Sonntag, 31. Januar 2016

IM JANUAR: ÄLPLERMAGRONEN

Jeden Monat ein Rezept festhalten - das müsste doch zu schaffen sein. Bevor der Januar so gut wie um ist, widme ich ihm noch meine Leibspeise. Als ich zum ersten Mal das Rezept ausprobierte, welches ich in meinem geliebten Alpenkochbuch entdeckte, wurden schlagartig die bisherigen Winterlieblinge der kulinarischen Lebenssammlung ein wenig in den Hintergrund gedrängt. Die Speise passt so gut zum Jahresanfang. Zur ruhigen Gemütlichkeit nach all den turbulenten Festtagen. Sie macht so warm im Bauch. Sie ist schlotzig und mehr als reichhaltig und durchkreuzt damit sämtliche Diätpläne. Das ist gut so. Cremig, salzig und ein bisschen süß. Sie hilft, wenn das Wintergrau zu düster wird oder das Herz ein bisschen juckt. Man benötigt lediglich einen großen Topf. Und kann rührend den Gedanken nachhängen. Ich spreche von Älplermagronen. Sie entstanden als man Schweizer Bergkost mit Italienischer Küche kombinierte. Man stelle sich das Gerede und Gestaune vor: zu sättigenden Kartoffeln auch noch käsige Makkaroni zu kredenzen, sowas! Aber es kommt noch besser: oben drauf gehört dann noch ein fast unverschämt großer Klecks Apfelmus aus kleinen rotbackigen Äpfeln. Und eine Ode an satte Almwiesen in Form von grünen aromatischen Schnittlauchröllchen.



ÄLPLERMAGRONEN
3-4 kleine rotschalige Äpfel, mit Schale gewürfelt
1 EL frisch gepresster Orangensaft
1 Prise Zimt
1 TL Vanillezucker
3 EL Butter
3 große festkochende Kartoffeln, ohne Schale klein gewürfelt
2 Schalotten, fein gewürfelt
400 g kurze Makkaroni
1 l Salzwasser
200 g würziger Bergkäse, grob gerieben
200-250 ml Sahne
1 Bund Schnittlauch, in Röllchen geschnitten

Die Äpfel in einem Topf anbraten, mit Orangensaft ablöschen, den Zucker hinzugeben und so lange garen, bis die Stückchen weich sind. Anschließend nach Belieben fein oder stückig pürieren bzw. stampfen.

Die Butter in einem großen Topf schmelzen lassen und darin die Kartoffeln und die Zwiebeln anbraten. Die Nudeln kurz mitrösten, das Salzwasser angießen, aufkochen lassen und ohne Deckel zehn Minuten bissfest garen. Zwischendurch rühren, gegen Ende sollte das Wasser fast verkocht sein.

Den Käse mit der Sahne unter die Nudeln mischen, Älplermagronen mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Schnittlauch bestreuen und mit einem großen Klecks Apfelmus servieren.

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IM JANUAR
Gern gelesen: ‘Airbnbs for dining’ give Italian female chefs chance to shine und mein neues schönes Tokio-Kochbuch.
Gern gesehen: Die Serie Lilyhammer.
Gern gemacht: Cappuccino. Mit starkem Espresso. Und der kleinen Bialetti mit dem Guckloch und dem Druckventil. Dazu die großen kleinen Augen und das vorfreudige Glucksen wenn ich die Kaffeemühle aus dem Schrank hole.
Gern gedacht: So manche Mühe zahlt sich aus...

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Und was serviert ihr besonders gern im Januar?

Kommentare:

  1. Von diesem Essen zu lesen, habe ich heute gebraucht, an diesem bemerkenswert düsteren Tag. Danke.

    Das gibt es irgendwann nächste Woche bei uns.

    Liebste Grüße
    Marlene

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    1. Ich hoffe, es hat geschmeckt und dir den Tag erhellt?

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  2. Was für eine Mischung! Klingt so interessant, das werde ich mir merken.

    Und Lilyhammer fand ich gut, bin allerdings nicht über Anfang Staffel 2 hinausgekommen. Lohnt sich das Weiterschauen?
    Ich bleibe meinen Favoriten Game of thrones, Vikings, Walking dead treu. Da kommen demnächst neue Staffeln. Was sagt dieses martialische Genre wohl über mich aus? ;)
    Einer meiner Favoriten ist ja Six feed under. Das habe ich sehr geliebt und wrde die Serie bestimmt wieder ansehen.

    Hier immer wieder Kaffee pur. Frisch gemahlen und gebrüht in der kleinen Presskanne. Die Brikka hatte ich auch mal, allerdings war mir da der Espresso immer zu kalt. Und ich habe den Luxus einer Rösterei einige Häuser weiter. Wenn es zeitlich passt trinke ich den Geschäumten dort.
    Ansonsten wird hier tatsächlich mehr getischt, nachdem ich es lange Zeit vernachlässigte. Auch mehr aus Kochbüchern. Besonders gerne aus Krautkopf momentan. Und aus deinen wunderbaren heften natürlich :)
    Dieses jahr möchte ich einmal Franzbrötchen ausprobieren. Und ein richtig gutes Brot backen.

    Hab einen schönen Februar!

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    1. Den schönen Februar wünsche ich dir auch. Die Serienliebe erstreckt sich bei mir eher Richtung Fargo, True Detectives, The Wire u.ä. So ganz martialisch ist es bei mir nicht ;) Und einen schön Geschäumten trinken wir hoffentlich mal gemeinsam in echt. Ich sage Bescheid, wenn ich in der Nähe bin :)

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  3. oh ja das wärmt den bauch schon beim lesen .. freue mich auf das monat 2 rezept du liebe ..

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Ich freue mich über eure Worte!