Samstag, 31. August 2013

ETAPPENWEISE I

Den Anfang finden. Wenn das Mittendrin schon längst passiert ist. Zusammen wachsen. Der Blick nach vorne verrät, dass so manches ungewiss, aber eine Sache außer Frage steht. Für jeden Einzelnen plötzlich die innerlich nickende Bestätigung und damit Halt für Gedanken und Herz. Gerade dann, wenn vieles im Umbruch scheint. Miteinander. Die einmalige Frage in den Bergen. Nach einer dicken Scheibe gebratener Polenta. Doch unerwartet und so treffend. Gemeinsam sein wollen. Bis man runzelig ist und einen Apfelbaum hat. Herzklopfen. Ein neues Gefühl am Finger.

Die Etappen ziehen sich durch unsere persönliche Zeit. Nicht alles sofort. Stück für Stück. Entdecken, genießen und halten. Bedacht, aber dann konsequent. Wachsen und achten. Perspektiven ändern, unterstützen, beschützen, gönnen und zelebrieren. Auf die eigene Art, die sich über die Zeit gefestigt hat. Auf die man sich besinnt, egal, wie es manch Anderer anders macht. Im eigenen Tritt und Tempo.

Sonntag, 18. August 2013

SOMMERSCHEMA

Das Farbschema des Sommers ändert sich zusehends. Die Töne der Beeren und Blumen werden dunkler, das Wetterspiel vielfältiger, die Ernte noch reicher. Das Brombeersammeln lässt mich an meine Oma denken und an ihre karierten Marmeladendeckel. Mit Kratzer auf den Armen rühre ich als Andenken ihre und meine liebste Marmeladenfarbe. Allerdings mit Kern.

Ich dachte vorher, dass die Sommerküche vor allem zahlreiche Eiskreationen und üppig belegte Obsttartelettes hervorbringen wird, stattdessen kullern die frischen Beeren direkt über Joghurt, Eierkuchenteig und Salat, die eingekochten Früchte bestreichen dunkles saftiges Brot und der Zwetschgenstreusel kommt vom kleinen Stadtbäcker. Alles ein wenig anders als gedacht aber genau so ganz wunderbar! Dazu Bohnengemüse und geschwenkte Kartoffeln, Handkäse in Apfelessig mit Musik, Zucchini in allen Formen und Farben, Biergartenkrautsalat, Jostabeeren, Girlandenbastelei, Bergpäckchen, stundenlange nichtendensollende Tischgespräche und ein neu sortiertes Bücherregal für Herbstabende. Aber noch ist es nicht soweit, also wird weiter genossen, Sonne gesammelt und ausgeflügelt. Als Stärkung murmelgroße Mirabellen, köstlich! Sie wären sicher auch ein feiner Kern für Ninas Marillenknödel, in deren Teig sich wunderbarerweise Polenta eingerieselt hat. Danach habe ich gesucht!

Sonntag, 11. August 2013

AUBERGINENSCHMAUS

Ein kleines Tischmahl mit spätsommerlichen Zutaten habe ich für euch zusammengestellt.


Allerdings nicht hier, sondern im Rahmen der Augenschmaus-Reihe bei kwerfeldein. Viel Vergnügen und einen herrlichen Sonntag!

Mittwoch, 7. August 2013

GRÜNE KNÖPFCHEN

Noch bevor ich sie richtig ins Erntekörbchen legen konnte, wusste ich bereits, dass sie etwas einwickeln sollen. Spinatblätter halb so groß wie eine Hand. Saftig grün. In heißes Wasser getunkt nicht mehr störrisch. So ummanteln sie Aromenschätze. Die Regenpfützen machen Hunger nach einer ordentlich dampfenden Schüssel Ramen. Getupft mit kleinen grünen Knöpfchen.

Samstag, 3. August 2013

AUSKOSTEN

Das Sommeralbum ist um weitere Erlebnisse und Eindrücke reicher. Farbenfrohes Schüsselessen, Rasten und Reisen. Zeit anhalten bei drei Sommerfestschwestern, berührender Gastfreundschaft und einem nachklingenden Werkstattbesuch, bei dem ich aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Das Klicken der analogen Kamera, Flohmarkt bis in die Dunkelheit hinein, ein Park voller Kerzen, das Hitzetempo finden und Kannen mit lauwarmem Minztee.

Die Saison wird ausgekostet wie noch nie. Im wahrsten Sinne. Marillenknödel, gelbe Zucchinisuppe, Beeren in allen Farben, Kirschen in allen Aromen, Hörnchen mit frischer Marmelade, Salate aus rohen Raspeln, Schokoladenriegeltankstelleneis, Kullerpfirsiche, Brokkolipizza, Polentaknöderl mit Ziegenrahm und Tomatensalat mit Koriandergrün. Bald gibt es Gartenbohnen und noch mehr Mangold. Im Kühlen erholsames und inspirierendes Kochbuchblättern, dabei das Rezept für schwarze Walnüsse wiederentdeckt. Katja sendete mir famoserweise eine große Portion der benötigten grünen Kugeln, ich hätte früher dran denken müssen. Im Inneren bildete sich bereits die harte Schale. Also wird es ein Projekt fürs nächste Jahr.


Die Fudgedreiecke entdeckte ich als Olivenöl-Brownie-Stückchen im Eis bei Izy. Ich sah sie und ging auf direktem Weg in die Küche, es ging gar nicht anders. Portionsangaben und Verhältnisse schraubte ich in die passende Richtung für eine 18 cm Springform oder eine kleine Auflaufform. Sie sind wirklich schnell gemacht, perfekt aus der Hand fürs Freiluftkino oder zur neu entdeckten Lieblingsserie. Wer lieber liest, der schaut beim neuen Herzprojekt von Alma vorbei: Printe!

Schokoladen-Fudge-Brownies mit Olivenöl
180 g Mehl (wer hat, greift zum 550er)
40 g Kakao
150 g brauner Zucker
1 Prise Salz
4 EL Olivenöl
5 EL Naturjoghurt
2 Eiweiß
4 EL Wasser

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen und eine Mulde in der Mitte formen. Eiweiß, Joghurt, Öl und Wasser kurz verquirlen und in die Mulde gießen. Mit einem Löffel alles zu einem glatten nassen Teig verrühren. Einen Bogen Backpapier zusammenknüllen, wieder auseinander falten und die Backform damit auskleiden. Den Teig hineinfüllen und mit einem angefeuchtetem Teigschaber möglichst eben streichen. Bei 175°C Umluft 10-12 Minuten backen, innen sollte das Backwerk noch ein wenig feucht sein. Abkühlen lassen und in kleine Stücke schneiden.

Ein Schuss Espresso schmeckt sicher auch gut im Teig.

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Drittes Foto: Die Sommerkarten-Kollektion "Got Talent" -  Things the jury says on Britain´s Got Talent von wsake