Freitag, 8. März 2013

LOSLEGEN

Es fühlt sich anders an. 2013 bringt Husten, drückende Gedanken und lässt das innere Rumpelstilzchen ganz schön zetern. Wo sind all die guten Pläne hin? Wo ist der Antrieb, wo die Gelegenheit, wo der nächste Schritt? Was behält man für sich, was schiebt man weg, was geht man an, was will man eigentlich nochmal?

Erkenntnisse sammeln. Symbolisch noch mal das Heft neu aufschlagen, alles auf Anfang. Aber das ist Trugschluss. Also sich selbst ein Herz fassen und jetzt loslegen. Immer wieder. Denn der Feind ist ja eigentlich "nur" dieses Männchen in einem drin. Nicht die anderen und die Ideen, die sie längst umsetzen während man selbst noch nicht mal angefangen hat. Auch wenn man gerne die Verantwortung dafür, dass es nicht so wie am Schnürchen läuft, abgeben möchte.

Den Anfang finden. Das schönste symbolische Loslegen ist für mich tatsächlich das Säen und spätere Ernten. In den nächsten Tagen werde ich die Samentütchen in der Blechdose sichten und sortieren sowie ausrangierte Behälter mit Erde füllen. Inga bereitet bereits mit schönem Wort und Bild die Anzuchtsaison vor. Hier wird es keine großen Mengen, dafür eine kleine feine Auswahl geben. Ackertinien setzt vermutlich aus, aber mit Aussicht auf ein paar ausgeborgte Beete kann das Pflanzen nach den Eisheiligen an anderer Stelle weiter gehen.

Die Gedanken gehen um. Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, da finde ich ehrliche Worte wie bei Happy Yolks und Marleen mehr als erfrischend. Zu viel betrachtete Inszenierung ist doch auch nichts. In gewissen ablenkenden Portionen aber ab und zu sehr schön. Wie viel man davon möchte, kann man auch nur selbst entscheiden.

Fragen stellen. Es gab so viele Fragen nach dem Brotrezept. Der Mann wird es noch formulieren, da er der Hauptbäcker und Hüter der Sauerteigformeln ist. Bis dahin zeige ich euch meinen immer wieder gemachten Fladenliebling, wenn das Brot im Hause ausgeht:

 

Fladen mit Gewürz (für 8 Stück)

1/3 Würfel frische Hefe
90 ml lauwarmes Wasser
130 ml lauwarme Milch
300 g Weizenmehl
150 g Vollkornmehl
50 ml Olivenöl 
2 EL schwarzer Sesam
1 EL gerebelter Thymian
1/2 TL Kreuzkümmel
1 EL Sumach
1 TL Schwarzkümmel
1/2 TL Salz

Die Hefe in Wasser und Milch auflösen. Das Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde formen und die Hefemischung hinein gießen. Verkneten und 1 Stunde abgedeckt ruhen lassen.

Die Luft aus dem aufgegangenen Teig heraus kneten, 8 Kugeln formen, rustikal ausrollen und auf einem Blech weitere 20 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 

In der Zwischenzeit den Sesam in einer Pfanne rösten und mit den anderen Gewürzen mischen. Die Fladen mit Öl bepinseln und die Gewürzmischung auf den Fladen verteilen. Etwa 5 Minuten backen und mit einem Dip oder leckerem Salat servieren.

Die Gewürzmischung schmeckt übrigens auch sehr köstlich, wenn man sie neben einem Öl-Schälchen zu anderem leckeren Brot zum Tunken auf den Tisch stellt.
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Und womit legt ihr los?

Kommentare:

  1. Liebe Julie.
    Das ist schön zusammengefasst und treibt mich auch gerade um. Danke auch nochmal für den Link zu Marleen und den ganzen Kommentaren.
    Die Unruhe der letzten Wochen ist gewichen. Macht Platz für andere Gefühle. Nicht eitel Sonnenschein. Dafür mit Abschluß und Mglichkeiten für neue Saat.
    Und ich mache auch mit bei Inga. Neues säen. Und klar Schiff machen. Den Kopf durchpusten.

    Ich wünsche Dir erst einmal ein Wochenende mir vielen schönen Momenten und einem kleinen Tritt fürs Männchen.
    Katja

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  2. Liebe Julie,
    ich lese immer gerne deine Gedanken, weil sie meinen oft so ähnlich sind und daher wie ein Spiegel sind.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende mit (nicht nur eitel) Sonnenschein.
    Liebe Grüße, Christina

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  3. Raus an die Luft, laufen, durchatmen.
    Und vielleicht auch ein bisschen mehr Zeit für sich selbst nehmen.
    Es wird weiter gehen, liebe Julie!

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  4. kreisen diese gedanken nicht in uns allen? ja, loslegen. kleine dinge richtung bewegung sind passiert. wieder mehr radfahren, ein bisschen schwimmen, 15 minuten yoga in der pause - und die nicht neue erkenntnis: was ich gut in den alltag integrieren kann, das schafft es meistens. alles andere bleibt ein einzelfall. aber man darf dann auch nicht frustriert aufgeben, manches braucht halt länger und jeder versuch ist schon ein schritt und muss nicht gleich zur daueraufgabe werden! genieß das leben, das ist das wichtigste, jeden tag!

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  5. machen, einfach machen. wenn es denn so einfach waere ... aber welch gluecksgefuehl wenn sich unbemerkt der tritt einschleicht und auf einmal ein geschaeftiger takt den ton angibt ...

    ich habe heute den tag damit begonnen endlich die aussortierten kartons und kisten in den wagen zu schaffen um sie in folge dann ins sozialkaufhaus zu bringen. das tat gut ...

    als naechstes folgt dein fladenbrot. schon lang bin ich auf der suche nach einem guten rezept ... und ich liebe schwarzkuemmel einfach heiss und innig ... und deine salzigen schoko-kekse warten auch noch auf ihren backgang

    sei herzlichst gegrueßt!

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  6. ach julie,
    aus dem herzen
    nach dem sinn

    so sieht es auch hier aus
    ganz ehrlich

    und es ist leichter nicht immer ein neues heft aufschlagen zu müssen
    manchmal reicht auch eine neue seite
    gegen den eigenen druck

    hier ist es der garten
    und sich entwickelnde pläne

    gedankenschwester...

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  7. 'gut ding will weile haben'
    __wiR haben zeit__

    heRzlichst. käthe.

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  8. Irgendwie kommt mir hier gerade "Wer nie sein Brot mit Tränen aß..." in den Sinn.... Vielleicht sollte man aber umdichten "Wer nie ein solch lecker aussehendes Fladenbrot aß... der sollte es unbedingt mal ausprobieren." :)

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  9. bald legen wir wieder los mit der Planung für unseren Sonnenacker. letztes Jahr waren wir ja zum ersten Mal dabei, dieses Jhr wollen wir aus unseren Erfahrungen lernen und den Anbau optimieren.. :)

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  10. Liebe Julie.
    So wunderbare Worte.
    Ich schwelge.

    Danke.

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  11. Antrieb ist schwierig. Liegt es am Jahr, an den wenigen hellen Stunden im Winter? Ich versuche so viel wie möglich draußen im Garten zu sein, aber es wird immer dunkler, morgen Schnee. Die Planung für den Garten, für meine Arbeit, für meine Fortbildung. Geht, aber das Schnürchen, das alles am Laufen hält, fehlt.
    Schön formuliert, meine Gedanken in Deinem Text.

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  12. Wunderschönes Bild und ein bestimmt noch besseres Rezept. Ich werde dieses Jahr meinen Shop pushen und mit meiner Abschlussarbeit loslegen. Es wird Zeit!

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Ich freue mich über eure Worte!