Sonntag, 9. Dezember 2018

GESCHENKE, DIE MAN WIRKLICH GEBRAUCHEN KANN

Ich schenke gern. Auch einfach so. Aber ich werde gar nicht mehr so gerne beschenkt - zumindest nicht aus Verlegen- oder Ideenlosigkeit, das Ergebnis bringt dann nämlich meist beide Seiten in eine unangenehme Situation und findet einfach keinen Platz. Und bevor ich genau diktiere, welches Buch ich gerne hätte, kaufe ich es mir lieber selbst. Innerhalb der Familien schenken wir Großen uns dieses Jahr zum vierten Mal nichts zu Weihnachten und das reduziert eine Menge Schweißausbrüche. Und der Mann und ich schenken uns wenn dann eine Unternehmung, etwas für Kopf oder Herz oder etwas für den Haushalt. Letzteres ist besser als es klingt. Das sorgt nämlich dafür, dass wir endlich mal anständige Weingläser haben oder einen Balkontisch, der den langen Sommer noch ein bisschen schöner macht. Dinge, die man benutzt und nicht nur anschaut. Oft und gerne. Auch das ist Nachhaltigkeit.

In jedem Raum hier Zuhause gibt es ein paar Dinge, die ich oder wir mal geschenkt bekamen. Dinge, die wir wirklich häufig verwenden und an denen wir uns immer noch nicht satt gesehen haben und die wir einfach gut finden. Die liste ich euch ohne beeinflusste Werbegedanken oder Provisionen mit den passenden Gedanken auf. Als Inspiration zum Wünschen oder Schenken oder Merken oder Weiterdenken.


FLUR



Rucksack
Ich habe eine langanhaltende Rucksackphase. Und keine Lust auf Kankeneinheitsbrei. Zwei mal schon die Bestellung nicht bereut und auf kleine und große Abenteuer mitgenommen habe ich Rucksäcke von der ungarischen Marke Blind Chic.. Aktuell ist Black Ulrik mein Begleiter.

Portemonnaie
Ich mag das Gefühl, wenn das Portemonnaie ganz flach und länglich ist. Ebenso wichtig ist mir die Inneneinteilung, ein verschließbares Kleingeldfach, ein angenehmes Material und ein schöner Verschluss. Ich will kein anderes mehr. Auch, weil ich beim Öffnen die Berge sehe.

Wolltuch
Meinen Lieblingsschal habe ich letztes Jahr ganz zufällig im Newsletter vom Süper Store entdeckt. Ein genau richtig großes Tuch aus Merinowolle und merzerisierter Baumwolle. Mittlerweile gibt es neben Dunkelblau noch einen schönen Petrol- und einen Mooston.

Stulpen
Stulpen halten die Gelenke warm. Hatte ich jahrelang verdrängt, auch weil ich die oft unschön fand. Dann begegneten sie mir in einfarbiger Alpaka-Version für Babys. Und sie wurden zu meinem Lieblingsgeburtsgeschenk. Für Große gibt es die auch. Ich nehme die Pulswärmer für meine Fußgelenke, damit die Sulpen nicht so lang sind. Im Winter und auf Reisen will ich sie nicht mehr missen. Meine haben 28 cm Länge. Es gibt sie in vielen Farben und Längen.



KÜCHE
Hier sammeln sich fast die meisten Lieblinge. Also habe ich eine kleine Auswahl getroffen und mich für Produkte entschieden, die man immer noch kaufen kann. Vor allem, wenn man an die Dinge denkt, die man täglich in der Küche oder zum Essen verwendet, fällt einem vielleicht ein, woran man jeden Tag Freude hätte. Zum Beispiel ein schönes gutes Brotmesser oder eine genau richtig große Salatschüssel oder eine Reibe, die die Finger schont...




Blumenschere
Neben einer klassischen Zwilling-Küchenschere hängt eine Schere extra für Blumen an der Küchenwand. Sie erinnert mich daran, mir selbst immer mal wieder einen bunt gemischten Strauß vom Bauernstand am Markt zu schenken, neu zu sortieren und Freude daran zu haben.

Lieblingstassen
Bei Tassen und Bechern bin ich eigen. Ich mag eine bestimmte Form, eine bestimmte Dicke, einen bestimmten Henkel. Oder auch mal keinen Henkel. Schön sollen sie auch noch sein. Immer noch nicht sattgesehen habe ich mich an unserer kleinen Marimekko-Sammlung aus der Siirtolapuutarha-Reihe


Pizza-Stein
Er ist schwer und er ist sperrig. Aber auf ihm kann man einfach so richtig gute Flammkuchen oder Pizza backen. Und wenn man daraus eine Freitagstradition macht, dann ist er auch viel im Einsatz und der Holzschieber wird auch oft in der Kinderküche benutzt. Unserer ist von Pimotti und 5 cm dick.

Kehrschaufel
Unsere war jahrelang aus blauem Kunststoff mit abgesplittertem Rand. Wirklich nicht besonders schön. Also wurde es dann letztes Jahr eine formschöne, die auch funktioniert.



WOHNZIMMER


Alpaka-Decke
Manchmal sag ich zu Paul: wenn ich irgendwann richig alt bin, dann will ich aus dem Fenster schauen können und dann möchte ich immer diese Decke auf dem Schoß haben. Sie ist nicht zu schwer, einfarbig, weich und warm. Eine Höhle für die Beine. Auch die gebe ich nicht mehr her. Meine ist nicht mehr erhältlich, aber diese hier ist ganz ähnlich.

Drei Vögel
Ein Geschenk zu Pauls Geburt. Das fand ich sehr passend. Die Messing-Vögel fliegen an der Wohnzimmerwand und nehmen immer wieder gute Gedanken mit auf die Reise. Die schönsten sind vintage, hier wird man immer wieder fündig.

Ministern
Ein Weihnachtsgeschenk, aus dem einfach ein gern angeknipster Ganzjahresbegleiter wurde. Der Herrnhuter-Ministern darf immer hängen und nicht nur weihnachtlich erleuchten.



SCHLAFZIMMER


Leinenbettwäsche
Kürzlich stellte ich mit einer Freundin fest: Wir sind beide sehr verliebt in unsere Leinenbettwäsche. Aber: Sie packt sie extra nicht in den Trockner, damit sie eher steifer bleibt und ich packe sie extra in den Trockner, damit sie schön weich wird. Ist doch fein, wenn eine Sache auf zwei Arten zufrieden machen kann. Leinenbettwäsche gibts in vielen Preisklassen und von vielen Herstellern. Meine ist schon einige Jahre alt und war damals von hier.

Mobile
Papierrascheln kann nervig sein aber wenn es leise ist auch sehr schön klingen. Und ich merke gerade beim Zusammenstellen der Ideen hier, dass mich wohl die Dinge ansprechen, die mich oder meine Gedanken ein wenig forttragen. Nicht flüchtig, sondern bereichernd soll das sein. Die Ballons schaffen das immer wieder.

Packsäcke 
Ich musste erst ein wenig warm mit Packsäcken werden. Aber auf den letzten großen Reisen haben sie sich sehr bewährt. Sie helfen beim Komprimieren und Sortieren und das hat eine Menge Sucherei erspart. Ich bekam mal welche geschenkt und hab dann nochmal nach Bedarf erweitert. Es gibt sie in jedem Outdoorshop mit verschiedenen Merkmalen.



BADEZIMMER



Duschkopf
Da musste ich erst mal während eines Hotelaufenthaltes drauf kommen. Dort stand ich unter einem großen Regen-Duschkopf und dachte an das nachtropfende Mini-Ding Zuhause. Ja klar, auch da kann man optimieren und sich vergrößern und mal in Qualität investieren. Freu ich mich seit vielen Jahren drüber!

Nagelset
Ein rotes Nageletui bekam ich glaube ich mit 16 von meiner Mama. Mit allem drin, was man so für eine Maniküre braucht. Mittlerweile würde ich vielleicht eine andere Farbe wählen, aber der Inhalt bleibt unschlagbar und hält und hält. Das auf dem Bild gezeigte ist wie meines von Zwilling.

Seifenspender
Sehr reduziert und aus Porzellan. Sieht schöner aus als viele Einmalspender und motiviert Nachfüllpackungen zu kaufen. Unser altes Waschbecken und auch die Dusche haben eine praktische Seifenmulde, eine schlichte Seifenschale ist natürlich auch eine gute Option für mehr Seifenstücke im Alltag. 

Hamamtücher 
Die kommen auf jeder Reise mit. Sie lassen sich klein zusammenrollen, sind super für den Strand oder den Sport. Jeder von uns hat eins. Das vom Kleinen ist im Sommer immer im Rucksack. Für Picknicks, zum Zudecken und früher zum Abhängen des Kinderwagens. Gute Tücher sind robust und halten viele viele Wäschen aus. Man sollte auf eine feste Baumwolle ohne Kunstfaser achten. Unsere haben wir damals bei Monoqi entdeckt, die im Etikett vermerkte Firma führt mich zu diesem Shop.



ARBEITSZIMMER 


Stifte
Als Linkshänder wird einem manche Papierart oder manche Stiftart beim Schreiben zum Verhängnis. Passt es nicht zusammen, wird's schmierig. Im Laufe der Zeit habe ich zwei Lieblingsstifte gefunden. Günstig und edel und beide oft im Einsatz. Ein 0.38-Tintenroller von Muji und ein silberner Caran d'Ache.

Stahllineal
Manchmal muss man etwas ganz genau schneiden. Am besten mit Schneidematte und gutem Cutter. Hatte ich beides. Aber mit Kunststofflineal wurde es oft eher geht so. Ein Stahllineal war dann eine gute Anschaffung.

Pusteblume
Im Laufe der Zeit versuche ich immer weniger Dinge zu haben, die einfach nur rumstehen. Aber es gibt ein paar Ausnahmen. So darf auch diese eingefangene Pusteblume einfach auf dem Fensterbrett stehen und meine Arbeitsgedanken durcheinander pusten.




KINDERZIMMER
Meine Tipps unter 20€ für Kinder ab 3 Jahren habe ich hier gezeigt.



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Habt ihr auch eine Empfehlung, die man unbedingt verschenken sollte, weil ihr sie selbst so gerne nutzt?


Sonntag, 25. November 2018

DIE SAMMLUNG

"Komm, wir machen die Sammlung Mama!". Eine schöne Idee, die ich mal bei Frau Liebe sah. Bei uns sind die Fächer gefüllt mit Erinnerungen und Schätzen vom Draußensein. Hier und auf Reisen gesammelt. Mit ihm und auch vor seiner Zeit. Das Spiel ist immer anders, die Regeln wechseln oft. Mal darf gemischt werden, mal nicht. Mal wird bedächtig nach Farbe oder Größe sortiert. Mal darf ich auch was nehmen, mal nur was Bestimmtes und manchmal einfach zuschauen. Teilweise sind noch verschiedene Schälchen beim Leerräumen der Fächer im Einsatz, die ganz genau zugewiesen werden und nicht einfach umfunktioniert werden dürfen. Und dann nannte er sie plötzlich "meine Räubersammlung". Einfach so. Das passt!


Bevor die Herbstschätze aus den Jackentaschen den Mandarinenschalen oder Weihnachtsternen weichen, findet ihr ja vielleicht auch noch ein paar Dinge für eure neue Räubersammlung.

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Mein Lieblingsfund: herrlich duftende Eukalyptusknospen, die aussehen wie Trachtenknöpfe. Aus Madeira. Ergänzt um zwei weitere, die wir vor einigen Wochen in Kalifornien gesammelt haben. So verändert sich die Sammlung immer wieder.

Montag, 12. November 2018

VERTRAUTE VENTILE


Manchmal ist es irgendwie verzwickt. Und man weiß auch gar nicht genau wieso jetzt eigentlich. Da bräuchte man ein kleines Notizbüchlein, unter der Hand weiter gegeben von Mitwissenden und auch Mitfühlenden, mit schwungvoll auf das dünn linierte Blatt geschriebenen treffenden Worten, die einem selbst gerade so sehr fehlen. Suchend würde man es an der genau richtigen Stelle aufschlagen und sich verstanden fühlen, dann kurz in dieses beruhigende Gefühl eintauchen bis nur noch die Ohren rauschen und feststellen, dass man beim Lesen schon die ganze Zeit leise mit dem Kopf nickt. So, genau so. Ja so.

Ich neige dazu in solchen ratlosen Momenten Rezepte zu wählen, die mir neu sind. Darauf stürze ich mich, mit verlockenden Bildern vorm Auge. Rezepte, die sich mit einem Weh verknüpfen lassen. Enweder Richtung Fern oder eher wieder Heim. Und dann bin ich beschäftigt und überhöre die ersten leisen Bedenken. Nein nein, das wird schon klappen, ich freu mich doch so darauf. Ja, ich mach mal kurz die Tür zu, geht schon, ich brauche keine Hilfe, alles ok. Und dann stehe ich nach Minuten - einigen bis vielen - vor einer unmixbaren Falafelmasse, einem stinkenden Pürierstab oder einem zerlaufenen klebrigen unförmigen Haufen Zwetschgenknödel. Ja, dann kommt alles raus, was vielleicht schon viel zu lange raus musste. Danach fühlt es sich leer an. So leer, dass wieder Platz ist. Platz, den man füllen darf auch wenn das Selbstvertrauen soeben gelitten hat und der Küchenwecker etwas zu lange störend dazwischenschrillt.
Ein wenig Küchenerfahrung hat mich mittlerweile gelehrt, früher abzubrechen. Zwar nicht immer auf den Punkt, aber meist noch rechtzeitig und so hinhorchend, ob das jetzt eine gute Idee oder ein Ventil sein soll. Dann suche ich mir ein besonders schwieriges Rezept oder gehe halt Falafel auswärts essen.

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Der Text ist älter. Aber hat auch jetzt gerade gepasst, in ein wenig warmes Novembergrau. Es ist nicht der erste Versuch, hier wieder mehr zu schreiben und zu zeigen. Ich glaube ja immer noch dran!