Freitag, 2. Dezember 2016

VON AUSREDEN & EINSICHTEN


So. Da bin ich wieder.
In diesem Jahr kam ich so manchen meiner Eigenheiten und Gedankenblenden auf die Schliche. Besser spät als nie. Mir musste es mitten bei einem Waldspaziergang erst wie Schuppen von den Augen fallen, dass ich nicht, wie so oft sentimental angenommen, vor meiner Zeit als Mama mit meiner Arbeitswoche unbegrenzte Zeit zur Verfügung hatte. Auch da hatte ich private Stapel, Unbeantwortetes, Angefangenes, Vergessenes. Auch da war ich abends manchmal einfach müde. Auch da hatte ich mal einen schlechten Tag oder gleich mehrere am Stück. Auch da war ich nicht ständig unterwegs, produktiv, kreativ. Auch meine irgendwann umgesetzte Vier-Tage-Woche, war zwar eine prima Entscheidung, aber auch nicht die Komplettlösung für mein immerwährendes ichkommzunichts-Dilemma. Nun erneut alles mal eben auf die neue Lebenssituation und die Aufmerksamkeit für den kleinen Menschen um mich herum zu schieben ist also einfach unfair und zu einfach.
Vor ein paar Tagen fiel hier im Haushalt der Entschluss, bis Jahresende keine Serien mehr zu schauen. Na gut, der Entschluss fiel nicht ganz so schwer, weil wir gerade The Americans beendet hatten und ein Staffelende erst mal ein guter Ausgangspunkt ist. In diesem Jahr haben wir echt genug gute Filme und Serien geschaut. Das hat Spaß gemacht. Aber auch zeitweise von vielen Dingen abgehalten. Also gibt es nun ein bisschen mehr Abendzeit. Und weniger Ausreden. Ich habe mir einen Zettel gemacht, denn ich will entgegen aller besinnlicher Adventsachtsamkeit fokussiert in die Pötte kommen. Mich spornt das Jahresende immer ganz gut an, noch Zeug wegzuschaffen. Dinge abzuschließen. Und mich endlich mal den Ablenkungen zu widmen, die mich vermeintlich davon abhalten, größere Entscheidungen zu treffen oder mich in ein Projekt zu stürzen (äh um mir einen Projektplan zu schreiben muss ich aber erst mal meinen schönen Stift im Schreibtischchaos - äh eigentlich müsste ich das überhaupt erstmal aufräumen - suchen, ach eigentlich muss ich erst mal alle Spitze stiften, och ich bräuchte mal einen guten Spitzer, komm ich recherchier mal.... schwupps ist der Abend um). Und da ich mir eingestehen muss Meisterin in solchen "vorab-aberichmussdochs" zu sein, kann das so nicht weiter gehen. Also sind jetzt diese Hindernisse dran. Ich löse sie alle auf. Das ist zumindest der Plan. Und für manche Erledigungen passt sogar noch was in den Hintergrund. Dafür empfehle ich wärmstens die unterhaltsame und lehrreiche TED Radio Hour. Ha, doppelt genutzte Zeit!

Hier sind meine ersten Sieben. Eine Sache pro Tag. Bedient euch, falls es euch ähnlich geht. Freut euch, wenn ihr auch so schon alles beherzt durchstreichen könnt. Belächelt sie, wenn sie euch banal erscheinen. Nutzt die Punkte als Adventskalender oder einfach als Inspiration. Einfach so, wie es zu euch und euren Baustellen passt. Manches braucht eine kurze Vorbereitung, manches geht sofort. Für manches kann man sich prima einen Verbündeten suchen.
  • Alle Stifte zusammensuchen (ja auch die aus der Küchenschublade und die in den Taschen verstreuten), auf einen Haufen legen, ausprobieren, aussortieren ohne nostalgisch zu werden. Die meisten sind doch eh eingetrocknet, kaputt oder liegen doof in der Hand. Für die noch funktionsfähigen gibt es sicher im Umfeld freudige Abnehmer!
  • Alle abgefallenen Knöpfe wieder an- und alle offenen Nähte wieder zunähen bzw. vorher erst mal überlegen, was ich aus dem schon lange angehäuften Stapel überhaupt vermisst habe. Eine Nikolaus-Nähverabredung mit einer Freundin steht schon im Kalender. Das wird gut.
  • Das Auto verwöhnen (waschen, saugen - Kindersitz(!), Flüssigkeiten, Reifendruck und sowas).
  • Einen Abend um 20:30 Uhr im Bett liegen. Dann einfach Schlafen.
  • Alte Batterien, Altglas und Pfandflaschen wegbringen. Und den Pfandzettel nicht wieder in der Hosentasche vergessen sondern direkt abgeben oder verschenken.
  • Schauen, was für Konzerte in nächster Zeit sind und die passenden Freunde zusammentrommeln. Für den Favoriten direkt eine Karte kaufen und sich vorfreuen.
  • Alle nervigen und eh nicht gelesenen Newsletter abbestellen. Schon wieder.

Also loslos. Die nächsten Sieben folgen bald!

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Was schafft ihr gerade weg?

Kommentare:

  1. Ach, liebe Julie, so schön das zu lesen. Diese Woche steht eine Herzensangelegenheit auf dem Plan. Ein digitaler Brief, noch unbeantwortet, wartet auf mich. Und „wegschaffen“ wäre das absolut falsche Wort.
    Liebste Grüße, Annett
    (die das Foto da oben ganz wunderbar findet)

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    1. Ach Du! Alles mit der nötigen Ruhe. Ich habe vollstes Verständnis und wir haben Zeit :)

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  2. Schöne Tipps! Das mit den Stiften habe ich tatsächlich neulich erst gemacht – du glaubst nicht, wie aufgeräumt mein Schreibtisch wieder war ... ;)
    Wegschaffen möchte ich so bald wie möglich das Thema Weihnachtsgeschenke, um sie aus dem Hinterkopf zu bekommen.
    Viele Grüße!

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    1. Wahnsinn oder, wieviel aussortierte Stifte schon ausmachen! Viel Erfolg beim Weihnachtsgeschenke besorgen/machen, die fallen hier auch wie im letzten Jahr aus und ich finde das sehr angenehm :)

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  3. Liebe Julie, danke für diesen Text, der kommt genau zur richtigen Zeit. Gleich die Stifte geschnappt, kamen hier doch einige leere weg, danke für diesen Anstoß. Und auch für das frühzeitige Schlafengehen, das kommt hier gerade nämlich viel zu kurz. Gerade hatte ich einen Artikel gelesen, wie viel Wert wir auf gesunde Ernährung etc. legen, die Wichtigkeit des Schlafes auf die Gesundheit aber völlig außer Acht lassen.
    In diesem Sinne: eine gute Nacht!
    Alles Liebe
    Nora

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    1. Das freut mich liebe Nora. Sag mal, bist du die frohlockende Katzen-Nora? Schlaf kann nicht wichtig und wertvoll genug sein, also auch dir eine gute Nacht :)

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  4. Ach Julie,
    die Stifte sind in der Wohnung verstreut. In den Taschen habe ich noch nicht nachgesehen, aber ich weiß, da sind einige. Die nicht funktionieren. Oder doch noch. Wer weiß das schon so genau. Die Knöpfe bring ich zu einer Freundin, die des Nähens fähig ist, endlich treffe ich sie mal wieder. Das Auto ist verkauft (yay!) und um 20:30 ins Bett gehen ist für mich überhaupt kein Problem. Reicht es, wenn ich das Altglas in den Keller bringe? Das wäre doch schon mal ein Anfang, oder?
    Liebe Grüße!
    Julia

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    1. Ha, hätte ich einen Keller, dann hätte ich da auch mein Altglas-Lager ;) Wieso Anfang? Läuft doch schon alles prima bei dir! Noch auf meiner Liste: aufgesparte gute Blogposts lesen und gerne kommentieren, ich mochte dein Zwiegespräch und es hat mir auch mit meinem Blog weitergeholfen - dankedanke :)

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  5. Danke – für den virtuellen Tritt in den Allerwertesten. Ich schiebe es aufs Netz, das einem dieses "Eben-schnell-noch" so leicht macht – und am Ende eines langen Abends die Zunge rausstreckt, wenn man sich fragt, wo denn eigentlich die Zeit... . Vielleicht hilft so eine Liste auch mir. und das Wissen, mit alldem nicht allein zu sein.

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    1. Du bist auf keinen Fall allein damit. Und ja, das Netz ist in der Hinsicht zeitfressend und so manches Bilderbaden ist dann auch frustrierend und verstörend, mit dem Resultat sich mal wieder erfolgreich von den Dingen direkt um einen herum abgelenkt zu haben. Auch für gewisse Kanäle habe ic mir ein Zeitlimit gesetzt und auch wieder aussortiert. Das hilft schonmal. Und bevor ich zum Handy greife versuche ich mir das kurz bewusst zu machen und frage mich dann kurz: "sag mal, magste nicht liebr ein Kapitel in einem Buch lesen?".

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  6. Ja, es ist zu einfach, die Gründe auf den kleinen Menschen zu schieben. Ich mache dass, leider auch immer noch viel zu oft, wenn ich das Gefühl habe zu kurz zu kommen.
    Also versuche ich vor allem das gerade weg zu schaffen, und auch die Serien und Filme und die Unsinnigkeiten, die man sich manchmal aufhalst.

    Viel Erolg.

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    1. Genau, weg mit den Unsinnigkeiten, Manu! Ich wünsche dir auch viel Erfolg und als Belohnung dann ein ganz bewusster Sofa-Filmabend mit viel Popcorn :)

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  7. ach julie. so schön, dich hier wieder ein stück näher zu wissen. auf die pläne - und darauf, sie auch manchmal einfach sein zu lassen ;)

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  8. Julie, du hast mich auf mehrere Weisen gleichzeitig motiviert und ich bin dir so dankbar dafür. Ich habe deinen Post schon letzte Woche gelesen und dann direkt angefangen, Dinge wegzuschaffen. Ich habe im Keller eine Kiste komplett weggeworfen, habe einige Bilder geschossen, von Dingen, die ich verkaufen möchte und zwei Schubladen richtig aufgeräumt. Unter anderem habe ich mir auch vorgenommen, die Blogpostentwürfe in diesem Jahr alle noch fertigzustellen - mal schauen, ob das wirklich klappt. Danke für den Motivationsschub durch deine Worte und ich freue mich noch auf viele weitere.

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    1. das freut mich! Lass uns einfach weiter machen mit dem ausmisten und loslegen und abschließen :)

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  9. Ha das mit den Stiften habe ich auch vor einiger Zeit gemacht :)

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    1. Wahnsinn, was sich so alles ansammelt, oder?

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  10. Ich muss echt Schmunzeln! : ) Also das mit den Newslettern habe ich auch erst gerade gemacht! ; ) Aber einen kleinen Schrecken habe ich doch auch bekommen, weil mir geht es ziemlich ähnlich wie dir, mein Schreibtisch schaut aus wie S**, es stapeln sich (auch ziemlich wichtige) Papierdokumente, die dringend auf Bearbeitung warten, aber ich schaffe es einfach nicht UND - jetzt kommt´s - ich/wie schaue/n nicht einmal Serien!!!!! Also ich habe nicht einmal eine Ausrede und werde wohl nicht aus dem Chaos finden!!

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    1. Doch doch, irgendwann wird es sich lichten, eins nach dem anderen. Entweder nerven die Stapel so kolossal oder du brauchst dringend eines der wichtigen Papiere. Dann gibts quasi keine Ausreden mehr ;)

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Ich freue mich über eure Worte!