Montag, 17. Februar 2014

HEFEZOPFMOMENTE

Manchmal hüllt einen das Leben unerwartet ein. Ob man nun möchte oder nicht. Mir hilft es dann ein wenig, an Bekanntem und Bewährtem festzuhalten. Und an der vertrauten großen warmen Hand, die mit mir geht. Egal wohin!
Ich blicke auf die wunderbar verpackten aromatischen Orangen, das unberechenbare Wetterschauspiel mit allen Facetten, bin dankbar für Komplizenblicke und -gesten, ein Pieps, einen Buchladen voller Bildbände, die eigene Bettdecke, ein kleines mehrschichtiges Schokoladentörtchen, Kartoffelgesichterfestessen, den ersten Bissen ins herbeigesehnte Käsebrot, ich grabe die Hände nachdenklich in süßen Hefeteig und warte ungeduldig vor dem Ofenfenster.

Der Teig braucht volle Konzentration, Kraft und Geduld. Sein Duft und das mehrfache Gären machen ihn lebendig. In die abgeteilten, gezogenen, gefalteten und gerollten Stränge kommen nur die guten Gedanken. Pur ohne ablenkende Füllung. Fest verflochten. Mandeln und Zucker für noch mehr Zuversicht extra obendrauf.