Dienstag, 23. Dezember 2014

FROHES FEST

Ich mag die Stimmung kurz vor dem Fest. Freunde kehren über die Weihnachtstage heim, die Ferien fangen an, Präsente werden ausgesucht und verpackt. Genau dann würde ich so gerne die Zeit anhalten und noch mehr auskosten. Die Kunst noch besser beherrschen, rechtzeitig inne zu halten und mit der nötigen Ruhe im weihnachtlichen Gedankenerinnerungsalbum zu blättern. Weniger ist mehr, auch zum Fest. Und die guten Wünsche und Kuverts kommen trotzdem an, sei es auch erst in der Nachweihnachtszeit, die genau so kostbar ist.


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Habt es schön und friedlich!


Mittwoch, 26. November 2014

VORBEREITUNGEN

Auch wenn gerade alles so schnell zu gehen scheint, habe ich große Lust mich in den Advent zu stürzen. Ich freue mich auf die Lichter, die Gerüche und Leckereien, das Überraschen und Beschenken, die stillen Gedanken und das zur Ruhe kommen. Denn hektisch soll es gar nicht erst werden in den nächsten Wochen, sondern gemütlich und dafür habe ich mich schon ein wenig vorbereitet.


Ich war im Gewürzladen und habe die Vorräte aufgestockt, weißen und braunen Vanillezucker angesetzt, Zitrusfrüchte zum Kandieren bereitgestellt, Quitten für Geleefüllungen und Plätzchenglasuren poliert, den Kerzenbestand geprüft, Gewürze gemörsert, in alten Backbüchern geblättert, den Bleistift gespitzt, Geschenktütchen und Weihnachtspapiere bereit gelegt und Ingwertee gekocht. Die Vorfreude tut gut!

In den nächsten Tagen folgen die nach Winterluft duftenden Zweige und das Stöbern in den Weihnachtskisten. Die Backbleche werden herausgeputzt und die Keksdosen zusammengesucht. Vielleicht gesellen sich ja sogar die ersten Schneeflocken dazu!

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Euch ein schönes Vorfreuen!

Dienstag, 4. November 2014

HERBSTZETTEL

Während am Wochenende fast ganz Deutschland ein Novembersonnenbad nahm, deckte uns in der Mitte eine tiefgraue Nebeldecke zu. Zwei ganze Tage lang. Hallo Herbst!



Mein Herbstzettel steckt tief in der Seitentasche, neben der ersten Glückskastanie des Jahres. Folgendes ist notiert:

  • Für den Bauch: Kürbis in großen Mengen und Varianten. Und gute rotschalige Kartoffeln. Ach und Quitten und beste Birnen und Äpfel. Ich möchte strudeln und noch mehr konfitüren. Dazu kommt jeden Tag eine Orange.
  • Für die Ohren: Balthazar. Rauf und runter. Und die Geräusche der nächtlich vorbeiziehenden Zugvögel.
  • Für die Nase: Safran, Bienenwachs und Regenlaub.
  • Für die Hände: Stricknadeln, einen schönen Stift mit dem Vorsatz wieder mehr zu notieren und ein Bibliotheksausweis.
  • Für die Gedanken: Freunde und die Idee für ein machbares Adventsprojekt.
  • Für die Melancholie: Noch etwas Essbares. Maronen. Eingeritzt, ofengeröstet, geschält. Dann zuerst in weiche Butter getunkt und anschließend in knirschenden braunen Zucker. Ein dekadentes Genussfest.
  • Für den gemütlichen Sonntag: Zwei große Teller mit belegten Broten, zwei Tassen Kaffee, zwei Joghurtschalen mit Obst und Müsli und zwei Folgen the wire.

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Was könnt ihr ergänzen?

Sonntag, 5. Oktober 2014

TEEWISSEN: TEEZUBEREITUNG

Die Blogtechnik machte wohl auch ein wenig Urlaub, daher kommt nun erst das Teefräulein zu Wort, während ich noch die Reiseerinnerungen sortiere und die ersten Kastanien und Herbstrezepte einsammele, um mit euch bald die neue Jahreszeit zu begrüßen.

Ich habe Jane gefragt, wie ich mir am besten einen Tee zubereite, was man dabei alles beachten soll und ob das eigentlich Quatsch ist mit dem gefiltertem Wasser und den Teeabfällen in den Teebeuteln.


Wenn ich mir Tee mache, setze ich Leitungswasser im Wasserkocher auf, fülle entweder losen Tee in einen Papierfilter, den ich mit einer Klammer verschließe oder hänge einen Beutel in eine Glaskanne. Den Tee gieße ich mit kochendem Wasser auf und lasse ihn eher kurz ziehen. Grünen Tee unter einer Minute. Sträuben sich da bei dir die Nackenhaare? Wie bereitest du dir eine Kanne Tee und aus welchem Material sollte eine Teekanne sein?
Meine Nackenhaare bleiben angesichts Deiner Aufgussmethode entspannt und glatt angelegt. Ich lehne mich zurück und mache eine kurze Checkliste mit Dir:
  • Leitungswasser: Wie ist Dein Wasserhärtegrad? Evtl. Wasserfilter benutzen.
  • Wasserkocher: Hat das Wasser die richtige Temperatur für Deinen Tee?
  • Loser Tee: Pörfäkt! Menge nach Gusto und Augenmaß, ansonsten nach Verpackungsempfehlung minus mind. 1 Minute

Papierfilter oder Beutel: Ist es ein großer Kannepapierfilter oder - teebeutel, kannst Du ihn für eine Tassenportion Tee verwenden, weil dann genug Platz zum Freischwimmen ist. Wenn Du lieber ganz auf Teegefängnisse verzichten willst, mach Dir doch gleich einen Liter von Deinem Lieblingstee und verwende eine Kanne oder einen Krug für den Teeblättertanz und gieße dann über ein Sieb um in Deine schöne, dünnwandige Servierkanne. Der Tee wird es Dir danken.

Meine Ziehzeit:
  • zarte Darjeeling First Flush, Oolong- und Grüntee: ca. 1,5 bis 2 Minuten
  • kräftige Assams: ca. 2 Minuten
  • Ostfriesentee: ca. 3,5 Minuten
  • Rooibos und Honeybush: 5 Minuten
  • Kräuter - und Früchtetees: ca. 7 Minuten


Ist Beutel-Tee per se nicht so empfehlenswert? Ich habe die Worte im Ohr, dass da immer nur die Teeabfälle rein kommen?

Donnerstag, 4. September 2014

WALDSPAZIERGANG

Wieder so plötzlich. Das raschelnde Laub, das veränderte Licht, die ersten Äpfel und Birnen. Von mir aus darf es herbstlich und golden werden. Im Wald mag ich es dann am liebsten. Letztes Wochenende war ich zum ersten Mal Pilze suchen, mit fachkundiger Anleitung von zwei sich auskennenden und Apfeltarte überreichenden Weggefährten. Ein herrlicher Nachmittag und weil ich das Körbchen tragen durfte, hat dieses Mal der Mann die Fotos gemacht.



Dem Sommer muss ich trotzdem noch angemessen Adieu sagen, es steht wieder eine kleine Gutereise an. In meiner Abwesenheit kommt das Teefräulein noch einmal zu Besuch und gießt mit euch fachkundig die Blätter auf.

Bis bald!

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Von Herzen Danke für eure Etappenglückwünsche!

Donnerstag, 7. August 2014

ETAPPENWEISE II

Nichts geschieht ohne Grund. Wenn Zwei sich finden und miteinander bleiben möchten, ohne Bedingungen zu stellen und ohne dabei zu rosarot zu sein. Mit dem Bewusstsein, dass nie alles so bleibt. Aber so viel Gutes passieren darf.


Wenn es sich richtig anfühlt, das zu feiern. Eine weitere Etappe zu besiegeln. Nicht nur allein und nicht nach einem bestimmten Schema, dem doch so Viele folgen und sich darin etwas verloren fühlen - wie in einem zu großen Kleidungsstück, das immer verrutscht oder einem leeren Raum, in dem alles, was man tut, eine Spur zu laut hallt.



Vorbereitungen treffen. Rechtzeitig innehalten und sich bewusst machen, was man wirklich mag, wer man ist, und dann gleich viel leichter einen roten Faden durch die ersten Gedankengänge fädeln. Detailverliebtheit aufsprengen und aus vielen kleinen Ideen eine machbare Umsetzung herausarbeiten, ohne den ganzen Alltag auf den Kopf zu stellen oder das Leben viel zu lange einzufrieren. Das herrliche Gefühl festhalten, nach langer Suche plötzlich in einem alten Hof mit Ecken und Kanten zu stehen und in Gedanken eine Glühlampenkette in die Bäume zu hängen. Plötzlich sind dort Bilder, wo kein jahrelang gehegter Kleinmädchentraum vergraben ist. Bilder, in denen sich Beide wiederfinden.


Liebe Menschen mit einbeziehen, abgeben und vertrauen lernen. Auch Fremden, deren Expertise man kennen und immer wieder schätzen lernt. Eine Zeremonie haben dürfen, ohne sich nutznießend an unbekannten oder aus bestimmten Gründen aussortieren religiösen Ritualen zu bedienen, die manchmal auch Persönlichkeit mit zu viel Förmlichkeit ersticken. Drei Lieder, zwei Versprechen, unsere Geschichte, ein langer Faden, ein Quittenbaum und viele gute Wünsche.



Ruhe bewahren, die lang gedehnte Vorfreude auskosten. In der Nacht vorher plötzlich furchtbar unruhig werden und auch in dieser Situation wissen, warum man den anderen an seiner Seite schätzt. Sich bei seinem stolzen Papa einhaken, langsamen Schrittes merken, wie sämtliche Feuchtigkeit aus den Mundwinkeln in die Augenränder kriecht. Herzklopfen. So viele bekannte Gesichter anstrahlen und dankbar zuhören. Sich laut etwas sagen - es dürfen alle hören. Man könnte noch so viele Worte ergänzen, aber dafür gibt es zum Glück so viele passende kleine und große Momente. Und uns.


Ein Nachmittag im Garten. Gelassen und sommerlich. Dazu Musik aus einer anderen Zeit. Ein großes Wiedersehen. Immer wieder stehen und staunen. Alles und alle genau anschauen und einprägen. Die Zeit verfliegt im Nu und im Kopf läuft bereits die erste Zeitlupenepisode.


Gemeinsam am Tisch sitzen, Gutes essen. Schüsseln herumreichen, ausgelassen sein. Das Abendlicht sprenkelt die Wände, ich sitze neben dir und kann immer noch nicht aufhören zufrieden und so furchtbar dankbar in die Runden zu schauen. Wieder alles einzufangen. Die großen Pfingstrosen, die Bergschnüre, die Falträder, die Blumenlollies, unsere kleinen versteckten Bergsteiger, die Töpfchen und Schalen und Spieße, die Farben des Weines, die schwebenden Zahlen, die Pünktchen auf deiner Fliege. Ich sammle bis spät in die Nacht. Tänze, Tränen, Umarmungen, Küsse, Freude, Freundschaftsworte, Gesten, Anekdoten. Wir spielen uns unseren Hochzeitstanz. Zu Cello und Gitarre stimmen plötzlich alle ein. Auch dieses Bild bewahr ich mir.



Genau so war es für mich perfekt. Am nächsten Tag der erste Gedanke: "oh bitte noch mal". Wir hatten einen so guten Grund. Große und kleine Feste feiern sollte man sein Leben lang. Sie gehen nah. Aber genau dafür lohnt es sich!

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Von Herzen danke für

schöne Fotos: Wim Jansen (hier 5, 10, 11, 12, 13)
passende Blumen: Jasmin Centner
einzigartige Papeterie: Atelier de Mey
individuelle Schneiderhilfe: Galatea Ziss
persönliche Worte: Simone Pfundstein
herrliches Essen: Nykke&Kokki
beste Unterhaltung: Psycho Jones
den richtigen Ort: Familie Lüll

Donnerstag, 24. Juli 2014

SOMMERNOTIZ

Eine ungeplante Sommerpause. Statt Wünsche an die warmen Monate zu schreiben, bin ich einfach mittendrin. Und genieße. Brombeer- und Aprikosenessend, Feste feiernd, reisend, sortierend aber auch ruhend. Ein guter Sommer!



Noch mehr Sommerfröhlichkeit:
  • Alles mit Tomaten. Sie schmecken so gut derzeit!
  • Kleine Ofenartischocken mit extra viel Zitronen-Minz-Bröseln.
  • Nigel Slaters Tender Früchte durchblättern und mit ihm gemeinsam schwarze Johannisbeeren einkochen und kleine rotwangige Aprikosen für Tartekreise überbrühen
  • Sehen, was andere machen. Ausstellungen und Festivals besuchen. Tief beeindruckt kam ich vom Lumix Festival für jungen Fotojournalismus zurück. So viele kleine und große Geschichten aus der Welt, die ganz schön berührten!
  • Einfach noch mal raus gehen und in den Sommerabend ziehen. Auch wenn man müde und gemütlich ist.
  • Erfrischendes: Eiskalte Melone, Minzeis mit Schokoladenstückchen, knackig kalte Kirschen
  • Eine Woche in Wien. Verliebt. Dort möchte ich mal länger wohnen.
  • Ein ganzer Stapel Mix-Musik von lieben Menschen und drei neue Bäumchen
  • Sommersturm und eine geflutete Straße, die ehrfürchtig staunen ließen
  • Das Quietschen, wenn die Autofenster gekurbelt werden
  • Ein kleines Küchenprojekt: schwarze Nüsse
  • Die nächste Spätsommerreise im Atlas anschauen, die letzte ist schon wieder zu lang her aber endlich als gute Reise zu sehen
  • Mittagessenverabredungen
  • Mal wieder in der Bibliothek sein
  • Zeit vertrödeln
  • Sonnencremegeruch- und Salzlippensehnsucht!
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Ich bleibe erst mal im Sommertempo und koste aus. Die ein oder andere Notiz wird hier dennoch ihren Platz finden. Für deinen Sommer nur das Beste!

    Dienstag, 17. Juni 2014

    TEEWISSEN: TEESORTEN & ANBAU

    Dieses mat & mi Jahr ist ruhig und bedacht. Bevor ich von schönen Momenten berichte, die mich derzeit sommerfröhlich machen, halte ich noch kurz inne und treffe mich auf eine weitere Tasse Tee mit dem Teefräulein Jane. Dieses Mal verrät sie spannendes über Teesorten, Teewirkung, Teeanbau und -ernte. Und sie klärt auf, wie der hoch erscheinende Preis für Matcha-Pulver zustande kommt.



    Donnerstag, 29. Mai 2014

    HOLUNDERGLÄSER

    Bevor es mit der nächsten Tasse Tee weiter geht, wird noch schnell der Holunder eingefangen. In diesem Jahr fehlt mir die Sirupgeduld, aber das Geleerühren nehme ich gerne wieder auf. Sehr gerne sogar. Die ersten duftenden goldenen Gläser stehen im Schrank!


    Holunderblütengelee 
    (für 3 Gläser à 250 ml)

    10-15 Holunderblütendolden
    500 ml Wasser
    300 ml klarer Apfel- oder Quittensaft
    1 Biozitrone
    400 g Gelierzucker 2:1

    Die Dolden ausschütteln und mit dem Wasser und dem Apfelsaft in eine Schüssel geben. Die Schale der Zitrone abreiben, die Zitrone halbieren und eine Hälfte auspressen. Die andere Hälfte bis zum nächsten Tag aufheben. Saft und Schale unter die Holundermischung rühren. Die Schüssel abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.

    Am Folgetag die Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder Passiertuch in einen großen Topf abgießen und gut ausdrücken. Den Zucker unterrühren, die aufgehobene Zitronenhälfte auspressen und ebenfalls dazu geben.

    Drei Marmeladengläser (je 250 ml) sterilisieren und bereit stellen. Die Geleeflüssigkeit aufkochen lassen und unter Rühren etwa 5 Minuten sprudelnd kochen. Sofort die Gläser randvoll füllen und fest verschrauben.

    Auch gut: Juliane aromatisiert ihr Gelee zusätzlich noch mit Orangensaft und -schale, Susanne nimmt Birnensaft als Basis und Nina macht ein wenig Schwips rein. 

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    Und bei euch? Sind die ersten Marmeladengläser schon gefüllt?

    Freitag, 16. Mai 2014

    TEETRINKEN MIT DEM TEEFRÄULEIN JANE KORTE

    Zu Beginn des Jahres nahm ich mir vor, mehr über Tee zu lernen. Passenderweise kam ich mit einem richtigen Teefräulein in Kontakt, seither fand ein reger Austausch statt. Mein neues Teewissen möchte ich euch nicht vorenthalten. Bevor es aber ans Eingemachte geht, freue ich mich sehr, euch Jane Korte erst mal angemessen vorzustellen:


    Jane, stimmt es, dass du eine waschechte Ostfriesin bist?
    Auf jeden Fall wurde ich in meiner Kindheit oft genug mit ostfriesischem Wasser gewaschen und direkt im Anschluss an die Muttermilch mit Ostfriesentee versorgt: Mein Großvater mütterlicherseits war blütenreiner Ostfriese, heiratete eine begeisterte Ostfriesenteetrinkerin aus dem Oldenburger Münsterland und erlaubte einem jungen Schlesier aus Nordfriesland, seine zweite Tochter zu heiraten. Ich wurde in Oldenburg geboren, habe meine Kindheit dort, in der Wesermarsch und bei Verwandtschaftsbesuchen auch mal im ostfriesischen Detern bei Leer verbracht. Überall dort trank man Ostfriesentee, fünfmal am Tag und zwischendurch auch…
    Seitdem gehört Tee zu mir wie meine Sommersprossen, ich habe ihn wohl in meinem Blut und vor allem in meiner Seele.


    Wolltest du immer schon beruflich etwas mit Tee machen? Und wie wird man eigentlich eine richtige Tee-Sommelière?

    Sonntag, 11. Mai 2014

    WENN VIEL LOS IST...

    Daumen drücken, Augen aufhalten, Pläne jonglieren. Die erste Jahreshälfte fordert heraus, zeigt worauf es ankommt, bremst und beschleunigt, leider eher unkoordiniert. Das kann ganz schön überwältigen, ordentlich müde machen und ins Herz kneifen. Es bringt aber auch kostbare geteilte und sehr persönliche Augenblicke, die man nicht verlegen und verlieren möchte, damit man sie immer wieder abrufen kann, wenn man sie mal dringend braucht. Ich lerne, wachse, akzeptiere, verstehe. Nichts passiert ohne Grund.

    Wenn viel los ist, bleibt so Manches liegen. Wenn viel los ist, können mich die kleinsten Dinge freuen. Wenn viel los ist, konsumiere ich lieber Erlebnisse als volle Taschen nach Hause zu schleppen, deren Inhalte mich einengen. Wenn viel los ist, ist im Kopf kein Platz für Kompliziertes. Wenn viel los ist, kann mich Erdbeerbrot sehr glücklich machen. Wenn viel los ist, werde ich lieber leiser, damit ich genau hinhören kann.

    Um neuen Überblick zu gewinnen, werden die Schalen und Teller mit einfachen und bewährten Kreationen gefüllt. Sie freuen und beruhigen. Einfach und gut. Nur ein kleines Tamtam. Das reicht erstmal. Die Clafoutismenge habe ich mittlerweile für die zwölf Muffinmulden optimiert und die Mohnkörnchen dürfen ebenso wie Mandelsplitter ab und zu darin untertauchen.



    Samstag, 19. April 2014

    KÄSEKUCHENOPTIMIERUNG

    Ich erzähle euch eine kleine schöne Käsekuchengeschichte. Ich saß letzten Sommer in Regensburg auf einem Fest der drei bezaubernden Schwestern. Je später der Abend, desto begehrter war die Nachtischtafel. Dort stand ein Käsekuchen. Ich konnte noch nicht ahnen, dass es DER Käsekuchen sein sollte. Der, der genau so war, wie ich Käsekuchen mag. Unendlich cremig, nicht zu süß, nicht zu sauer, schön fluffig und nicht nach klebrigem Quark schmeckend. Mit knuspersalzigem Boden. Um mich herum wisperten sich die Gäste untereinander zu, wie köstlich dieser Kuchen sei. Ja geradezu der beste, den sie je gegessen haben. Manche darauf bedacht, es nicht allzu laut zu erwähnen, damit ihnen ein weiteres Stück nicht vor der Nase weggeschnappt wird. Könnte ein Kuchen erröten, so hätte er an diesem Abend wohl verlegen geglüht. Und ich drückte freudig zufrieden die Kuchengabel in mein Stück.

    Anna verriet mir ihre Rezeptquelle. Deb Perelman von smitten kitchen hatte diesen Kuchen angepriesen. Beim Einlesen merkte ich, dass man, wenn man schon nach dem perfekten Käsekuchen sucht, ein wenig Abenteuer in Form von interessanten Backofentemperaturexperimenten (250°C! kaum zu glauben!) und die Gabe der schnellen Entscheidungsfreudigkeit und flinken Reaktion benötigt. Aber ich traue ihren Rezepten, sie hat es unter anderem sogar geschafft, dass ich meine erste Biskuitrolle ohne Bruch erfolgreich auf- und wieder ausrollen konnte. Es lohnt sich, ihr Cheesecake-Rezept in Ruhe bis ans Ende zu lesen. Die mittlerweile mehr als 600 Kommentare, die die ganze Bandbreite der enttäuschten Misserfolge bis hin zu Lobgesängen auf diesen großartigen Kuchen abdecken, kann man zwar querlesen, sollten aber nicht entmutigen.

     

    Mittwoch, 9. April 2014

    ZWISCHENZEIT

    Heute weniger hier, dafür mehr bei matimuk! Ein salziges so einfaches ehrliches - und darum so gutes - Zwischenzeitgericht, für die derweil verzichtende Tine ohne Butter. Ich kann und mag weiterhin nicht ohne!


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    Lasst es euch schmecken!


    Dienstag, 1. April 2014

    WENIGER IST MEHR

    Gelassenheit steht hoch im Kurs. Kostbare Zeit auch. Der April bringt ein neues Kalenderblatt, die Sommerzeit abendliches Hell. So kann ich auch wieder den ein oder anderen Teller dokumentieren. Das Balkoncafé lockt, die Blumen werden üppiger.

    Ich sortiere. Worte, Schnappschüsse, Eindrücke Und zwar so:
    • Mein Beitrag zum Selberdenken bei Marleen
    • Ein neuer Ort (und weil neu auch anfangs durchaus faszinierend) mit kleinen mat&mi-Einblicken für Zwischendurch, auch für Menschen ohne Account und Smartphone sichtbar. Bist du auch dort?
    • Unsere Reisen, immer wachsend, nie ganz vollständig und aktuell, eher angerissen und zum selbst entdecken anregend: gutereise.julie-und-rainer.de

    Der Vorratsschrank wird langsam leer gekocht. Resteverwertung und Abwechslung zugleich. Bulgur, Udon, bunte Linsen, Reispapier und andere Köstlichkeiten. Wir machen uns das, was wir gerne essen gehen würden und manchmal vergebens suchen. Aromatisch kombiniert und nicht in Sauce ertränkt. Auch wenn es schnell gehen soll, darf es was hermachen. Pur und farbenfroh. Die Kombinationen sind endlos, hier mein Beispiel:


    Samstag, 22. März 2014

    FRÜHLING IST...

    Man merkt, dass Frühling ist, wenn die Kräuterfrau wieder auf dem Markt steht und ihre großen Weidenkörbe voll mit Bärlauchsträußchen sind. Wenn ein großer strahlender Goldfliederstrauß dem Raum ein wenig Farbe schenkt. Wenn deftiges Winteressen langsam in den Hintergrund rückt, eine mitgebackene würzige Scheibe Speck auf den Scones aber immer noch gut passt. Wenn man nachts nach einem schönen 20er Jahre Fest beschwingt nach Hause läuft und nicht mehr bibbert.
    Und während ich dies schreibe, beginnt es zu stürmen und zu hageln. Auch das gehört zum Frühling...

    Samstag, 8. März 2014

    FRÜHLINGSZETTEL

    Es ist Zeit für leichte Frühlingsgedanken. Für Sonnenschein, das erste Eis, Bärlauchduft und Schuhe ohne Lammfellsohlen. Und für einen neuen Frühlingszettel!


    Sonntag, 2. März 2014

    SLOW FOOD

    Als mir der Begriff "Slow Food" vor einigen Jahren das erste Mal begegnete, dachte ich voreilig an einen neuen Hype-Begriff und stellte mir dabei sehr langsam kauende Bio-Hipster vor, die aus der LOHA-Kennzeichnung ausbrechen wollten.

    Montag, 17. Februar 2014

    HEFEZOPFMOMENTE

    Manchmal hüllt einen das Leben unerwartet ein. Ob man nun möchte oder nicht. Mir hilft es dann ein wenig, an Bekanntem und Bewährtem festzuhalten. Und an der vertrauten großen warmen Hand, die mit mir geht. Egal wohin!
    Ich blicke auf die wunderbar verpackten aromatischen Orangen, das unberechenbare Wetterschauspiel mit allen Facetten, bin dankbar für Komplizenblicke und -gesten, ein Pieps, einen Buchladen voller Bildbände, die eigene Bettdecke, ein kleines mehrschichtiges Schokoladentörtchen, Kartoffelgesichterfestessen, den ersten Bissen ins herbeigesehnte Käsebrot, ich grabe die Hände nachdenklich in süßen Hefeteig und warte ungeduldig vor dem Ofenfenster.

    Der Teig braucht volle Konzentration, Kraft und Geduld. Sein Duft und das mehrfache Gären machen ihn lebendig. In die abgeteilten, gezogenen, gefalteten und gerollten Stränge kommen nur die guten Gedanken. Pur ohne ablenkende Füllung. Fest verflochten. Mandeln und Zucker für noch mehr Zuversicht extra obendrauf.


    Freitag, 24. Januar 2014

    SUPPENWÄRME

    Oh ich mag den Januar. Die ersten Jahreswochen stimmen nicht nur das Wetter mild. Gestern tanzten die ersten Flocken durch den Abendhimmel. Das Verlangen nach einer warmen Decke und einer Schüssel dampfender Brühe wächst. Das Gemüse gibt die Kraft. Besonders gerne gewürzt mit geröstetem schwarzen Sesam und abgeriebener Orangenschale. Auch ein paar Körnchen Schwarzkümmel dürfen mitschwimmen. Oder zwei Esslöffel Reisflocken oder ein großer Schwung Sternchennudeln. Der typische Suppengrüngeschmack ist mir oft zu fad. Da darf es lieber eine bunte Mischung Wintergemüse sein.

    Samstag, 11. Januar 2014

    WINTERZETTEL

    Fast müsste ich angesichts der Temperaturen eher einen vorfreudigen Frühlingszettel schreiben. Aber die am Holz knarrenden sausenden Windböen erzählen von Flockenlandschaften und tauben Fingern. Ich bin vorbereitet und habe Winterhunger. Auf Béchamel-Sauce und somit auf saftige Spinatlasagne oder Makkaroni mit Bröseln. Und auf Knuspersüß.


    Für die Wintergemütlichkeit ein kleines machbares Listchen, manches ist bereits in Arbeit, die Eins und Sieben wurden bereits begeistert verköstigt:

    Montag, 6. Januar 2014

    DRIEKONINGENTAART

    Weihnachtsferien in der Kindheit sind für mich mit der belgischen Küste verknüpft. Und einer großen weißen Schachtel vom Konditor mit gekreuzter Trageschlaufe. In der Schachtel eine knusprige flache Torte mit Wellenrand. Ordentlich gebräunt. Oben dazu eine goldene Pappkrone mit klebrigen Enden. Das erwartungsvolle Anschneiden und die Suche mit den Gabelzinken nach dem versteckten Kunststoff- oder Porzellanfigürchen in der weichen Frangipanemasse. Jubel für den Tageskönig, der die Krone nicht mehr absetzte. An meinem Stuhl die Alufolienschleife. Wie jedes Jahr am Dreikönigstag. Diesen Geburtstagskuchen hatte ich lang nicht mehr. Nun habe ich ihn mir selbst gebacken. In Miniversion und jeder Esser darf sich über das Krönchen freuen.


    Dreikönigskuchen / Driekoningentaart / Galette des Rois
    (Nach einem Rezept von hier mit angepassten Mengen für 4 kleine Törtchen) 

    Donnerstag, 2. Januar 2014

    NEUJAHRSZETTEL

    Nun liegt es vor uns. Wir wissen nicht, was es alles für uns bereithält, aber genau das ist ja das Aufregende zu Beginn eines neuen Jahres. Ich halte nicht viel davon, am Ende eines Jahres einen Schlussstrich zu ziehen und es im folgenden Jahr und somit einen Tag später alles viel besser, anders und wahlweise gesünder/sportlicher/gelassener/mutiger/... machen zu wollen. Das wird dauerhaft nicht gut gehen.
    Aber schön finde ich es trotzdem, wenn man sich ein paar machbare Dinge notiert, die man in dem neuen Jahr nicht aus den Augen verlieren möchte. Ganz gleich, ob man direkt im Januar damit beginnt oder erst im kommenden Herbst.

    Es hat ja erst angefangen!


    Meine persönlichen Wünsche habe ich mit den Raketen in den Nachthimmel gejagt. Für mat & mi kann ich folgende Neujahrsnotizen festhalten, von denen ihr 2014 hoffentlich auch profitiert: