Mittwoch, 19. Juli 2017

ROUTINIERT UND MOTIVIERT



Was beschäftigt dich?
Ich denke über Wörter nach: Gleichmut. Leidenschaft. Hingabe. Mutwilligkeit. 
Darüber, wie aus Routine Motivation wird. Welche Routinen fehlen, welche schwächeln, welche sind schon fast wieder ungesehen?
Bevor der Knoten im Kopf wieder unlösbar wird, wie das Wollknäuel, welches ich im Herbst auf einer Bahnreise so hoffnungslos in die Bredouille brachte, sodass am Ende - und just bevor dieses unangenehme nervöse Kribbeln, weil das Aufdröseln alles nur schlimmer machte, nicht mehr auszuhalten war - nur ein sehr beherztes auseinanderreißen half, mache ich einfach erstmal mit dem Wegschaffen weiter. Mein Sitznachbar im Zug muss sich eh gewundert haben, da ich sicher dreimal mein Strickzeug wieder aufribbelte (Anfangsfaden zu kurz, doch zu viele Maschen aufgenommen, Muster missverstanden, usw...) Aber ich gab nicht auf. Und das zählt. Es wurde eine weiche dunkelgraue Mütze draus. Eine fertige und recht ordentliche und nicht wieder irgendwann fast fertig weggelegte und vergessene. Mit vernähten Fäden und eingestrickten Gedanken. Für einen guten Menschen. Sie könnte ein bisschen länger sein. Aber er trägt sie. Und der Kleine. Also mittlerweile mitgewachsen, verloren und wiedergefunden. Ich werde noch mal eine machen und diese sicher auch dann wieder mehrfach auf die Nadeln setzen. Bis die Routine die Motivation eingeholt hat.

Vielleicht immer noch nicht streng getaktet routiniert aber dafür wieder angenehm motiviert geht es auch hier wieder weiter!

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Auch wenn es eine Weile her ist, mich beschäftigt immer noch dieser wahnsinnig akkurat sortierte Supermarkt in der Nähe eines Busbahnhofs irgendwo in Patagonien. Wie in einer Filmkulisse. Wenig Auswahl aber dafür in großen Mengen. Alle Regale waren genaustens sortiert und die Waren wurden wahrscheinlich ebenso routiniert wie motiviert immer wieder ausgerichtet.