Freitag, 24. Mai 2013

SCHLECHTWETTERESSEN

Das zurückliegende Pfingstwochenende war ein gutes. Ein ruhiges und unaufregendes. Manch einem wäre das zu öde, ich fand es außerordentlich wunderbar. Keine großen Pläne und Verabredungen, die wenigen Sonnenstunden im Garten und auf dem Balkon verbracht und die Regenstunden mit Schallplatten-Orchestern und dampfenden Tellern gefüllt. Ein bisschen eigenbrödlern und ein bisschen durchatmen. Wir hatten ungewöhnlich viel Zeit und Ruhe zum Kochen. Deftiges Schlechtwetteressen. Kartoffeltarte, Bärlauchsuppe, Krautsalat, Tomaten-Kufteh, Polentaschnitten, Sauerteigbrote, Sirup, Pasta mit Spargel und Croutons. Wir tauschten die Plätze von Sofa und Esstisch. Manchmal reichen bereits die kleinen Stellschrauben damit Neues entsteht.

Zur Kartoffeltarte, die eine Art Kartoffelgratin in mürben Teig hüllt, inspirierte uns das schon oft erwähnte Buch Alpenküche, aus dem wir auch die Suppe und den Krautsalat machten. Bisher gelang wirklich alles aus dem Buch und es bleibt daher unser unangefochtener Favorit auf dem Bücherstapel.


Kartoffeltarte - eine Mischung aus Flouzon und Schweizer Cholera-Tarte

600 g Kartoffeln
1 Apfel
2 Knoblauchzehen
200 ml Milch
200 ml Sahne
2-3 EL geriebener Parmesan oder Bergkäse
Salz, Pfeffer und geriebene Muskatnuss zum Abschmecken
180 g kalte Butter, gewürfelt
300 g Mehl

Die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Den Apfel entkernen, halbieren und ebenfalls fein schneiden. Den Knoblauch fein hacken. Alles in eine Schüssel geben. Die Milch und die Sahne verrühren und kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat  abschmecken und über die Kartoffelscheiben gießen, bis sie bedeckt sind. Mindestens eine Stunde ziehen lassen.

In der Zwischenzeit mit kühlen Händen aus der Butter, dem Mehl, 6 Esslöffeln Wasser und einer Prise Salz rasch einen Mürbeteig kneten, zu einer Kugel formen, flach drücken und in Folie eingeschlagen 30 Minuten kühl stellen.

Eine Quicheform buttern, zwei Drittel des Teiges ausrollen und die Form damit auskleiden. Den restlichen Teig ebenfalls rund ausrollen. Die Kartoffelmischung in die Form gießen, mit dem Käse bestreuen und den zweiten Teigkreis als Deckel auf die Form legen. Überstehende Enden etwas abschneiden und den Rest als Rand eindrücken. Bei 160 °C Umluft in der Ofenmitte 50-60 Minuten goldbraun backen. Am besten schiebt man ein weiteres Blech eine Schiene tiefer, falls die Mischung etwas tropfen sollte.

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Die Spargelnudeln waren eine Zufallskreation, übergossen mit zerlassener Bärlauchbutter eine neue Leibspeise! Dazu kocht man Pasta nach Wahl und gart grünen klein geschnittenen Spargel bissfest. Altbackenes Roggenbrot wird gewürfelt ohne Öl kross gebräunt und eine dicke Scheibe zerlassender Butter mit einer ordentlichen Hand voll gehacktem Bärlauchgrün gemischt. In den tiefen Teller dann erst die Nudeln, dann den Spargel, dann die Brotwürfel, dann Salzflocken und Parmesan schichten. Mit der Butter übergießen, fertig.


Und euer Schlechtwetteressen?
 

Kommentare:

  1. Bei dem Wetter gerne salzig und deftig.
    Gestern Sauerkraut mit Tofuwürstchen, heute dazu Maultaschen.
    Morgen gibt es Tom Ka Gai. Die kann ich fast immer essen. Und Sonntag zum Mittagessen bei Freunden: Spargel, Schnitzel, Kartoffeln, Hollondaise.

    Mach Dir ein kuschliges Wochenende, das Wetter wird wohl bleiben. Kriechkälte.

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    1. du dir auch! kulinarisch klingt es schon mal nach Festmahl!

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  2. Zwei Seelenschmeichler! Wie schön! Danke!
    Ein gemütliches Kuschelwochenende
    Dania

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  3. Oh, das Buch habe ich in meiner wirklich überschaubaren Sammlung auch - gute Anregung, da mal wieder reinzugucken. Geschmolzener Käse etwa ist bei Kälte ein Allheilmittel für mich...

    ... schönes Wochenende...

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    1. ja, manchmal müssen die Bücher ein wenig liegen. Dann ist die Neuentdeckung umso schöner. Der fließende Käse, er kann nur helfen!

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  4. "manchmal Reichen beReits die kleinen stellschRauben damit neues entsteht."

    wie wahR! ein wohltuendeR satz. meRci.

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  5. Oh das Buch kannte ich noch nicht, danke! Hier hat es heute geschneit(!) und wir haben Witze gemacht, ob wir das Fondue-Set wieder hervorholen sollten :)

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    1. tatsächlich schnee? ui. raclette ist hier ein sonntagabend-tatort-liebling. auch bei gutem wetter. mit bergkäse im pfännchen und geröstetem brot. also los los :)

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  6. oh JULIE,

    wenn mich diese hartnäckige magen-darm-grippe endlich wieder verlässt
    (die fahrt nach berlin hat sie schon unmöglich gemacht, mensch!!!)
    dann will ich das alles probieren
    und aber vorallem mein eigenes menü
    der hunger wäre ja da
    aberweiter gehts noch nicht
    :)

    ein weiteres geruhsames wochenende
    sieht so aus
    als würde es wieder schlechtwetteressen mit sich bringen

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    1. ANNA, das ist unfair. so gemein. werd schnell wieder heile und ich hoffe, auch nicht kulinarisches kann ein wenig trösten. ich seh uns noch vor mir vergangenes jahr. und das fußballspiel ;)

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    2. da musste ich heute auch erinnernd denken - manches wiederholt sich zumindest im kopf :) werdet gesund ihr beiden!

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  7. warme kartoffeln in diversen varianten
    aus dem ofen mit schnittlachquark am liebsten

    gratin eigentlich nur im winter
    aber wenn es so chic in quicheform daherkommt
    wird die kartoffeltarte auch hier schnell in den ofen geschoben.

    sonst: viel spargel
    im pfannkuchen mit parmesan (und schinken für ihn)
    mit kirschtomaten, pinienkernen und gnocchi
    dazu auch parmesan

    und dein rezept lässt mich gleich den kochlöffel schwingen :)


    hab ein feines wochenende!

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    1. alma, du auch. mit gin, musik und tanzenden löffeln!

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  8. Das klingt beides großartig. Genau nach meinem Geschmack.
    Ich mag Suppen bei schlechtem Wetter.

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Ich freue mich über eure Worte!