Sonntag, 28. April 2013

VOM WALD ÜBER DIE GLEISE IN DIE STADT

Die dritte Etappe. Mit dem Bummelzug verließen wir den zauberhaften Wald, um eine gehörige Portion Großstadtluft zu schnuppern und endlich wieder guten Kaffee zu trinken. London. Lange war ich nicht mehr dort. So viel zu entdecken, so viel zu sehen. Alles schafft man eh nicht. Zu viele Optionen, nicht immer gut für Unentschiedene. Unser Plan: einfach ein wenig eintauchen, einige Viertel und Straßenzüge entdecken und sehen, wo es uns hin verschlägt. Sich ein wenig einheimisch fühlen. Das jeweilige Tempo annehmen.

Wie gut, dass ein Wochenende Teil des Aufenthalts war. Sonst hätte ich meine persönlichen Favoriten nicht entdecken können: die verschiedenen Märkte, die vor allem sonntags stattfinden.
Einen schönen Samstagnachmittag kann man auf dem nicht so überlaufenen Broadway Market verbringen. Eine Straßenreihe mit überwiegend kulinarischen Ständen und einer angenehmen Atmosphäre. Die Sonne lockte bei unserem Besuch die Menschen auf die Bürgersteige, die sich ihre Häppchen zum Nachmittagsbier zusammenstellten.
Am Sonntag ist die Auswahl groß (Columbia Road Flower Market, SundayUp Market, Spitalfields Market, Borough Market - und dann noch die vielen Flohmärkte) und Spätaufsteher müssen sich auf langsames Vorwärtskommen einrichten. Auch hier lernt man schnell, dass man nicht alles an einem Sonntag schafft. Hungrige können sich auf dem SundayUp Market durch nahezu jede Länderküche kosten. Ich war an dem Tag sehr glücklich über meinen liebevoll zubereiteten Teller mit Streetfood aus Osaka. Und man muss akzeptieren, dass man irgendwann einfach satt ist. Auch wenn noch so viele Essenstände und wunderschöne Cafés locken. Musikliebhaber sollten den Rough Trade Store nicht auslassen. Dann weiter durchs East End flanieren und dort verweilen, wo es gefällt. So dürfen Wochenenden sein.



Ganz gleich für was man sich interessiert, ich finde jeder kommt in London auf seine Kosten. Mich lockten immer wieder die kulinarische Vielfalt und die schönen Shop- und Gastronomiekonzepte. Leider hatte Ottolenghi keinen Tisch mehr frei. Und ein Gericht von bánh mì11 muss auch auf mich warten. Sowie der Besuch in der Rochelle Canteen. Dafür war ein schöner Fensterplatz in der Rose Bakery frei. Allerdings konnte ich die große Begeisterung für den Carrot Cake nicht ganz nachvollziehen. Der Brownie war jedoch wirklich gut, der Kaffee auch!
Wer sich ins kulinarische London einlesen möchte und viel Zeit für die nicht enden wollenden Empfehlungen mitbringt, dem sei das Buch Eat London 2 ans Herz gelegt.

So reist jeder auf seine Art. Passend dazu in der aktuellen Ausgabe des NEON-Magazins ein lesenswertes Interview mit dem Autor Dan Kieran, der den Unterschied zwischen Urlaub und Reise deutlich macht.

Der Anblick gehört dem Augenblick. Wenig Fotos gemacht. Jetzt im Nachhinein freue ich mich über meine kleinen Notizen, die die Bilder von ganz alleine auslösen.

Notiert und empfohlen:
  • Die Törtchen-Auswahl bei der Boulangerie Bon Matin 
  • Beine baumelnd in der Sonne sitzen und dazu der erste Biss vom "Bagel with hot salted beef"
  • Bus fahren, wenn die Füße müde werden
  • Peer Cider
  • Der beste Kaffee aus der Hand von Harris + Hoole
  • Pause bei Melrose and Morgan und dabei die ausgewählten Delikatessen und Bücher sichten
  • Die Marylebone High Street. Wunderbar leer am Vormittag. Dort ist auch eine kleine Dependace von TOAST und ein sehr hübscher Buchladen namens Daunt Books
  • Der Blick von Primrose Hill auf die Stadt
  • Fürs nächste Mal zum besser essen gemerkt: die Exmouth Market Street
  • Vor oder nach der Tate Modern lohnt sich der Schlenker zum Borough Market (Fee gefiel es dort bei ihrem Besuch auch sehr gut) und die angrenzende Park Street. Am besten Donnerstag - Sonntag, da ist die Auswahl am größten. Zu jeder Zeit ist die umfangreiche Rezeptseite des Marktes online
  • Der 100% London Reiseführer, der uns die einzelnen Viertel näher brachte und ganz gut in die Jackentasche passte
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Eine Etappe fehlt noch. Das Reisen geht weiter!

Dienstag, 23. April 2013

DURCH DEN TUNNEL IN DEN WALD

Die zweite Etappe. Die zugebauten Strandpromenaden im Rücken ging es unters Meer hindurch nach New Forest. Mit dem Zeigefinger aus der Landkarte gewählt. Es klang nach Erholung und ein wenig Robin Hood.
Rund um Lyndhurst fanden wir eine wunderschön verschlafene Spätwinterlandschaft, die Farbpalette reichte von schwarzen Moorflecken bis zum ersten Wiesengrün. Dazu die letzten Schneeflöckchen. Dazwischen viele wilde Pferde und Esel sowie zahlreiche Wanderpfade, Fahrradwege und imponierende Gutshöfe. So stellt man sich den Landsitz der gut betuchten Städter vor. Sicher auch im Sommer ganz fantastisch für eine Land- oder Zeltpartie.




Streifzüge an der frischen Luft und den ersten Cream Tea. Schnell auch morgens nicht den Kaffee vermisst, sondern die Milchwölkchen in den Breakfast Tea gerührt. Orangenmarmelade und das beste pochierte Ei seit langem. Dazu köstliche Grilltomate, die als Gedankensouvenir nun auch Zuhause auf den Teller kommt. Rehe, die bis in den Garten laufen. Und Abendspaziergänge zum versteckten Pub. Beeindruckt von der Qualität und Geschmacksvielfalt der Speisen. Bestens ins Erinnerung die kleine Wurzelgemüse-Pie mit Ziegenkäsesauce und eine Schinkenterrine mit Apfel- und Cornichons-Stückchen, rotem würzigen Zwiebelchutney und dicken Brotscheiben. Wieder gelernt, die Leute nach einer Empfehlung zu fragen und die Hauptstraße samt Touristennepp links liegen zu lassen. Sich einfach in den Bus setzen, dessen Fahrtweg Schleifen malt und den Sprachnuancen lauschen.

Schöne Unterkunft
Heather House | Southampton Road | Lyndhurst Hampshire SO43 7BQ

Schöne Ortschaften
Beaulieu | Lymington | Brockenhurst

Schönes Pub
The New Forest Inn | Emery Down | Lyndhurst Hampshire SO43 7DY

Sonntag, 21. April 2013

BIS ZUM MEER

Die erste Etappe. Eine Reise in die Kindheit. Salzluft und Garnaalkroketten. Familie und Treppenknarzen. Nach vorne zum Strand, dann die 50/50-Entscheidung treffen. Links oder rechts. Die Wege so oft gegangen. Das Meer so oft gesehen. Der Anblick nie gleich. Die mitgebrachten Gedanken immer anders. Aber jedes mal stimmt mich dort alles friedlich. Und die Naturgewalten besänftigen und zeigen, dass es so viel Größeres gibt.


Die belgische Küste ist nicht lang, etwa 65 km. Die Tram hilft beim Erkunden. Auch der Blick ins Inland lohnt sich. Die kleinen Dörfer haben im Sommer die besten Flohmärkte und urige Marktplatzcafés für Radausflügler.

Belgien ist ein Land für Leckermäuler und Süßgenießer. Schokolade, Patisseriestücke, Bonbonläden. Die Brüssler und die Luikse Waffel. Sahneeis mit Spekulatiuskrümeln und selbstverständliches Kleingebäck zum Kaffee.
Ich verrate euch vier Süß-Adressen an den Badeorten, zum Einkehren oder Tüten hinaus tragen. Meine Mama testet immer wieder und landet am Ende doch bei diesen:

Die besten Törtchen zum Mitnehmen
Pascalino | Leopold II laan 45 | 8670 Oostduinkerke

Die beste frisch gebackene Brüssler Waffel
Santos PalaceZeelaan 306-333 | 8670 Koksijde

Die besten Apfel-Beignets
FlorishofKoksijdesteenweg 7 | 8670 Oostduinkerke

Die besten Meringue-Törtchen
Van Den Berghe | Albert-I-promenade 63 | 8400 Oostende


Den Abschnitt von Oostende bis zur niederländischen Grenze muss ich auch nach all den Jahren noch richtig entdecken. Auf der nächsten Reise!

Dienstag, 16. April 2013

GUTE REISE!

Wieder da. Beeindruckt und erholt. Eine schöne Reise. Ich brauche nicht viel, bin im Takt wenn ich an der frischen Luft sein kann und die Gegend erkunde, beobachte und genieße, bis die Füße müde werden und die Zufriedenheit die schönsten Weitblicke aus dem Fenster schenkt. Weiterziehen, Waffelpause, bis zum Meer fahren und darunter durch. Gemeinsam mit dem liebsten Reisepartner, der über die gleichen Dinge schmunzelt, die Grammophonklänge erkennt und die magische Anziehung von kulinarischen Supermarktregalen und unsortierten Trödelvitrinen versteht. Der den Weg weiß, an Wortbedeutungen und Umbrüchen feilt und mit mir das Tempo des jeweiligen Viertels geht.



Aus der Ferne erscheint manches wieder ganz einfach. So viel gedankenvolles Zunicken. Notizen und Vorsätze. Immer wieder. Und dann, meist nach einer kurzen Weile, entgleitet einem genau dieses schulterstreckende Gefühl, bis man das nächste Mal wieder auf Reisen ist. Daher so fest vorgenommen, es bloß nicht sein zu lassen und auch im Alltag dem Sommer entgegen zu reisen. Die Dinge anders tun, einen anderen Fahrtweg oder Wochenmarkt wählen, das Gericht, das man sich am wenigsten ausmalen kann, von der Karte bestellen, Montagabendkonzerte, Himbeerlimonade und doppelt so lange Bus fahren. Sich Zeit nehmen. Und wenn es einreißt - das wird es - die Reisetasche packen, auch nur für ein paar Tage. Dann wieder von vorn.

Ich nehme euch in den nächsten Tagen ein bisschen mit.

In der Reisetasche:
ein gutes Buchgefaltete Ringel ⎮ ein gepunkteter Schirm - er blieb zu!


Meine Nichte wünschte allen, als sie noch ein bisschen kleiner war, am Telefon zur Verabschiedung eine gute Reise. Kluges Mädchen!

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Passend zum Reisen, Ankommen und Zuhause sein, das schöne Heimat Zine!


Dienstag, 2. April 2013

ACKER PACHTEN & GEMÜSE SELBST ERNTEN

Auch wenn sich die Natur noch ein wenig Zeit lässt und die ersten Setzlinge ihre grünen Köpfchen lieber ins warme Wohnzimmer recken, haben viele schon gedanklich ihre Balkon- oder Gartenflächen aufgeteilt und die Vorfreude auf die eigenen Tomaten, Erdbeeren oder Wildblumen wächst. Ebenso wächst die Zahl der Anbieter für mietbare Garten- und Ackerflächen. Ich bin zwar ein wenig spät dran bin, versuche euch dennoch wie jedes Jahr einen möglichst aktuellen Überblick über die verschiedenen Angebote zu geben. Der Schwerpunkt liegt auf Gemüseäckern, die deutschlandweit pachtbar sind. Bei den meisten Angeboten wird eine Gemüseauswahl von den Landwirten vorgepflanzt. Sicher ist die Liste nicht vollständig. Passende Ergänzungen nehme ich gerne auf.


Auswahl Anbieter für Mietacker, Gärten oder Selbsternteflächen:

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Ich versinke wieder in die Ferien und mache mich gut durchgepustet vom Nordseewind morgen zu meiner zweiten Station auf. Bald bin ich mit neuen Eindrücken wieder da!