnell gemacht, perfekt aus der Hand fürs Freiluftkino oder zur neu entdeckten Lieblingsserie. Wer lieber liest, der schaut beim neuen Herzprojekt von Alma vorbei: Printe!

Schokoladen-Fudge-Brownies mit Olivenöl
180 g Mehl (wer hat, greift zum 550er)
40 g Kakao
150 g brauner Zucker
1 Prise Salz
4 EL Olivenöl
5 EL Naturjoghurt
2 Eiweiß
4 EL Wasser

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen und eine Mulde in der Mitte formen. Eiweiß, Joghurt, Öl und Wasser kurz verquirlen und in die Mulde gießen. Mit einem Löffel alles zu einem glatten nassen Teig verrühren. Einen Bogen Backpapier zusammenknüllen, wieder auseinander falten und die Backform damit auskleiden. Den Teig hineinfüllen und mit einem angefeuchtetem Teigschaber möglichst eben streichen. Bei 175°C Umluft 10-12 Minuten backen, innen sollte das Backwerk noch ein wenig feucht sein. Abkühlen lassen und in kleine Stücke schneiden.

Ein Schuss Espresso schmeckt sicher auch gut im Teig.

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Drittes Foto: Die Sommerkarten-Kollektion "Got Talent" -  Things the jury says on Britain´s Got Talent von wsake

Montag, 29. Juli 2013

PICKNICK MIT HILDA

Picknick. Geht ganz groß und klein, mit Vielen oder ganz mit sich allein. Vergnügen und Zelebrieren. Speisen zusammentragen und teilen, die Getränke im Bach kühlen, nach dem Essen eine Partie Boule und bei Anbruch der Dunkelheit die Decke wieder Eck auf Eck verstauen oder die Lampions in die Zweige hängen. Picknickorte sammele ich, überall. Nah und fern, geheim und bekannt. Der Ort und die Gesellschaft tragen so viel zur Atmosphäre bei. Ich erinnere mich gern an Picknickpartien auf Parkwiesen, in Zugabteilen, auf dem Wohnzimmerboden bei Regen und Gewitter, auf Tischtennisplatten, am Meer mit Horizontblick oder in den Bergen mit Panoramaaussicht. Der Baumkronenblick aus der Wiesenrückenlage ist mein Favorit.

Wenn nichts klebt, aufwändig gekühlt werden muss, stark krümelt oder schwer zu transportieren ist, sind Picknickspeisen meine liebsten. Picknickgerichte dürfen ruhig ein wenig besonders sein und Abwechslung auf die Teller bringen. Nudel- und Kartoffelsalate haben längst ihre Spezialisten mit Geheimrezepten gefunden, ich kann nur empfehlen, neue Aromen und Zutaten in die Runden zu bringen, das tut allen gut.

Zu einem schönen Picknickfest gehört auch schönes Tischgeschirr. Picknickabfall in Form von Papp- oder Plastiktellern sieht man leider viel zu oft, dabei findet wiederverwendbares Geschirr und Besteck in jedem Körbchen Platz. Wer nicht die schweren guten Porzellanteller auf dem Gepäckträger transportieren möchte, findet mittlerweile einige hübsche Alternativen. Zum Beispiel Geschirr aus Mais, Palmblättern, Bambus oder Zucker.

Ich habe meinen Picknickkorb für euch mit Trink- und Essbarem sowie den passenden Rezepten bestückt, die anderen Körbchen werden von Katharina, Juliane, Christina und Isa gefüllt, denn die Plätzchenhilda feiert in unseren Blogs Sommerfest mit Picknick!

Mittwoch, 17. Juli 2013

EIN BISSCHEN UND EIN BISSCHEN

Bekannte und unbekannte Klänge im Innenhof einer alten Fabrik zur tief stehenden Sonne, Gartennachmittagshängemattenschaukeln, Tausend und eine Nacht in den Büffet-Schüsselchen, süße Aprikosen vom Grill, die größte Umarmung der Welt, Lindenblütenkleber, ausgedrückte Cassisbeeren im Küchensieb, Hafenlampions, Liegengebliebenes. Neben dem Sommergenuss schwingt ganz leise Wehmut mit. Wie jeden Sommer. Der halbe Monat so schnell um, die Früchte so plötzlich reif, die Blumen so rasch verblüht. Noch ein bisschen auskosten und festhalten. Nur noch ein kleines bisschen. Und dann noch ein großes bisschen.

Freitag, 12. Juli 2013

GEFRORENER KUCHEN

Der eisgekühlte Erdbeerkuchen ließ einige von euch nach dem Rezept fragen. Das verrate ich euch gern. Eigentlich gibt es gar nicht viel aufzuschreiben, denn ihr bestimmt die Zusammensetzung und die Farbwahl letztendlich selbst. Ihr sucht aus, welche Krümel den Boden ausmachen (Kekse, Kerne, karamellisierte Nüsse, Knusper, Schokolade), wählt Obst und Aromen eurer Wahl, die daraufhin püriert werden. Ihr bestimmt, ob das Fruchtmus mit Quark, griechischem Joghurt, Sahne oder Vanilleeismasse gemischt wird und wieviel Zucker oder Honig hinein dürfen. Immer gleich: erst wird der Boden in eine Springform oder in Förmchen mit herausdrückbarem Boden verteilt, dann streicht ihr die Fruchtmasse in die Form und friert sie mehrere Stunden ein.
Für eine Springform mit einem Durchmesser von 18 cm sind 200 g zerkrümelte Kekse gut. Nehmt ihr nur Kekse, so helfen ein paar Esslöffel gebräunte Butter, die Krümel beisammen zu halten. 500 g Quark reicht dann bis zum Rand.

Donnerstag, 11. Juli 2013

SONNTAGSTAFEL

Erdbeererntedank und Beerensaisoneröffnung. Ein festliches Sonntagssüß. Sechs gefüllte Gläser, Geschichten über die Eigenarten der Großmütter und auf den Tellern Keksbodenknusper mit eisgekühltem Quark und saftige Schokoladenküchlein mit Beerensauer. Eine Momentaufnahme für das Sommerbilderbuch.

Freitag, 5. Juli 2013

KIRSCH-HOLUNDER

Geschmacksverbindungen. Im Leben, im Topf. Etwas, das mich immer wieder fasziniert. Texturen, Farben, Aromen. Die Symbiose finde ich oft im Eis wieder. Gutes Eis, leider eine Seltenheit. Ähnlich geht es mir mit der Marmelade oder Konfi, wie Tine es immer so schön sagt. Oft zu süß, zu stückig, übertrieben exotisch oder übertrieben einfallslos. Aber es gibt Hoffnung. Eine Marmeladenköchin und ihr kleines Kellerregal haben mich einst verzaubert. Samtige Texturen und Sommerfarben in kleinen italienischen Gläschen mit Miniaturetiketten. Ihren Rat, es mit den Zuckerverhältnissen nicht ganz so genau zu nehmen, nahm ich mir zu Herzen. Mein Marmeladenvorrat ist aufgebraucht, Nachschub habe ich nun selbst gekocht. Eine neue Art des Kombinierens, Farbschemendenkens und achtsamen Rührens. Die Verbindung zum Eismachen vorhanden. Ihre Konfitüren sind nicht nachahmbar, sie schmecken einmalig, die persönliche Note klar erkennbar. Nun suche ich nach meiner. Ein Anfang ist gemacht, dunkel-köstlich!


Montag, 1. Juli 2013

SOMMERZETTEL

Pünktlich zum Ersten setzt der Sommer wieder ein. Das morgendliche Aufstehen fällt leichter, die Obstsorten reifen zusehends, Brotzeit zwischen duftenden Tomatenpflanzen und Schwalbenflug lässt die Balkontüren und die Gedanken aufwehen, ein längst fälliger Abendbesuch bei meiner 93 jährigen Nachbarin wird mit einer kleinen feinen Elstersage belohnt.

Auf meinem Frühlingszettel kann ich zufrieden folgendes verbuchen:

Donnerstag, 27. Juni 2013

KIRSCHEN ESSEN

Dieses Jahr ist kein gutes Erdbeerjahr. Fad und das Rot eine Nuance zu hell. So ist das manchmal. Dieses Jahr ist dafür ein ganz wunderbar soziales Jahr. Auch wenn ich manchmal gern für mich bin, freue ich mich derzeit sehr über Freundschaft und Austausch auf allen Wegen und Kanälen. Lachen, Gemeinsamkeiten, um Hilfe bitten, Alltag miterleben, geheime Orte betreten dürfen, Autobahngespräche. Kirschkernspucken macht mit anderen auch mehr Spaß. Und die Kirschen sind ganz herrlich, dieses Jahr!

Klein geschnitten und ofengewärmt häufen sie sich auf dem Schnittlauchgitter des Ziegenkäses, als Marmelade lassen sie die Vinaigrette erröten. Dazu geröstete Apfel-Rosinen-Stuten-Streifen. So passt es!


Donnerstag, 20. Juni 2013

GEDRUCKT

Schön, das eigene Werk schwarz auf weiß zu sehen. Schön, sich nicht allein zu freuen. Blättern und umknicken. Grüne Butter. Im März gemischt, als der Bärlauch noch schwer aufzutreiben war. Nun sommerlich abgedruckt, ist er "schon wieder durch" für dieses Jahr, so der Kräutermann vom Markt bereits vor einigen Wochen. Falls die Tiefkühltruhe oder ein Glas mit Öl keine Bärlauchreserven an den Tag bringen, so kann man ihn getrost ersetzen. Mit Schnitt(knob)lauch oder Frühlingszwiebelgrün. Es geht auch ohne ihn, dann bleibt beim klein geschnittenen Kräutersträußchen nur die Melisse in großzügiger Menge, gern auch mit Zitronenaroma.

Jolie 07/2013 - S. 160

Freitag, 14. Juni 2013

PASTA

Am liebsten mag ich das im Unterarm ziehende Rühren mit dem Holzlöffel, das kraftvolle Kneten mit den Händen, das nie ganz gleichmäßige Ausrollen mit dem Rundholz. Ich halte gerne die Zutaten und die Küchenhelfer ohne Schnur in der Hand. Aber manchmal gibt es trotzdem nützliche Helferlein, wie den Pürierstab für Suppen, Säfte und Saucen, den Handmixer fürs Eiweiß, die Eismaschine für eine bessere Konsistenz.
Ein weiterers geliehenes Küchenwerkzeug hat bereits zum zweiten Mal aus einer platt gedrückten Kugel dünne Platten und Streifen gewalkt. Ich musste nur Kurbeln und die Bahnen mit den Händen lenken, fertig. Köstliche Pastafeste seh ich vor mir. Wie bei so vielen Dingen gibt es zahlreiche Geheimrezepte, weitergeflüsterte Mengenverhältnisse und unzählige Kniffe und Anleitungen für Formen und Farben. Schleifchen sind bald dran, Teigvariationen auch. Farbversuche sowieso. Den Anfang machte für mich ein Teig mit einer einfach zu merkenden Formel. Kein Grieß, kein Eiertrennen, dafür Sprenkel. Ich konnte es nicht lassen.


Montag, 10. Juni 2013

AUF DEN MOMENT

Holterdipolter. Ja, ein bisschen so fühlt es sich an. Der bekannte Takt, der sich oft unbeirrt und punktgenau durch den Alltag klopft, hat feine abwechslungsreiche Zwischentöne bekommen. Ein neues Muster, eine neue Farbe, ein neuer Geschmack. Es geht voran, los ziehen, gar nicht erst müde und gemütlich werden. Zufälliges, Gewünschtes, Gefundenes, Ungeahntes, Entschiedenes und mit leichtem Herzen Ausgesprochenes. Jeden Tag sieht es da draußen anders aus. Immer wieder entzückt, vor allem von den über Nacht blühenden grünen Zweigen, die es so eilig haben sich endlich zufrieden in den Sommerbrisen zu wiegen. Holterdipolter. Genau so schnell kann dieses Gefühl wieder abschwächen oder zum Nächsten ziehen. Aber jetzt gerade ist es einfach gut.

Donnerstag, 30. Mai 2013

DOLDENLILA WIRD SIRUPROT

Gerade noch rechtzeitig fiel mir vor einiger Zeit beim Anblick der schweren und duftenden Fliederzweige ein, dass man daraus köstlichen Sirup kochen kann. Machen statt reden und sich nicht ärgern müssen, dass man etwas verpasst hat. Das gilt für so vieles. Während man mit feingefühligen Fingerspitzen die zarten Blüten von den bitter schmeckenden grünen Enden zupft, kann man sich in den passenden Gedankenschleifen verlieren. Und sich an so manchen persönlichen Vorsatz erinnern. Mit ein wenig Geduld, denn der Sirup muss ein paar Tage ziehen, kann man dann am Ende des Tages den halbvollen Inhalt im (Gedanken-)Glas ein wenig rosa färben.


Montag, 27. Mai 2013

TON IN TON

Ich gewöhne mich nur schwer an das Regengrau, auch wenn ich nicht darüber schimpfen möchte. Bringt ja nichts. Tropf tropf plitsch platsch. Bekannte Töne. Statt picknickend und Federball spielend den Parkvergnügungen nachzugehen, verbringe ich die Zeit mit Regentätigkeiten und warte sehnsüchtig auf die ersten roten süßen Feld-Erdbeeren.


So wird gelesen und geträumt, besonders gut mit dem kleinen feinen Heimat-Zine. Die hölzernen Küchenhelfer bekommen eine kleine und längst überfällige Öl-Kur, die im Stapel wiedergefundenen Bergblumen aus dem letzten Sommerurlaub vervollständigen die Blümchentapete. Die Lampions werden über den Esstisch gespannt, ein bisschen Gartenlaubenatmosphäre zur Brotzeit mit Handkäse und frischen Hefeschnecken. Dazu klingt die Platte von Ólafur Arnalds, dessen wunderbares Konzert für mich leider ausfallen musste. Schniefnase. Schon wieder. Auch daran gewöhne ich mich nur schwer.

Huschikalt ist es auch, dieses treffende Wort lernte ich bei Caro. Dann helfen oft nur noch Gedanken an schöne Orte mit Sonnenschein. Inspiration liefert Svenja.

Wie vertreibt ihr das Grau?

Freitag, 24. Mai 2013

SCHLECHTWETTERESSEN

Das zurückliegende Pfingstwochenende war ein gutes. Ein ruhiges und unaufregendes. Manch einem wäre das zu öde, ich fand es außerordentlich wunderbar. Keine großen Pläne und Verabredungen, die wenigen Sonnenstunden im Garten und auf dem Balkon verbracht und die Regenstunden mit Schallplatten-Orchestern und dampfenden Tellern gefüllt. Ein bisschen eigenbrödlern und ein bisschen durchatmen. Wir hatten ungewöhnlich viel Zeit und Ruhe zum Kochen. Deftiges Schlechtwetteressen. Kartoffeltarte, Bärlauchsuppe, Krautsalat, Tomaten-Kufteh, Polentaschnitten, Sauerteigbrote, Sirup, Pasta mit Spargel und Croutons. Wir tauschten die Plätze von Sofa und Esstisch. Manchmal reichen bereits die kleinen Stellschrauben damit Neues entsteht.

Zur Kartoffeltarte, die eine Art Kartoffelgratin in mürben Teig hüllt, inspirierte uns das schon oft erwähnte Buch Alpenküche, aus dem wir auch die Suppe und den Krautsalat machten. Bisher gelang wirklich alles aus dem Buch und es bleibt daher unser unangefochtener Favorit auf dem Bücherstapel.


Kartoffeltarte - eine Mischung aus Flouzon und Schweizer Cholera-Tarte

600 g Kartoffeln
1 Apfel
2 Knoblauchzehen
200 ml Milch
200 ml Sahne
2-3 EL geriebener Parmesan oder Bergkäse
Salz, Pfeffer und geriebene Muskatnuss zum Abschmecken
180 g kalte Butter, gewürfelt
300 g Mehl

Die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Den Apfel entkernen, halbieren und ebenfalls fein schneiden. Den Knoblauch fein hacken. Alles in eine Schüssel geben. Die Milch und die Sahne verrühren und kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat  abschmecken und über die Kartoffelscheiben gießen, bis sie bedeckt sind. Mindestens eine Stunde ziehen lassen.

In der Zwischenzeit mit kühlen Händen aus der Butter, dem Mehl, 6 Esslöffeln Wasser und einer Prise Salz rasch einen Mürbeteig kneten, zu einer Kugel formen, flach drücken und in Folie eingeschlagen 30 Minuten kühl stellen.

Eine Quicheform buttern, zwei Drittel des Teiges ausrollen und die Form damit auskleiden. Den restlichen Teig ebenfalls rund ausrollen. Die Kartoffelmischung in die Form gießen, mit dem Käse bestreuen und den zweiten Teigkreis als Deckel auf die Form legen. Überstehende Enden etwas abschneiden und den Rest als Rand eindrücken. Bei 160 °C Umluft in der Ofenmitte 50-60 Minuten goldbraun backen. Am besten schiebt man ein weiteres Blech eine Schiene tiefer, falls die Mischung etwas tropfen sollte.

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Die Spargelnudeln waren eine Zufallskreation, übergossen mit zerlassener Bärlauchbutter eine neue Leibspeise! Dazu kocht man Pasta nach Wahl und gart grünen klein geschnittenen Spargel bissfest. Altbackenes Roggenbrot wird gewürfelt ohne Öl kross gebräunt und eine dicke Scheibe zerlassender Butter mit einer ordentlichen Hand voll gehacktem Bärlauchgrün gemischt. In den tiefen Teller dann erst die Nudeln, dann den Spargel, dann die Brotwürfel, dann Salzflocken und Parmesan schichten. Mit der Butter übergießen, fertig.


Und euer Schlechtwetteressen?