Donnerstag, 19. Februar 2015

PEPERKOEK

Mitte Februar. Nahezu alle sehnen sich nach Frühling, kaufen Tulpen und Ranunkeln und polieren schon mal sicherheitshalber die Sonnenbrillen. Das verbreitete Phänomen, dass man lieber das hat, was gerade nicht ist. Warum immer alles überspringen und beschleunigen?
An meinen Fenstern dürfen noch die ausgeschnittenen Schneeflocken kleben und in der Vase stehen Äste, die zwar blühen könnten, aber irgendwie noch nicht wollen. Ist ja Draußen auch noch nicht so. Also kein Grund zur Sorge.
Es ist doch herrlich, dass die Küche nach Selleriewurzel duftet, dunkles Brot in Suppenschalen getunkt wird und die Orangen gerade am besten schmecken. Die Fingerspitzen sind gelb vom frischen Kurkuma, die Musik etwas melancholischer, die Bewegungen etwas langsamer.

Kürzlich war doch gerade erst Weihnachten, die passenden Erinnerungsaromen werden zum Beispiel in Belgien ganzjährig serviert. In Form von Peperkoek, dabei wird das "oe" wie ein weiches "u" ausgesprochen. Als Frühstücksscheibe oder Nachmittagsstärkung, für mich immer mit salziger Butter. An der belgischen Küste darf es der gekaufte sein, aber nur der in der gelben Packung mit der Honigbiene, der einst mal ein ganzer Freizeitpark gewidmet war. Sofort sehe ich mein geschminktes Sommerferiengesicht und die aufregende Wildwasserbahn vor mir. Und eine dunkelrote schäumende Limonade, die ich seitdem nie wieder fand.
Ich versuche seit einigen Jahren, den Koek selbst zu backen, immer wieder etwas abgewandelt und noch immer nach dem ausgewogensten Gewürzverhältnis suchend, ist er schon sehr nah dran. Mit der knatschig-weichen Konsistenz bin ich schon sehr glücklich und mit aufgefrischtem Perlzuckervorrat, wird bald weiter probiert.



BELGISCHER PEPERKOEK
(für eine normale Kastenform oder zwei kleine)

260 ml dunkler Honig
100 ml Melasse
250 ml lauwarmes Wasser
100 g brauner Zucker
320 g Roggenmehl
10 g Natron
Abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange
Piment / Kardamom / Zimt / Ingwer / Koriander nach Belieben zum Würzen, meine letzte Mischung hatte folgendes Verhältnis: 1 TL / 1/2 TL / 2 TL / 1/4 TL / 1/2 TL
Perl- oder Hagelzucker zum Bestreuen

Die flüssigen Zutaten mischen. Wer mag, kann sie optional aufkochen und etwas ziehen lassen. Die Gewürze unterrühren und dann Mehl und Natron unterheben.
Den Teig in die gefettete Form gießen und bei 160 °C Umluft 15 Minuten backen. Dann die Oberfläche mit dem Zucker bestreuen und weiter backen, etwa 50 Minuten. Es kann helfen, die Form nach einer Weile mit Alufolie abzudecken, damit der Koek nicht zu sehr bräunt. In der großen Form sinkt bei mir die Mitte immer etwas ein, also nicht wundern!

Der Peperkoek hält sich eine ganze Weile, am besten in einer Blechdose verpackt. Wer ihn mag, wird ihn aber nicht lange stehen lassen können. 


Kommentare:

  1. <3

    diese bilder!

    und tatsächlich - ich glaub, es ist gerade das erste mal, dass es für mich nicht gleich losgehen muss mit dem frühling! bin noch nicht so weit, brauch noch eine weile um aufzutauen...

    das wird auf jeden fall versucht!

    hab es gut meine liebe!

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  2. Ich bin da etwas zwei spurig :) mag das wurzelig gelöffelte :: freue mich aber auch schon sehr über einen knackigen Wintersalat. Herrlich stimmungsvolle Bilder Julie!

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  3. Mmmh, das sieht und hört sich sehr fein aus und an :-) Hätt ich gleich Lust drauf...

    Ja, Februar. Hier schneit es heute wieder. Ich kann's noch aushalten. Liebe Grüße schick ich Dir, Caro

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  4. Julie, der sieht so nach meinem Geschmack aus und ich hätte jetzt hier auf dem Sofa so gerne eine Scheibe! Jetzt.

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Ich freue mich über eure Worte!