Sonntag, 24. Februar 2013

ZUFRIEDEN SEIN

Damit wir es nicht vergessen, schmückt es nun als Schriftzug unsere Wand:

 

Passend dazu durfte der Freitag mit Spätabendrösti ausklingen. Dafür werden rohe Kartoffeln gerieben und in kleine Kreise auf das Backblech gedrückt. Ein paar Öl- und Salzsprenkel oben drauf, dann 30 Minuten bei 160°C Umluft backen, danach weitere 10 bei 140°C. Herrlich mit einem großen Klacks Apfelmus. Dazu den fantastischen Mr. Fox bewundert. Das macht warm im Bauch.

Zufrieden machte auch das vierte eigene Brot. Und das Beobachten von Teeblüten. Sanftmütig stimmender Jasmin zum Aus- und Umsortieren. Platz schaffen, manchmal kann schon ein einzelner Stapel Hürden aufbauen. Auch den Gedanken.
Schön, auch unerwartet neue Bücherschätze aus einem gefüllten Bücherschrank am Straßenrand zu ziehen. Die Krankenstation wieder neu eröffnen zu müssen wirft dann wieder zurück. Ein auf und ab.



Das mit der Zufriedenheit ist so eine Sache. Aber darum hängen ja jetzt die Buchstaben in meinem Blick.

Und ihr, zufrieden?


Für ablenkende Bildbetrachtungen, kann ich euch noch diese drei für den gemütlichen Sonntagnachmittag empfehlen:
  • New York Public Library zeigt mehr als 800.000 digitalisierte alte Druck- und Fotowerke, niedrigauflösend auch für den privaten Gebrauch kostenlos zum herunterladen. Allein die Pflanzenzeichnungen sind einen Blick wert!
  • Auf alleskino.de findet man eine wachsende legale Auswahl deutscher Spiel- und Dokumentarfilme, die für das Kino produziert wurden. Man kann sich die Filme als Stream für 48 Stunden für 1-5€ leihen. 
  • Kirschblüten - Hanami in der Arte-Mediathek

Sonntag, 17. Februar 2013

VERZICHT

Viele nutzen die Fastenzeit um zu verzichten. Auf schlechte Gewohnheiten, Süßes oder unnötigen Konsum. Im Büro bleibt das Bonbonglas bis Ostern leer. Also schließe ich mich einfach an, auch ohne religiöse Gründe. Kein Süß unter der Woche (das Wochenende bleibt genussvoll und süß), auch kein Fleisch. Und ansonsten auch kein kulinarischer Quatsch. Zusätzlich kein Raum für Ängste, schlechte Gedanken oder Trübsal. Der Mann mit dunklem Umhang, der gerade gemeinsam mit seinem besten Grippe-Kumpel durch die Lande zieht und schippchenweise Unmut, Unbehagen und Unzufriedenheit streut, kann getrost das Weite suchen. Ich machs mir schön. Mit Wachsblumen und Postkastenfreuden.



Doro versendet nicht nur handgeschriebene Lieblingsbriefe sondern nähte auch überraschend und eifrig wunderschöne Wende-Untersetzer aus heute schmidt Textil. Katrin schickte köstlich selbstgemachte Müsliriegel zu der neuen Gartenlektüre, die sich bereits nach ersten Seiten als Text- und Wissensschatz entpuppt. Und die zu Doros Farbschmema passende schöne Schwalbenkarte von Held&Lykke. So schließt sich der Kreis. Danke Danke.


Und ihr? Verzicht oder Genuss? Die, die es wirklich ernst meinen, können sich mal in Katharinas zuckerfrei-Projekt einlesen; sehr informativ und auch ganz schön konsequent. Und bei Fee las ich heute, dass Lina die Zeit nutzt und täglich etwas Unangenehmes oder Vorsichhergeschobenes tut. Das finde ich sehr nachahmenswert. Nachahmenswert auch dieses Gefühl und Verständnis für alle, die das gerade ausgiebig tun!


Freitag, 15. Februar 2013

WINTERGESPRÄCH

Warum schimpfen? Kalter Wind wirbelt neue Flocken um die Lichtkreise der Laternen. Frost bedeckt die Fenster und der dicke Schal wird eine Runde fester gewickelt. Den bunten Tulpensträußen schenke ich keine Beachtung, den blühenden Quittenzweig kann ich allerdings dann doch nicht stehen lassen. Es ist Winter, weiß gefleckt und ehrlich. Schön so. Gut so. Hört auf zu schimpfen!

Die M i MA-Indre, mit der ich mir vier Buchstaben teile, schimpft trotz Sehnsucht nach Licht und Wärme doch auch nicht so. Mit ihr kann man nämlich prima Wintergespräche führen!
So wie die Schneeflocken in einem bestimmten Muster den Boden betupfen, ist sie für mich ein erkennbarer und mir immer wieder an verschiedenen Stellen begegnender authentischer und tatkräftig erscheinender Lichtblick. Eine Macherin. Indre wirkt so, als mache sie Vieles mit links. Kinder großziehen, einen anspruchsvollen Vollzeit-Job mit viel Elan meistern, ein Kinderbuch schreiben, Diskussionsrunden moderieren und Workshops geben, Themen hinterfragen und Denkanstöße streuen. Souverän stellt sie Farben, Worte und Möbel zusammen. Das imponiert mir sehr!

Indre, magst du den Winter?
Ja. Ich mag den Winter. Sogar sehr – eigentlich. Was heißt ‚eigentlich’? Nun, er ist mir einfach zu ‚übermächtig’. Hier in Berlin beginnt im November und bleibt nicht selten (mit der ein oder anderen Unterbrechung) bis weit in den April hinein. Und Berliner Winter – das bedeutet vor allem: eisiger Ostwind und nicht enden wollenden Grau. Irgendwann helfen auch Kerzenschein, Tee, Musik, schöne Bücher und warme Wolldecken nicht mehr. Die Sehnsucht nach Licht und Wärme wird fast unerträglich. So geht es mir heute. Draußen weht der eisige Ostwind und lässt die Temperatur weit unter den Gefrierpunkt fallen.



Aber – das will ich nicht unerwähnt lassen – der Winter kann auch wunderschön sein in Berlin. Wenn der Schnee noch unberührt und weiß und der Himmel blau ist, verleiht er der Stadt einen Zauber. Ganz still wird sie dann. Sanft und wohlwollend.





Welchen Ort magst du in dieser Jahreszeit besonders gern? Was verbindest du mit ihm?

Am liebsten bin ich im Winter in den Bergen – zwischen reinweißem Schnee und blauem Himmel. Ich sehe mich auf Schneeschuhen durch unberührte weiße Weiten stampfen; in der Luft liegt dieser irgendwie strenge Winterduft – eine Mischung aus feinem Schnee und klirrender Kälte.


Und welches Lied gehört für dich dazu?
Franz Schuberts Winterreise.

Was isst du gerne im Februar? Und welches Essen hast du kürzlich neu entdeckt?
Mmh, esse ich im Februar anders als im Januar oder Dezember? Ich glaube nicht. Allgemein esse ich im Winter ‚deftiger’ als in den wärmeren Jahreszeiten. Eintöpfe, Suppen oder auch Fleischgerichte. Sie helfen gegen die Kälte, die sich manchmal in meinen Körper schleicht und nicht mehr von mir weicht.
Meine kulinarische Neuentdeckung: Branzino vom Grill mit gedünstetem Gemüse und Butterkartoffeln. Gegessen vor 9 Tagen im Palmenhaus in Wien. Köstlich war´s!



Dein liebstes Winterwort?
Schneegestöber

Wann weiß du, dass der Frühling vom Winter ablöst wird und wie sagst du ihm Adieu?
Es ist dieser zartgrüne Duft, der in der Luft liegt. Als würden die Pflanzen aufatmen nach einem langen Winterschlaf.
Ein Abschiedsritual habe ich nicht. Unsere Wege trennen sich – jedes Jahr aufs Neue – so wie die zweier alter Bekannter, die nach langer Zeit feststellen, dass sie sich aus den Augen verloren haben.




Indre hat sich auch mit einigen Fragen hinter die Kulissen von mat & mi gewagt, ich sage vielen Dank, es war mir eine große Freude! 

Montag, 11. Februar 2013

LA CUCINA DOLCE - VERLOSUNG

Lange darauf gewartet, nun endlich in schönsten Frühlingsfarben auf dem Titel erschienen, der süße Nachfolger der italienischen Gemüseküche aus dem Verlagshaus Jacoby & Stuart.

La cucina dolce
- Die leckersten italienischen Süßspeisen -
Texte & Rezepte: Carlo Bernasconi
Illustrationen: Larissa Bertonasco
Erschienen 2012 im Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin



Carlo Bernasconi, der in Zürich ein Restaurant mit kulinarischer Buchhandlung besitzt, führt quer durch die italienische Dessertwelt. Lehr- und abwechslungsreich. Schön sortiert nach Früchten und ihren Farben und natürlich nach Schokolade. Jedes Kapitel wird informativ, kurzweilig und unterhaltsam eingeleitet. Keine Fotos, dafür die so passenden farbenfrohen Illustrationen von Larissa Bertonasco, die man auch von dem viel gelobten La nonna-Kochbuch kennt. Mal groß und seitenfüllend, mal klein und zart.
Die Rezepte sind nicht kompliziert, lassen Raum für Tüfteleien, haben übersichtliche Zutatenlisten und oft eine begleitende Getränkeempfehlung. Klassiker wie Panna Cotta und Tiramisu sind genauso aufgeführt wie piemontesischer Schokoladenflan, süße Ravioli mit Waldbeerfüllung, weiße Schokoladenmousse mit Limoncello oder gebackene Pfirsiche mit Moscato-Schaumcreme. Immer auch mit der entsprechenden italienischen Bezeichnung.
Blättert man das Buch im handlichen Format in Ruhe durch, so kann man kaum die ganzen leckeren saftigen Sommerfrüchte abwarten und bekommt großen Dessert-Hunger auf Erbeeren mit Balsamico-Essig, Himbeerhalbgefrorenes oder Kirschpudding.




Da die Fruchtsaison noch lange nicht soweit ist, habe ich ein Rezept aus dem Nuss-Kapitel ausprobiert: Ricotta-Pistazien-Kuchen, italienisch gesprochen Torta con ricotta e pistacchi. Endlich auch die perfekte Verwendung für ein Päckchen eingeschweißter ungesalzener Pistazien aus Sizilien. Und die Gianduja-Schokolade aus der Backschublade.

Der Kuchen war unheimlich schnell zusammengerührt, die Backzeit musste ich deutlich reduzieren. Geschmacklich hat er mich komplett überzeugt und er wird ins Rezeptbüchlein übertragen!



Allen Liebhabern der italienischen Küche sowie allen, die nach Abwechslung im Nachtisch-Schälchen suchen und allen, die sich gerne Illustrationen anschauen, empfehle ich dieses schöne Werk.

Ein Exemplar verlose ich unter allen Kommentaren, die mich an dieser Stelle bis einschließlich 15. Februar erreichen. Wer mag, verrät mir seinen liebste italienische Süßspeise. 
> der Zufallsgenerator hat entschieden: Margarete vom Blog frau pola hat gewonnen!

Freitag, 8. Februar 2013

TREU

Bezaubernd und irgendwie beruhigend, wenn die analoge Post einer Person den Stilmitteln, Farben und Themen gleicht, die sie für ihre digitalen Geschichten wählt.

Nina packte mir ein herrliches Paket! Neben der bestellten Ostereier-Gießform aus dem kunstvollen blauen Journal überraschte sie mich mit nachträglichen Geburtstagsgaben. Darunter herrliche Pflanzenportraits aus den 20er Jahren von Georg Arends.




Anna tauschte mit mir. Diesen limitierten Druck gegen dicke Schokoladenkeksscheiben mit leicht salziger weißer Schokoladengalaxie. Nun funkelt es neben mir und erinnert mich daran, den Blick schweifen zu lassen und nicht zu vergessen, dass es so viel Größeres gibt!


Der schwarze Untergrund ist übrigens eine große dünne schwarze MDF-Platte. Einmal mit Kreide bestaubt ist sie genau so gut wie eine Tafelwand und das ganz ohne Tafellack oder Tafelfolie.


Habt ein schönes Winterwochenende mit weißen Flocken, Süß und dicken Socken!

Sonntag, 3. Februar 2013

VORBEI

Nur noch liegen und an die Decke starren. Oder dämmerschlafen. Sich nicht vorstellen können, jemals wieder ohne Bleigewichte auf Stirn und Bronchien aufzuwachen. Zu verpassen, wie der Schnee schmilzt. Der einzige Trost: Pampelmusen, Joghurt mit braunem Zucker und französische Löffelbiskuits.


Dabei aß ich doch vorher so viele Orangen auf der Suche nach dem perfekten Kasten. Drei Rezepte waren im Rennen, das im großen Kasten etwas außer Konkurrenz, da er Nüsse enthielt und anders war. Nicht schlecht, sondern fluffig, aromatisch. Aber nicht der, den ich erhoffte. Blieben die zwei Kleinen. Das eine Rezept hat den Saft bereits im Teig, das andere Rezept rät zum Tränken nach dem Backen und ist ein abgewandeltes Apfelkuchenrezept. Beide gut. So nah dran. Wirft man jeweils ihre besten Eigenschaften in die Rührschüssel, so bin ich nicht mehr suchend. Und verrate euch nun meinen neuen Kastenliebling, der in dicken Scheiben geschnitten am allerbesten schmeckt. 


Die Eins ist ungetränkt, die Zwei getränkt, die Drei mit Nuss und Orangenblütenwasser

Orangenkastenkuchen

(für eine normalgroße Kastenform)

200 g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Prise Salz
200 g weiche Butter
4 Eier
200 ml frisch gepresster Orangensaft
2 Bio-Orangen (den Saft zum Tränken aufheben, die Schale reiben, das abgekratzte Fruchtfleisch zur Seite stellen)
300 g Mehl
1 TL Backpulver

Zucker, Salz und Butter schaumig schlagen. Ein Ei nach dem anderen untermixen, Orangensaft, Orangenschale und Fruchtfleischstückchen untermischen. Backpulver und Mehl hinzu sieben und vorsichtig unterheben.

Eine Kastenform fetten und mit Mehl ausstreuen. Den Teig hinein füllen und bei 175°C Umluft 30-35 Minuten backen.

Den aufbewahrten Orangensaft in einem Topf bei mittlerer Hitze etwas einkochen. Den fertigen noch warmen Kuchen mehrfach einpieksen und mit dem Sirup tränken.

Den abgekühlten Kuchen mit Puderzucker bestreuen.

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Irgendwann wacht man auf und merkt, dass man sich besser fühlt. Auch wenn man sich das vorher kaum mehr vorstellen konnte. Es geht vorbei.

Bleibt gesund und munter und esst schön eure Orangen auf :)