Sonntag, 24. Mai 2015

ZWISCHENZEILEN


Achterbahngefühle. Der kleine Junge und ich lernen uns kennen. Jeder Tag ist anders. Nicht immer ist alles nur rosig und zart, es ist auf der einen Seite chaotischer aber dann auch wieder fokussierter, weil nicht mehr für alles ausreichend Platz vorhanden ist. Nun zählen wirklich die wichtigsten Dinge. Neue Gefühle, neue Körpersprache, neue Ängste. Seit vielen vielen Monaten schon. Faszination über erste Male, neue Fähigkeiten und Ausdrücke. Müdigkeit, die langsam macht. Dazu Nervenseile, für die nicht immer das passende stabile Flickzeug parat ist. Und dann plötzlich dieses ehrlich echte warme Lächeln!

Dieser Ort soll mein kleiner Raum bleiben, in dem es um Schönes und Schmackhaftes geht. Mein kleiner Anker, wenn mal kurz Ruhe eingekehrt ist. Ohne starren Rhythmus. Das Mamasein eher in Zwischenzeilen untergebracht. Denn es ist kostbar und sehr persönlich und schützenswert. Worte über den kleinen Jungen und Bilder von ihm sowieso. Sie wären für jeden auffindbar, speicherbar und nutzbar. Darauf gebe ich acht, denn er kann dazu noch keine Entscheidungen treffen und warum sollte ich jetzt schon an seiner digitalen Identität feilen oder jemandem dazu verhelfen, mit den Geschichten und Fotos von ihm Vater-Mutter-Kind zu spielen. Jeder wie er mag. Ich mag es so. Bin ja selbst nicht so laut.

Und ich berichte bald mehr, von Essensplänen zum Beispiel. Und einer dekonstruierten Quiche.