Freitag, 1. April 2016

FRÜHLINGSNOTIZEN



Das April-Kalenderblatt steht neben dem immer weiter erwachenden Frühling dafür, dass das erste Jahresquartal bereits vorüber ist. Die verblassende Wintermelancholie lässt einen mit unbequemen Fragen zurück. Was ist mit den Jahresanfangsgedanken, den frischen Plänen, den leicht dahergesagten Wünschen? An welchen Stellen muss man noch mal nachjustieren, durchstreichen oder umformulieren? Kann man hinnehmen, dass sich so manches Grundlegendes nicht mal ebenso ändert? Dass sich Charakterzüge, die sich über Jahre vertieft haben, nicht einfach wegretuschieren lassen, wie ein störende Unreinheit? Dass es nicht immer erleichternd ist, alles anders machen zu wollen? 

Der Alltag saugt ein, das Netz, liefert Zerstreuung. Ablenkende Investition der kostbaren Zeit, die man doch besser für sich und nicht für das verschwommene Bild von den Anderen und oft sogar Unbekannten verbrauchen sollte. Auch wenn man es doch eigentlich längst weiß, sollte man die wertvollen Momente nutzen, in denen die Gedanken nicht jäh gestört werden, weil das spätere Anknüpfen oft nicht mehr so recht gelingt. Bei sich bleiben, auch wenn es ans Eingemachte geht. Puh!

Daher schreibe ich gar nicht zu viele Punkte auf meinen Frühlingszettel, schließlich soll sich der Frühling auch in den Gedankengängen willkommen fühlen und alles mal gehörig entstauben und durchlüften.


Ein paar persönliche Wünsche und Vorhaben:
  • Schreiben. Hier, für mich, für Andere. Und die ein oder andere Postkarte verschicken.
  • Am Wochenende möchte ich gemütlich die Marktsaison einläuten, die Nase des Jungen mit Kräutern für die obligatorische grüne Soße kitzeln und ein kleines Frühlingsmahl zubereiten.
  • Fahrrad fahren.
  • Versuchen, mich ohne schlechtes Gewissen auf eine kleine Mai-Reise vorzufreuen.
  • Cashewmilch selber machen, denn stepanini hat mich mit der goldenen Milch angesteckt und die Cashewbasis gefällt mir bisher am besten. Wie man Nussmilch macht, steht z.B. bei Krautkopf.
  • Alten Kram loswerden, der sich hier schon wieder unschön türmt.
  • Etwas nachholen: das Februar- und Märzgericht - noch etwas, das ich doch unbedingt schaffen wollte. Ich habe in den beiden Monaten trotzdem gesammelt und kann euch schon mal folgende drei Fremdkreierten wirklich ans Herz legen: Rote-Bete-Kokos-Suppe (mein Tipp: länger kochen lassen und pürieren), Topfentorte und ein gigantischer (auch in seiner Erscheinung) Marzipanzopf.
  • Das Seufzen umwandeln. In Elan. In gute Gedanken. In Zuversicht!

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Frühlingsgedanken - habt ihr sie schon gesammelt? Oder müsst ihr auch erst noch entstauben?

Kommentare:

  1. Ich hatte mich schon gefreut auf Deinen nächsten Beitrag. Deine Worte sind mir immer so nah. Frühlingsgedanken. Die kommen in diesem Jahr sehr langsam, obwohl die Sehnsucht nach Sonne und Licht sehr groß ist. Deinen letzten Punkt auf der Liste füge ich meiner hinzu. Dann geht es womöglich schneller. :)

    Einen guten Start ins zweite Viertel und freu Dich, liebe Julie, ganz ohne schlechtes Gewissen. Die Vorfreude kommt meist ganz ohne Seufzen aus. LG Annett

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    1. Das nehme ich mir zu Herzen - wie immer ein Danke fürs Gedanken teilen :)

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  2. Ja, wandle das Seufzen um. Ich arbeite auch daran. Bei sich sein - das klingt so einfach, ist aber so schwer... Du schreibst mir in so vielem aus dem Herzen. Das "sich verlieren" im Netz - ich lese momentan ganz gewählt - bei Dir, dem Fräulein, der lieben Mano und einer Handvoll anderen... Ich schicke Dir liebe Grüße, und nasche gedanklich von Eurer grünen Soße. Die möchte ich dieses Frühjahr auch machen.

    Alles Liebe!
    Marlene

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    1. So viel Arbeit, nicht wahr? Ich sollte auch mal wieder die Hände in die Erde stecken, ich hoffe euer Projekt kommt gut voran!

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Ich freue mich über eure Worte!