Sonntag, 11. Mai 2014

WENN VIEL LOS IST...

Daumen drücken, Augen aufhalten, Pläne jonglieren. Die erste Jahreshälfte fordert heraus, zeigt worauf es ankommt, bremst und beschleunigt, leider eher unkoordiniert. Das kann ganz schön überwältigen, ordentlich müde machen und ins Herz kneifen. Es bringt aber auch kostbare geteilte und sehr persönliche Augenblicke, die man nicht verlegen und verlieren möchte, damit man sie immer wieder abrufen kann, wenn man sie mal dringend braucht. Ich lerne, wachse, akzeptiere, verstehe. Nichts passiert ohne Grund.

Wenn viel los ist, bleibt so Manches liegen. Wenn viel los ist, können mich die kleinsten Dinge freuen. Wenn viel los ist, konsumiere ich lieber Erlebnisse als volle Taschen nach Hause zu schleppen, deren Inhalte mich einengen. Wenn viel los ist, ist im Kopf kein Platz für Kompliziertes. Wenn viel los ist, kann mich Erdbeerbrot sehr glücklich machen. Wenn viel los ist, werde ich lieber leiser, damit ich genau hinhören kann.

Um neuen Überblick zu gewinnen, werden die Schalen und Teller mit einfachen und bewährten Kreationen gefüllt. Sie freuen und beruhigen. Einfach und gut. Nur ein kleines Tamtam. Das reicht erstmal. Die Clafoutismenge habe ich mittlerweile für die zwölf Muffinmulden optimiert und die Mohnkörnchen dürfen ebenso wie Mandelsplitter ab und zu darin untertauchen.



Erdbeerclafoutis mit Mohn
150 g Erdbeeren
2 Eier
45 g Rohrohrzucker
1 EL Vanillezucker
50 g Mehl
1 EL Blaumohn
120 ml Sahne
1 Prise Salz

Die Mulden eines Muffinblechs mit Papierförmchen auskleiden. Zwölf Erdbeeren vierteln und in jede Mulde wieder eine Erdbeere aus vier Stückchen zusammensetzen. Die restlichen Erbeeren feiner würfeln und bereit halten.

Die Zuckersorten mischen und die Eier trennen. Das Eigelb in einer Schüssel mit der Hälfte des Zuckers hell und cremig schlagen. Das Mehl und den Mohn vorsichtig unterheben und danach die Sahne unterziehen.

Den Ofen auf 170°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Eiweiß mit der Prise Salz kurz schlagen, dann den Zucker einrieseln lassen und steif schlagen. Den Eischnee unter die Teigmasse heben.

Den fertigen Teig in die Mulden verteilen und das Blech für fünf Minuten in den Ofen schieben. Dann die Teigdecken mit Erdbeerstückchen garnieren und ein wenig andrücken. Weitere 15-20 Minuten backen und die Clafoutis am besten lauwarm mit Puderzuckerstaub genießen!

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Und was machst du, wenn gerade viel los ist?

Kommentare:

  1. o o o
    aus der seele aus dem sinn
    und deine daumen (!!!)
    die hab ich deutlich gespürt

    es wird für alles zurückgedrückt
    und seltsamer weise geht mir auch das mit dem grund so...

    ich danke dir!

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    1. Gerne und danke! Ja, an dem Grund muss man manchmal gedanklich knabbern, ansonsten hilft der Quirl, wenn sich die Gedanken knoten :)

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  2. Julie, Du sprichst mir da gerade aus der Seele. Hier auch, immer noch, viel, viel, viel. Und doch auch wieder nicht. Aber es fühlt sich so an. Dann, immer größer werdender Wunsch nach Luft, nach Raum. Aussortieren, Wohnung und Kopf, das klärt. Nur ist das gerade schwer. Mir fehlt der Tritt zum Angehen. Aber der kommt.
    Dir wünsche ich kleine Ruheinseln, zum Innehalten und Luftholen.

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    1. Katja, auch für dich soll es diese Inseln geben, für den Bauch ist doch schon mal die so treffend bedichtete Hühnersuppe ein prima Anfang. Das mit dem Räumen und Platz schaffen kann ich gerade sehr gut nachvollziehen, der Tritt kommt. Dann, wenn man das auch abschließen kann. Wenn viel los ist, geht das manchmal einfach nicht, auch wenn einen dann vieles um einen herum stört und einengt!

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  3. leise hinhören und sich freuen, wenn da einfach nur stille ist
    – das tu und wünsch ich mir, wenn viel los ist.
    und dass mir jemand einfach so erdbeerclafoutis bringt.
    denn :: »nichts passiert ohne grund« – eben.
    viele kleine dinge zum freuen, die wünsch ich dir.

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    1. dir auch liebe ulma! clafoutis müssen frisch sein, belohn und beback dich, die post könnte nicht das gewünscht ergebnis liefern - sonst sofort! und ein biss hinein ist ganz ganz leise, so dass die stille nicht vertrieben wird :)

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  4. so gut das zu lesen
    weil es hier gerade so ähnlich ist

    auf und ab
    rauf und runter

    sich in geduld üben
    leise bleiben

    ruhe finden
    sich nach einem tief wieder in den bauch freuen über ein unerwartetes hoch

    ja - und sich über die kleinsten dinge freuen
    so wie heute als ich mit meiner kleinen nichte gemeinsam haare bürstend vor dem spiegel stand und sie ganz unerwartet sagte "t du bist total schön"

    ich wünsche dir einen gesunden überblick mit unerwarteten schönmomenten und den kleinen ganz besonderen dingen, die dir gehören und nicht hier her

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    1. Nichten können Balsam sein :) deine Worte auch. Es tut gut zu hören, dass man mit so Manchem nicht alleine ist! Ich muss mal wieder in die Berge, da tut das Überblicken gut.

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  5. oh, das Rezept klingt köstlich!
    mhhhmmm!

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    1. vor allem schmeichelt es nicht nur den Erdbeeren. Auch ein Aprikosen- oder Kirschrenner!

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  6. Schoko-Cantuccini backen!!! Und guten Kaffee trinken!
    http://kardamomzimt.de/entspannungs-cantuccini/

    Ich kenn das Gefühl so gut!

    Alles Liebe,
    Anni // kardamomzimt.de

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    1. Anni, perfekt. Das klingt nach einem guten Plan :)

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  7. sieht sooo lecker aus!! geht uns ganz genauso wie du den anfang dieses jahres beschreibst! sehr schön in worte gefasst <3
    liebe grüße
    laura&nora

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    1. irgendwie geht es gerade vielen so. ich setze einfach auf die zweite jahreshälfte!

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  8. .... dann koche ich heißen Kaffee, atme tief aus, lehne mich zurück und lese so schöne Postings wie die Deinen. Nur kurz, um danach weiterzumachen!
    Liebe Grüße, Bine

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    1. das freut mich. danke dir, dass du mit deinem love to blog posting daran erinnerst, warum man eigentlich blogt. das tut gut!

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Ich freue mich über eure Worte!